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Kritik zur 3. Staffel “House of Cards”: Die Polit-Serie wird politisch

Vorzeitiges Ende der Erfolgsserie von Netflix? Nach den Missbrauchs-Vorwürfen gegen Kevin Spacey könnte „House of Cards“ trotz laufender Dreharbeiten gestoppt werden
Vorzeitiges Ende der Erfolgsserie von Netflix? Nach den Missbrauchs-Vorwürfen gegen Kevin Spacey könnte "House of Cards" trotz laufender Dreharbeiten gestoppt werden

Frank hat seinen Biss verloren! Viel schwächer als Staffel 1 und 2! Die dritte Staffel von “House of Cards” kommt bei Kritikern nicht unbedingt gut an. MEEDIA hat “Binge-Wachting” betrieben und verrät, ob das Polit-Epos noch taugt. Minimale Spoilerwarnung!

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Wer bis zum Ende von Staffel 2 die Geschichte des Frank („Francis“) Underwood verfolgt hat, der weiß: Francis ist nun der mächtigste Mann der Welt. Mit anderen Worten: Er hat sein Ziel erreicht. Und vermutlich ist das für viele Liebhaber der Serie das größte Problem. Zu Beginn von Staffel 1 von seinen Kollegen übervorteilt, sann der gewiefte Politiker auf Rache – und bekam sie auch. Von Folge zu Folge konnten wir mitverfolgen, wie Underwood einem Schachmeister gleich einen Widersacher nach dem anderen vom Spielfeld drängte.

Diese sich über zwei Staffel erstreckende Vendetta wird in Staffel drei nicht fortgeführt. Statt eines Widersachers hat es Underwood, nach wie vor großartig von Oscarpreisträger Kevin Spacey gespielt, mit Kritikern an vielen Fronten zu tun. Nicht selten ist der US-Präsident deswegen in der Defensive – ein ungewohntes Bild, das so gar nicht mit den vorherigen Staffeln gemein hat. So scheint es zumindest, wenn man plötzlich beginnt, mit dem eiskalten Politprofi Mitleid zu haben, als das von ihm angestrebte Programm zur Vollbeschäftigung nicht die geringste Unterstützung erfährt.

Die Hauptfiguren sind neben Underwood seine Frau Claire, die präsenter als zuvor ist, und der russische Präsident Viktor Petrov, wunderbar arrogant gespielt durch den Dänen Lars Mikkelsen. Und auch der ehemalige Assistent Underwoods, Doug Stamper, spielt eine wichtige Rolle und bildet die Rahmenhandlung der dritten Staffel. Der Star ist und bleibt aber Francis Underwood, für den man spätestens nach Staffel 3 eine Hassliebe empfindet – so facettenreich spielt Spacey seine Rolle. Oder wie es im Vorfeld zur dritten Staffel hieß: „Bad for the greater good“.

Ist die Luft raus?
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Nein. Von der schwachen ersten Folge einmal abgesehen ist auch die dritte Season ein verdammt gutes Stück TV. Während einige Folgen gut sind, sind andere wiederum brillant (Episode 6) und lassen den Zuschauer dank unerwarteter Wendungen einmal mehr verblüfft zurück. Und dennoch: Staffel 3 ist so ganz anders als ihre Vorgänger. Sie ist politischer. Gleichstellung, Nahost, Terrorismus sind nur einige der Themen, denen sich “House of Cards” ausgiebig widmet und sogar „Pussy Riot“ kommen zu Wort. Glich die Story zuvor einem andauernden Rachefeldzug, bei dem eine Episode auf der anderen aufbaute, ist die Handlung nun viel kleinteiliger und damit ein Stück weit unberechenbarer. Fans von Claire Underwood, gespielt von Robin Wright, können sich dadurch aber auch auf mehr Sendeminuten mit der First Lady freuen.

Doch auch, wenn diese Staffel durch und durch gelungen ist: Es fehlt ein Widersacher. Der mächtige Gegenspieler für den nun mächtigsten Mann der Welt fehlt. Bislang bezahlten Kontrahenten, wenn sie Underwood gefährlich nah kamen, mit dem Leben. Doch in Staffel drei verstecken sich politische Gegner geschickt hinter Gesetzestexten und bieten dem US-Präsident nur wenig Angriffsfläche.

Wann und wie kann ich es sehen?

Zeitgleich mit dem US-Launch lief die dritte Staffel in Deutschland und Österreich in der Originalfassung auf Sky Go an. Ab dem 13. März gibt es die synchronisierte Version zu sehen. Netflix Deutschland zeigt derzeit nur die ersten beiden Staffeln von “House of Cards”. Weil die Erstausstrahlungsrechte für die Serie in Deutschland an Sky verkauft wurden, müssen sich deutsche Netflixkunden noch einige Monate gedulden.

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