RTL Group Bilanz 2014: Gewinn und Umsatz stagnieren auf hohem Niveau, Deutschland brummt

RTL Group CEOs Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt
RTL Group CEOs Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt

Fernsehen Bertelsmanns Cashcow, die RTL Group, meldet sich zum Geld-Rapport. Das Ergebnis für 2014 ist – sagen wir mal – OK. Erlöse und operative Gewinne stagnieren auf hohem Nivau. 2014 machte die RTL 5,808 Mrd. Euro Umsatz ( Vorjahr: 5,824). Der operative Gewinn (EBITA) lag bei 1,145 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,148). Als Zugpferd der Bilanz erwies sich […]

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Bertelsmanns Cashcow, die RTL Group, meldet sich zum Geld-Rapport. Das Ergebnis für 2014 ist – sagen wir mal – OK. Erlöse und operative Gewinne stagnieren auf hohem Nivau. 2014 machte die RTL 5,808 Mrd. Euro Umsatz ( Vorjahr: 5,824). Der operative Gewinn (EBITA) lag bei 1,145 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,148). Als Zugpferd der Bilanz erwies sich einmal mehr RTL Deutschland.

Die Mediengruppe RTL Deutschland erzielte 2014 sogar ihr bislang bestes Ergebnis: Der operative Gewinn (EBITA) stieg um 5 Prozent auf 650 Millionen Euro (2013: 619 Millionen Euro). Vor allem im zweiten Halbjahr zog das Geschäft mit der TV-Werbung noch einmal stark an. Frankreich, Belgien und Niederlande meldeten stagnierende Umsätze. Im RTL Sorgenland Ungarn musste ein Verlust von 1 Mio. Euro im EBITA verbucht werden. Im Jahr zuvor standen da noch 15 Mio. Euro Gewinn. Schuld seien vor allem Abschreibungen wegen der unseligen Werbesteuer in Ungarn.

Das zweite Sorgenkind in der RTL Bilanz ist der Produktionsarm FremantleMedia. Hier ging der operative Gewinn von 136 auf 113 Mio. Euro zurück. Als Gründe werden die Einstellung der Castingshow „X-Factor“ in den USA, niedrigere Erlöse bei „American Idol“ und Investitionen ins Digitalgeschäft genannt.

Unterm Strich ging der Nettogewinn der RTL Group von 870 auf 653 Millionen Euro zurück. Grund seien auch hier die bereits erwähnten Abschreibungen in Ungarn. Außerdem habe der Nettogewinn des Vorjahres einen positiven Sondereffekt enthalten. Gefallen wird der Rückgang den TV-Bossen von RTL trotzdem nicht. Zum Vergleich: ProSiebenSat.1 meldete vergangene Woche einen Nettogewinn von knapp 420 Mio. Euro, was einem Plus von gut 10 Prozent entspricht. Die RTL Group ist noch immer deutlich profitabler als die hiesige Konkurrenz, der Abstand schmilzt jedoch.

Und die bange Frage ist, wie lange kann RTL Deutschland sein Gewinn-Niveau halten? Bisher ist es noch nicht gelungen, neue, quotenstarke Formate zu etablieren, die die alten Zugpferde ersetzen. Das Schwächeln der aktuellen Staffel der Dschungelshow „Ich bin ein Star  – holt mich hier raus!“ (auf hohe Niveau) war ein erneutes Alarmsignal.

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Alle Kommentare

  1. Was für eine kranke Denke ist es, angesichts eines Gewinns von über einer Milliarde Euro zu schreiben: „Das Ergebnis für 2014 ist – sagen wir mal – OK“? Der Laden schmeißt absurd hohe Gewinne ab, während die Mitarbeiter, die sich dafür krumm machen, wie überall in der Medienbranche seit Jahren (inflationsbereinigt) bestenfalls stagnierende Gehälter und/oder Honorare bekommen.

  2. Der Kommerzsender RTL ist also die „Cashcow“ des Bertelsmannkonzerns, der wiederum zu drei Vierteln der Bertelsmann Stiftung gehört. Die Bertelsmann Stiftung hat sich mit ihrem schulpolitischen Engagement, also etwa für „soziales und persönliches Lernen“, für Inklusion oder für mehr Bildungsgerechtigkeit ein positives Image sogar bei vielen bildungspolitisch Engagierten erworben.

    Das bildungspolitische Engagement der Bertelsmann Stiftung ist aber schon deshalb unglaubwürdig, weil der Löwenanteil des Gewinns der an die Stiftung geht von einem Schmuddel-Sender kommt, dessen Einschaltquoten sich überwiegend aus seichter Unterhaltung, vor allem aber aus täglichen sog. Doku-Soaps besteht in denen Kindern und Jugendlichen eher asoziales Verhalten täglich vor Augen geführt wird. Durch verdummenden Fernsehkonsum der RTL-Programme werden junge Menschen vom von der Bertelsmann Stiftung angeblich angestrebten „persönlichen und sozialen Lernen“ gezielt abgehalten.

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