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Warum das Manager Magazin den Business Insider nachbaut und das eine gute Idee ist

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Vom Business Insider lernen heißt siegen lernen. Das dürften sich zumindest die Macher vom Manager Magazin online gedacht haben, als sie sich für ihren Relaunch kräftig vom US-Wirtschafts-Portal inspirieren ließen. Das ist nicht falsch. Denn Henry Blodget und sein Team machen im Web sehr vieles richtig.

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Offensichtlichste Änderung der Hamburger ist der Verzicht auf Teaser-Texte. Jede Story hat nur noch eine Headline plus ein großes Bild. Das mag auf den ersten Blick weniger journalistisch wirken, zahlt sich allerdings vor allem in der Mobil-Ansicht aus. Die Seite wird auf kleinen Displays – ob nun Tablets oder Smartphones – wesentlich übersichtlicher.

Genau das dürfte im Interesse der Zielgruppe und ihrer typischen Nutzungssituation sein. Viele Manager und Unternehmer greifen längst mobil – ob am Flughafen oder zwischen zwei Meetings – mal schnell zum Smartphone und wollen dann fix wissen, was passiert ist.

Noch sind die Überschriften der Hamburger für diesen neuen Ansatz etwas zu kurz. Sie müssten länger und erklärender sein. Aber das kommt sicherlich noch.

Zweite interessante Änderung ist der Umstand, dass die Hamburger nun zu jeder Story verraten, wie viele sie lesen. Warum sie das machen, ist nicht ganz ersichtlich. Zumindest die Konkurrenz wird das freuen, so sind die Rivalen immer auf den neuesten Stand, was gerade beim Manager Magazin läuft. Aber auch hier gilt: Der Business Insider macht das so ähnlich.

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Beim Manager Magazin steht unter jedem Text sein symbolisches Auge mit der Nutzer-Zahl. Bei den New Yorkern ist es eine Flamme, die anzeigt, wie beliebt ein Artikel ist.

Inhaltlich ist das Manager Magazin allerdings noch ein ganzes Stück vom Business Insider entfernt. Denn die New Yorker liefern einen sehr weitgefassten Mix aus eigenen Stücken und kuratierten Inhalten. Dabei fällt vor allem immer wieder ihre Treffsicherheit bei den Themen und die prägnanten Verkäufe der Storys auf.

Auch die Hamburger wollen künftig häufiger über den Tellerrand schauen und auf spannende Storys von anderen Wirtschaftsseiten verweisen. Das Ziel des Relaunches umreist der stellvertretender Chefredakteur des Manager Magazins, Sven Oliver Clausen: „Wer eine tagesaktuelle und präzise Einordnung des Wirtschaftsgeschehens sucht, für den ist unsere Website fortan eine echte Alternative. Wir bieten eine Zusammenstellung der wichtigsten und besten Wirtschaftsnews des Tages: schnell, meinungsstark und unterhaltsam. Damit ergänzen wir perfekt unser Agenda-Setting durch das Magazin.“

Interessant wird es sein zu beobachten, ob es dem Manager Magazin gelingt, sich etwas vom Traffic-Tropf von Spiegel Online zu befreien. So zählt das SpOn-Karriere-Ressort in der IVW-Ausweisung zum Wirtschaftsportal. Im Januar erreichten die Hamburger 9,08 Millionen Visits. Das ist im Vergleich zum Vorjahr (8,73 Millionen) ein leichtes Plus. Der PI-Anteil, den das Karriere-Ressort von Spiegel Online dabei ausmacht, lag dabei bei 39 Prozent. Der MM-Relaunch sollte nun jedoch den Mobil-Anteil erhöhen, was wiederum den SpOn-Anteil verringern würde.

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