Anzeige

Forsa-Studie zeigt: Schock-Bilder bei „Tagesschau“ & Co. beunruhigen TV-Zuschauer

tagesschau_heutejournal_sat1-nachrichten.jpg

Negative News und schockierende Bilder haben Folgen: Die aktuellen Entwicklungen und ihre Darstellung in TV-Nachrichten bereiten Zuschauern Sorgen. Sie wünschen sich weniger drastische Foto- und Videoaufnahmen. Dies ergab eine Forsa-Studie im Auftrag der Hörzu. Die Ergebnisse verfestigen die Kritik an "Tagesschau" & Co.

Anzeige
Anzeige

Ebola, Putin, Ukraine-Krise: Werden deutsche Fernseh-Nachrichten immer drastischer? Viele Zuschauer finden: Ja! Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Programmzeitschrift Hörzu. 38 Prozent der Befragten hätten das Gefühl, dass die TV-Nachrichten in letzter Zeit immer schlimmer würden. Besonders gilt dies für Ostdeutsche (45 Prozent), für Frauen (41 Prozent) sowie für Zuschauer im Alter von 30 bis 44 Jahren (44 Prozent).

Schock-Fotos beunruhigen die Zuschauer

Die Studie belegt weiter, dass permanent beunruhigende News psychologische Folgen für die Zuschauer haben: 68 Prozent derjenigen, die die Nachrichten zunehmend als schockierend empfinden, bekennen: Die aktuelle Entwicklung macht uns Sorgen. Unter den Frauen ist der Anteil hier mit 74 Prozent besonders hoch, genau wie bei den Westdeutschen (69 Prozent), bei 45- bis 50-Jährigen (73 Prozent) und bei Menschen mit einem formal höheren Bildungsabschluss (70 Prozent).

Vor allem die schockierenden Bilder von negativen Nachrichten seien es, die die Menschen beunruhigen. Hörzu ließ fragen, ob aus Informationsgründen mehr schockierende Bilder gezeigt werden sollte und 70 Prozent der Befragten waren sich einig, dass die Redaktionen bewusst auf Schockfotos verzichten sollten. Gerade einmal 28 Prozent wünschen sich mehr schockierende Fotos und Videos.

Claus Kleber, Chef des ZDF-„heute-journals“ bestätigt die Studienergebnisse gegenüber Hörzu: „Es ist, als hätten die Frager von Forsa auch die Redaktion des ‚heute-journals‘ besucht. Denn auch wir sind besorgt darüber, wie Kriege, Krisen und Seuchen das Nachrichtenbild dominieren.“ Vor allem die Aktionen der islamistischen Extremisten von IS und Boko Haram würden die Journalisten auf eine schwierige Gratwanderung zwingen. „Wir dürfen das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“

Kritik an „Tagesschau“: Beiträge sind unkritisch
Anzeige

Deutsche Nachrichtensendungen stehen schon länger in der Kritik. Die Tageszusammenfassungen zu einem einzigen, festen Zeitpunkt seien veraltet und oft nicht vielseitig genug, so der Tenor. Der Nachrichtenstrom im Internet fließt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – viele Menschen brauchen abends keine Nachrichtensendung mehr. Zuletzt häuften sich vor allem die Beschwerden über die „Tagesschau„: Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisierte zum Beispiel in der FAS vom 1. Februar, dass vor allem die Hauptausgabe der ARD-Nachrichten zu einem Ritual verkommen sei, das mit immer gleichen Szenen eine Ikonografie der Macht pflege. Ähnlich hart fiel im Februar auch das Urteil des ARD-Reporters Christoph Maria Fröhder im Spiegel aus: Es handele sich bei den Beiträgen der „Tagesschau“ um „staatstragenden Journalismus“ und die Beiträge seien weitgehend unkritisch. Es würden bloß scheinbar relevante Fakten aneinandergefügt, anstatt sie zu hinterfragen.

„Tagesschau“-Chef Kai Gniffke reagierte auf diese Kritik und kündigte Veränderungen an: Es könne darauf hinauslaufen, dass die Redaktion in Zukunft die Zahl der Themen reduzieren wird, um die verbleibenden ausführlicher aufzubereiten. „Die Möglichkeiten für jedermann, unsere Arbeit zu überprüfen und nachzurecherchieren, haben sich durch das Internet und Soziale Netzwerke erheblich ausgeweitet“, so Gniffke.

Der Nachrichtenkonsum ändert sich auch durch die Sozialen Netzwerke: Zwar nicht für alle, aber für viele Menschen gehören News in ihren Facebook- und Twitter-Streams zum Grundrauschen. Auch diese ständige Informationsflut (negativer Nachrichten) und die Überpräsenz schockierender Foto- und Videoaufnahmen auf zahlreichen unterschiedlichen Kanälen könnten Gründe dafür sein, dass drastische Bilder immer schwerer zu ertragen sind.

Facebook-Algorithmus bevorzugt neuerdings Happy Stories

Auch Mark Zuckerberg hat bemerkt, dass positive Nachrichten offenbar besser ankommen: Der Facebook-Algorithmus bevorzugt seit dessen Überarbeitung journalistische Inhalte im Newsfeed sowie Meldungen, die glückliche Emotionen hervorrufen. Vielleicht auch deshalb verkündete die Chefredakteurin der Huffington Post, Arianna Huffington, im Januar die Initative „What’s working“: Die Berichterstattung über Happy Stories bei der Huffington Post sollen verdoppelt werden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Woher Frau Burgard-Arp Ihre Infos hat, scheint klar. Nicht klar ist, ob sie sie vrstanden hat, denn sie bemueht sich sichtlich, in das allgemeine Tageschau-Bashing einzufaedeln (schreibe hier auf einer US-Tastatur). Das Fernsehen soll nun etwa die Welt schoen schreiben und schoen zeigen, die Wirklichkeit also weichwaschen? Die Welt ist grausam wie sie ist und davon wird zu wenig gezeigt – ausfuehrlicher, strikter gegliedert, sprachgenaur, Foto- authentischer, realistischer und bei Bedarf kuerzer oder laenger muessten die Nachrichten sein und die Moderatorinnen – Gerster, Misoga etc – nicht wie Barbie-Puppen aussehen und so herumstolzieren. Das waere schon was.

  2. Woher die Aufregung?

    Den Gebühren-Schwätzern geht der Zuschauer sonst doch auch besonders großkotzig am Arsch vorbei – solange nicht FDP-BauBeiTit abgeschwenkt werden.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*