Krautreporter schrauben am Angebot: Datensport und Graphic Novel fliegen raus

Krautreporter-Chefredakteur Alexander von Streit
Krautreporter-Chefredakteur Alexander von Streit

Digital Economy Die Krautreporter tüfteln an ihrem inhaltlichen Angebot. Die Rubrik "Datensport", in der versucht wurde, mit Hilfe von Datenanalysen die Ergebnisse von Bundesliga-Fußballspielen vorherzusagen, wurde abgesetzt. Ebenso die wöchentliche Graphic Novel. Chefredakteur Alexander von Streit erklärt, mehrere Formate würden derzeit überprüft.

Werbeanzeige

Unter der letzten Folge „Datensport“ hat von Streit eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die Einstellung des Formats erklärt. „Gerade der Aspekt der gemeinsamen Arbeit an der Methode hat leider nicht ausreichend viele Mitglieder bewegt. Zwar wurden die Prognosen laufend besser, aber die Diskussion darüber hat kaum Fahrt aufgenommen“, schreibt er.

Den Chefredakteur treibt offenbar die Frage um, für was das Geld aus der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ausgegeben wird: „Wir haben eine große Verantwortung übernommen und müssen das uns anvertraute Geld richtig einsetzen. In diesem Fall ist der Einsatz zu hoch für das, was das Projekt in der Gesamtschau auf unser Programm leistet.“ Das „Preis-Leistungsverhältnis“ spielt also auch bei den Krautreportern eine Rolle.

Es würden gerade mehrere Formate überprüft, „die wir mit Begeisterung begonnen haben, die aber letztlich im Angebot nicht funktionieren.“ So wird auch die wöchentliche Graphic Novel gestrichen. Ob noch weitere Formate zur Überprüfung anstehen, darüber sagt von Streit nichts. In jüngerer Zeit wurde immer mal wieder Kritik am Angebot der Krautreporter geäußert. Das inhaltliche Angebot wurde als nicht vielseitig genug kritisiert, einzelne Autoren wie der Videoblogger Tilo Jung, seien zu präsent und es gebe zu viele Aggregations-Formate, wie die Reportage-Leselisten.

Die Krautreporter hatten Mitte 2014 in einer Crowdfunding-Kampagne über 900.000 Euro Startkapital eingesammelt und waren angetreten, ein alternatives, qualitativ hochwertiges Online-Medium zu etablieren. Ein Jahresabo kostet 60 Euro.

Offenlegung: „Datensport“-Autor Jens Schröder ist auch Mitarbeiter von Meedia.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Alle Kommentare

  1. Das ist ein Jammer. Gerade die Krautroporter sollten doch die Freiheit nutzen, Neues zu probieren. Ein Projekt aber nach wenigen Wochen einzudampfen, weil nicht alle Hurra gerufen haben, kommt mir auf eine ungute Art vertraut vor.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige