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Axel Springer-Bilanz: Die Börse senkt den Daumen

Es waren an sich solide Zahlen: Den Umsatz um 9 Prozent, den operativen Gewinn um 12 Prozent gesteigert und die Analystenerwartungen weitgehend erfüllt. Doch die Springer-Aktie kam gestern in Reaktion auf die Jahresbilanz an der Börse in der Spitze um rund sieben Prozent unter die Räder. Der Grund: Europas größter Digitalverlag hat bei der Dividende geknausert und belässt seine Ausschüttungen auf Vorjahresniveau.

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Gut war der Börse wieder einmal nicht gut genug. Dabei hatte die Axel Springer SE bei Vorlage der Jahresbilanz wieder einmal Grund für die üblich markigen Sprüche: „In Europa gibt es im Digital-Geschäft keinen größeren Verlag als Axel Springer“, erklärte Konzernchef Mathias Döpfner stolz auf der Bilanz-Pressekonferenz.

Was nicht dazu passt: Ein Kurssturz der Anteilsscheine in Reaktion auf das Zahlenwerk von in der Spitze sieben Prozent, ehe Schnäppchenjäger das Minus auf rund fünf Prozent begrenzten. „Das bereinigte operative Ergebnis lag unter den Erwartungen. Das deutet auf Margendruck hin“, nannte etwa Analyst Heino Ruland von Ruland Research gegenüber dem Handelsblatt einen Grund für die Marktverstimmung.

Ausbleibende Dividenden-Anhebung setzt Aktie unter Druck 

Ein anderer: Springer hat seine jährliche Dividende trotz der erfreulichen Geschäftsentwicklung nicht angehoben, sondern überraschend bei 1,80 Euro je Anteilsschein belassen. Das entspricht zwar immer noch einer sehr ordentlichen Dividendenrendite von aktuell 3,3 Prozent, doch der Markt hat bekanntlich immer Appetit auf mehr.

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Die von Bloomberg befragten Analysten hatten erwartet, dass Springer seine Ausschüttung an Aktionäre um vier Cent auf 1,84 Euro  anheben würde – und Anteilseigner damit an den Erlösen aus dem Verkauf der Regionalzeitungen an die Funke-Gruppe partizipieren lassen würde. Doch Konzernchef Döpfner wollte das Pulver offenkundig lieber für weitere Zukäufe trocken halten.

Springer-Aktie stellte erst zu Wochenbeginn Allzeithoch auf

Entsprechend schnell geriet die Springer-Aktie nach Handelsstart unter Druck und wurde in der Spitze bis auf auf 53 Euro durchgereicht. Es ist aber auch ein Kurssturz vom hohen Niveau. Die Springer SE, vergangenes Jahr mit einem Plus von 7 Prozent erfolgreichste Medienaktie der Nation, konnte Anteilseignern seit Jahresbeginn bis zum Wochenbeginn ein sattes Plus von 15 Prozent präsentieren – und damit mehr als der Leitindex Dax.

Tatsächlich zogen die Anteilsscheine in den vergangenen vier Monaten wie eine Fahnenstange nach oben ab: Um stolze 40 Prozent ging es aufwärts – von 41 Euro im vergangenen Oktober bis auf 58 Euro zu Wochenbeginn. Lohn der Kursrally: Die Springer-Aktie notierten am Montag auf den höchsten Stand seit dem Börsenlistung 1985.

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