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Smart-TVs: Daten werden ständig ungefragt übertragen

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Laut einer Untersuchung des Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) übermitteln Smart-TVs permanent Daten an Dritte – und zwar nicht nur bei Sprachsteuerung, sondern auch beim ganz normalen Fernsehen. Datenschützer fordern nun eine anonyme Nutzung in den Grundeinstellungen der Geräte.

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Vor wenigen Wochen hat Samsung mit einer Warnung Schlagzeilen gemacht: Smart-TVs würden private oder sensible Informationen via Spracherkennung aufzeichnen und an Dritte übermitteln. Offenbar zeichnen die Geräten von Samsung jedes gesprochene Wort auf – und leiten diese Informationen weiter. In den Nutzungsbedinungen des Elektronikkonzerns heißt es: „Aussagen, die persönliche oder andere sensible Informationen beinhalten, werden gemeinsam mit anderen Daten gespeichert und an Dritte übermittelt. Dies ist Teil der Spracherkennungstechnik, die von externen Parteien genutzt wird.“ Der Konzern selbst gab zwar Entwarnung und betonte, die Nutzer müssten erst per Knopfdruck auf der Fernbedienung eine Suchanfrage über Sprachbefehl aktivierten. Erst dann würden Tonaufnahmen an Drittanbieter übermittelt. Ausdrücklich nur für diesen Fall sei die Warnung in den Nutzungsbedingungen gedacht.

Doch offensichtlich ist das An- und Ausschalten der Sprachsteuerung nicht das einzige Problem beim Datenschutz. Wie Netzpolitik.org berichtet, hat das BayLDA in einer Prüfung herausgefunden, dass bei bestehender Internetverbindung persönliche Daten an Server der TV-Hersteller, Fernsehsender und Drittanbieter gesendet würden – und zwar beim „normalen“ Fernsehen, ohne Sprachsteuerung. Geräte von 13 Herstellern wurden dafür untersucht.

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In dem Beitrag von Netzpolitik heißt es weiter: „Daten werden nicht nur bei der Nutzung von Apps und Zusatzdiensten übermittelt, für die eine Internetverbindung notwendig ist. Auch bei einfachen Vorgängen wie der Inbetriebnahme des Gerätes, der Wiedergabe von externen Inhalten über Speichermedien oder das Wechseln des TV-Senders werden Nutzerinformationen an Server übertragen.“ Die unterschiedlichen Verbindungen würden dabei nur teilweise verschlüsselt: Lediglich bei sechs der dreizehn Herstellern erhielte der Nutzer überhaupt einen Hinweis auf die Datenschutzbestimmungen. Aus diesen ginge jedoch in der Regel nicht genau hervor, welche Daten an wen übermittelt wurden.

Heise Online zitiert den bayerische Landesdatenschützer Thomas Kranig: „Es darf nicht sein, dass die Unternehmen, die unrechtmäßig erhobene personenbezogene Daten zu Geld machen, dadurch die Produktion ihrer Fernsehgeräte subventionieren und billiger auf den Markt bringen können.“ Laut der Nachrichten-Webseite würden die zuständigen Behörden mit den Herstellern in Kontakt treten, „um offen Fragen zu klären und festzulegen, was diese unternehmen müssen, damit die Geräte datenschutzkonform berieben werden.“ Datenschützer bestünden darauf, dass Zuschauer das Gerät per Grundeinstellung anonym nutzen können.

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