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Springers Jahr 2014: Andere würden sich nach einer solchen Bilanz die Finger lecken

Der Verlagssitz des Axel Springer Konzerns in Berlin
Der Verlagssitz des Axel Springer Konzerns in Berlin

Die Axel Springer SE zeigt mit der Jahresbilanz 2014 einmal mehr, wie gut ein Medienunternehmen mitten im digitalen Wandel dastehen kann, wenn es gut gemanagt wird. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 3,038 Mrd. Euro. Der operative Gewinn kletterte um 11,6 Prozent auf 507,1 Mio. Euro. Trotz erster Digital-Erfolge bei Bild und Welt bleibt die Gretchenfrage aber, ob und wie sich Journalismus im digitalen Zeitalter finanzieren lässt.

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Die Zahl der bezahlten Digital-Abos bei Bild und Welt ist zunächst einmal beeindruckend. Stand Dezember 2014 meldet Springer für die Bild über 253.000 bezahlte Digital-Abonnenten, für die Welt knapp 58.000. Damit dürfte Springer in der deutschen Verlagswelt ganz weit vorne liegen. Der Umsatz im Segment Bezahlangebote kletterte in 2014 allerdings nur um 2,6 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro, bereinigt um Konsolidierungseffekte lag der Umsatz sogar 1,4 Prozent unter Vorjahr. Im Segment Bezahlangebote sind neben den Digital-Abos auch die Vertriebs- und Werbeerlöse der gedruckten Ausgaben der Bild- und Welt-Gruppe enthalten. Die reinen Vertriebserlöse sanken um 3,1 Prozent, wobei die Vertriebserlöse in Deutschland mit -0,1 Prozent stagnierten. Preiserhöhungen und steigenden Digital-Abos sei Dank. Der operative Gewinn (EBITDA) der Bezahlangebote lag mit 244,2 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 250,1 Mio. Euro.

Das bedeutet, dass – zumindest derzeit noch – die Erlöse der Print-Seite so stark sinken, dass Digital-Erlöse und Preiserhöhungen nicht in der Lage sind, dem journalistischen Unternehmenssegment stabiles Wachstum zu bescheren. Vielleicht wäre das in der andauernden Phase der Umstellung von Print hin zu Digital auch zu viel verlangt. Immerhin bekommt Springer den Shift von Print zu Digital ohne großes Grummeln in der Konzernbilanz hin. Das Gesamtunternehmen wächst ja sogar stark. Von der Einbindung des Nachrichtensenders N24 in die Welt-Gruppe und den für Frühjahr anvisierten Start einer europäischen Ausgabe des digitalen Politik-Magazins Politico erhofft sich Springer 2015 neue Impulse. Wir werden sehen.

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Die anderen Unternehmenszweige sind da sorgenfreier. Die Erlöse der digitalen Aktivitäten betrugen 2014 1,706 Mio. Euro (Vorjahr: 1,567 Mio. Euro). Die Auslandserlöse kletterten um 12,4 Prozent auf 1,309 Mrd. Euro. Damit erwirtschaftet Springer 43 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Die Werbeerlöse (Rubrikengeschäft und Vermarktung) stiegen um 10,8 Prozent auf 1,815 Mrd. Euro. Fast 75 Prozent davon wurden digital erwirtschaftet. Der Konzernüberschuss legte im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich um 31,9 Prozent auf 235,7 Mio. Euro zu. Andere Medienhäuser würden sich nach einer solchen Bilanz die Finger lecken.

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