Radio-MA: die Top-Sender und wichtigen Entwicklungen in allen 16 Bundesländern

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse
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Audio Spannender als der Blick auf das Gesamt-Ranking der deutschen Radiosender ist bei jeder MA die Analyse der einzelnen Bundesländer. Hier zeigt sich, wie die Sender im Vergleich zu ihren direkten Konkurrenten abschneiden. MEEDIA blickt wie immer auf die Rankings - und wichtigsten Entwicklungen - in den 16 Ländern.

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Beginnen wir mit unserer Reise durch Radio-Deutschland im hohen Norden. In Schleswig-Holstein gibt es einen Führungswechsel, den die neue Nummer 1 aber wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge registrieren wird. Denn: R.SH überholte NDR 2 zwar wieder, allerdings nicht, weil man Hörer hinzu gewonnen hat, sondern nur weil man weniger verloren hat als der öffentlich-rechtliche Konkurrent. NDR 2 ist mit einem Minus von 11,2% der große Verlierer in Schleswig-Holstein, neues Publikum begrüßt hat in der Top 5 einzig N-Joy auf Platz 4. Radio Hamburg ist zudem neu in der Top 5, hat das delta radio verdrängt, das mit einem Minus von 7,7% auf 193.000 Hörer pro Tag gefallen ist.

An dieser Stelle der Hinweis: Im Gegensatz zu unserer allgemeinen MA-Analyse mit dem Sender-Gesamt-Ranking schauen wir bei unserem Blick in die Länder nicht auf die Hörer pro Durchschnittsstunde, sondern auf die Tagesreichweiten. Dadurch können auch Sender in die Wertung kommen, die keine Werbung ausstrahlen, sodass ein tatsächliches Popularitäts-Ranking aller Anbieter entsteht.

In Hamburg hat NDR 2 nicht so deutlich verloren, sogar weniger als die anderen Sender der Top 4. Marktfüjhrer bleibt trotz des 7,8%-Rückgangs Radio Hamburg – weiterhin mit recht komfortablem Vorsprung vor NDR 2. Heftige 19,7% büßte N-Joy ein, der einzige Gewinner in der Top 5 ist NDR Info mit einem kleinen Plus von immerhin 2,4%. Hamburg 2, als Oldie 95 bei der vorigen MA noch in der Top 5, verlor 18% seiner Tagesreichweite und findet sich mit 82.000 nun nur noch auf Platz 6.

Der große Verlierer in Niedersachsen heißt radio ffn. Satte 160.000 Leute weniger hörten den größten Privatsender des Landes pro Werktag – ein Minus von 10,7% gegenüber der ma 2014 II. NDR 2 – in Schlewsig-Holstein ja ein so großer Verlierer – gewann in Niedersachsen sogar Hörer hinzu und übernahm die Spitze der Sender-Charts von NDR 1 Niedersachsen. Ebenfalls im Plus – N-Joy, dessen Hörerzahlen in Hamburg so deutlich einbrachen.

In Bremen dürften unterdessen bei Energy Bremen die Sektkorken knallen. Mit einer Tagesreichweite von 104.000 Hörern übersprang man die 100.000er-Marke, verzeichnet ein Plus von sage und schreibe 25,3% und rückt sogar den Platzhirschen Bremen Eins und Bremen Vier auf die Pelle. Die tauschten unterdessen die Plätze, weil Bremen Eins 5.000 Hörer gewonnen, Bremen Vier aber 15.000 verloren hat.

Radio-MA 2015 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2015 I vs. 2014 II
Schleswig-Holstein
1 R.SH Radio Schleswig-Holstein 608.000 -13.000 -2,1%
2 NDR 2 602.000 -76.000 -11,2%
3 NDR 1 Welle Nord 500.000 -2.000 -0,4%
4 N-Joy 321.000 6.000 1,9%
5 Radio Hamburg 197.000 -6.000 -3,0%
Hamburg
1 Radio Hamburg 320.000 -27.000 -7,8%
2 NDR 2 258.000 -10.000 -3,9%
3 NDR 90,3 235.000 -23.000 -8,9%
4 N-Joy 110.000 -27.000 -19,7%
5 NDR Info 86.000 2.000 2,4%
Niedersachsen
1 NDR 2 1.580.000 20.000 1,3%
2 NDR 1 Niedersachsen 1.576.000 -77.000 -4,7%
3 radio ffn 1.333.000 -160.000 -10,7%
4 Antenne Niedersachsen 924.000 -25.000 -2,6%
5 N-Joy 674.000 22.000 3,4%
Bremen
1 Bremen Eins 131.000 5.000 4,0%
2 Bremen Vier 130.000 -15.000 -10,3%
3 Energy Bremen 104.000 21.000 25,3%
4 NDR 1 Niedersachsen 46.000 -16.000 -25,8%
5 NDR 2 45.000 -9.000 -16,7%
*Tagesreichweiten (Mo.-Fr.)
Daten-Quelle: ma 2015 Radio I / Tabelle: MEEDIA

In Nordrhein-Westfalen zieht der Lokalsender-Verbund radio NRW weiter einsam seine Runden. Er baute seinen Vorsprung sogar noch aus, gewann in einem ansonsten rückläufigen Markt 20.000 Hörer hinzu. Die WDR-Kanäle verabschiedeten sich hingegen allesamt notgedrungen von Publikum – vor allem für WDR 4 und WDR 5 ging es deutlich bergab – um jeweils mehr als 10%. Der erste Gewinner findet sich abseits von radio NRW auf Platz 6: SWR3 gewann in Nordrhein-Westfalen 11,4% hinzu und erreicht dort nun 372.000 Leute pro Tag.

Die Top 5 Hessens büßte in der neuesten ma komplett Hörer ein. Am deutlichsten hr3, das um 12,8% bzw. 144.000 Hörer pro Werktag nach unten fiel. Zwar gehört auch Hit Radio FFH zu den Verlierern, doch dank der größeren Verluste bei hr3 baute der Privatsender seinen Vorsprung sogar aus. Lichtblick beim hr: You FM, das auf Platz 6 ein Plus von 14,2% auf nun 401.000 Hörer verzeichnet. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte You FM demnächst planet radio auf der Top 5 schmeißen.

Auch in Rheinland-Pfalz bleibt auf den ersten fünf Plätzen alles beim Alten – keine Verschiebungen. Marktführer SWR3 gingen auch nur 3.000 Hörer abhanden – ein Mini-Minus von 0,3%. Deutlicher bergab ging es für RPR1. und SWR1 RP – mit Verlisten von jeweils mehr als 12%. Einziger Aufsteiger in der Top 5: bigFM, das seine Tagesreichweite um 29.000 steigerte.

In Baden-Württemberg verlieren unterdessen die Öffentlich-Rechtlichen, während die großen Privatsender Hörer gewinnen. So ging es für antenne 1 um 5,1% nach oben, für Radio Regenbogen sogar um 9,8%. Auch bigFM verbesserte sich auf Platz 6 um 5,8% auf 693.000 Hörer. SWR3, SWR4 und SWR1 büßten hingegen Reichweite ein, bleiben aber dennoch mit klarem Vorsprung auf den Rängen 1 bis 3.

Radio-MA 2015 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2015 I vs. 2014 II
Nordrhein-Westfalen
1 radio NRW 5.245.000 20.000 0,4%
2 1Live 3.659.000 -87.000 -2,3%
3 WDR 2 3.464.000 -110.000 -3,1%
4 WDR 4 1.919.000 -227.000 -10,6%
5 WDR 5 584.000 -116.000 -16,6%
Hessen
1 Hit Radio FFH 1.376.000 -97.000 -6,6%
2 hr3 977.000 -144.000 -12,8%
3 hr4 637.000 -57.000 -8,2%
4 hr1 497.000 -52.000 -9,5%
5 planet radio 420.000 -6.000 -1,4%
Rheinland-Pfalz
1 SWR3 856.000 -3.000 -0,3%
2 RPR1. 535.000 -91.000 -14,5%
3 SWR1 RP 459.000 -65.000 -12,4%
4 SWR4 RP 451.000 -31.000 -6,4%
5 bigFM Hot Music Radio 431.000 29.000 7,2%
Baden-Württemberg
1 SWR3 2.437.000 -81.000 -3,2%
2 SWR4 BW 1.464.000 -41.000 -2,7%
3 SWR1 BW 1.333.000 -63.000 -4,5%
4 antenne 1 790.000 38.000 5,1%
5 Radio Regenbogen 787.000 70.000 9,8%
*Tagesreichweiten (Mo.-Fr.)
Daten-Quelle: ma 2015 Radio I / Tabelle: MEEDIA

Gegen den Bundes-Trend gibt es in Bayern mehr Gewinner als Verlierer. Vor allem Bayern 3 steigerte sein Publikum massiv um 230.000 Hörer bzw. 10,1%. Zwar bleibt der Sender damit auf Platz 4, rückt aber näher an das Bayern-Funkpaket und Bayern 1 heran. Das Funkpaket überholte Bayern 1 dabei wegen eines kleinen Zuwaches. Die Nummer bleibt aber Antenne Bayern – mit 92.000 zusätzlichen Hörern steigerte man die Tagesreichweite auf 3,847 Mio. Weitere deutliche Gewinner finden sich auf den Plätzen 7 und 10: Energy München gewann 20,4% auf nun 337.000 Hörer hinzu, Rock Antenne steigerte sich um 34,2% auf 216.000.

Im kleinen Saarland führt wie gehabt Radio Salü den Markt an. 286.000 Hörer erreicht der Sender pro Werktag – 22.000 weniger als bei der vorigen ma. Gewonnen hat hingegen die SR 1 Europawelle, der Rückstand auf Rasio Salü bleibt aber deutlich. Auch bigFM Saarland legte auf Platz 5 zu.

Im wohl umkämpftesten Radiomarkt Berlin gibt es wie in fast jeder ma-Ausgabe große Verwerfungen. Marktführer bleibt trotz einem Minus von 3,7% zwar weiterhin klar 104.6 RTL – und auch radioBerlin 88,8 bestätigte trotz des Rückgangs um 7,2% den zweiten Platz, dahinter tut sich aber viel. So machten 105’5 Spreeradio und der Berliner Rundfunk 91,4 jeweils zwei Plätze gut und sprangen mit deutlichen Zuwächsen von 5 auf 3, bzw. 6 auf 4. 94,3 rs2 rutschte dafür von 3 auf 5 und radioeins fiel sogar aus der Top 5 heraus. Ebenfalls deutlich im Minus: 98,8 Kiss FM mit -15,0% und nun erreichten 170.000 Hörern auf Platz 7.

In der vorigen ma der große Gewinner, diesmal der große Verlierer: Brandenburgs Nummer 1 BB Radio hat sein Plus aus der ma 2014 II nun wieder verloren, bleibt mit genau 500.000 Hörern aber weiterhin vor Antenne Brandenburg, das wiederum nur minimal verlor. Nach oben ging es hingegen die drei anderen Sender der Top 5: Vor allem Fritz und 94,3 rs2 gewannen massiv Hörer hinzu.

Radio-MA 2015 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2015 I vs. 2014 II
Bayern
1 Antenne Bayern 3.847.000 92.000 2,5%
2 Bayern-Funkpaket 2.619.000 6.000 0,2%
3 Bayern 1 2.573.000 -81.000 -3,1%
4 Bayern 3 2.515.000 230.000 10,1%
5 B5 aktuell 527.000 -65.000 -11,0%
Saarland
1 Radio Salü 286.000 -22.000 -7,1%
2 SR 1 Europawelle 217.000 17.000 8,5%
3 SR 3 Saarlandwelle 186.000 -7.000 -3,6%
4 Das Ding / 103.7 Unser Ding 99.000 -7.000 -6,6%
5 bigFM Saarland 54.000 1.000 1,9%
Berlin
1 104.6 RTL 419.000 -16.000 -3,7%
2 radioBerlin 88,8 271.000 -21.000 -7,2%
3 105’5 Spreeradio 241.000 23.000 10,6%
4 Berliner Rundfunk 91.4 238.000 38.000 19,0%
5 94,3 rs2 223.000 -27.000 -10,8%
Brandenburg
1 BB Radio 500.000 -51.000 -9,3%
2 Antenne Brandenburg 476.000 -2.000 -0,4%
3 104.6 RTL 288.000 15.000 5,5%
4 Fritz 204.000 32.000 18,6%
5 94,3 rs2 180.000 25.000 16,1%
*Tagesreichweiten (Mo.-Fr.)
Daten-Quelle: ma 2015 Radio I / Tabelle: MEEDIA

Klar ausbauen konnte die Nummer 1 in Mecklenburg-Vorpommern ihren Vorsprung. 550.000 Hörer erreicht die Ostseewelle Hit-Radio MV nun – ein sattes Plus von 41.000 bzw. 8,1%. Die Nummer 2, NDR 1 Radio MV, büßte gleichzeitig 36.000 Hörer ein, sodass der Ostseewellen-Vorsprung auf deutlich über 100.000 wuchs. Größter Verlierer ist aber Antenne MV mit einem Minus von 16,0%, kräftig hinzu gewonnen hat vor allem N-Joy mit einem Plus von mehr als 21%.

Fast im Gleichschritt verlor das Top-Trio Sachsens Hörer. Zwischen 6,2% und 7,0% büßten mdr 1 Radio Sachsen, Radio PSR und das Sachsen-Funkpaket Publikum ein. mdr 1 bleibt damit klare Nummer 1 – mit 1,145 Mio. Hörern pro Werktag. Noch deutlicher nach unten ging es für MDR Jump, das wegen des 13,2%-Rückgangs auch von Platz 3 auf 5 rutschte und das Sachsen-Funkpaket, sowie R.SA den Vortritt lassen musste. R.SA ist auch der einzige Gewinner in der Top 5.

Spannend geht es in Sachsen-Anhalt zu. Dort verlor der Marktführer radio SAW nämlich satte 10,2% – und das offenbar zugunsten aller anderen Top-Sender. Radio Brocken gewann auf Platz 2 nämlich ebenso wie mdr Sachsen-Anhalt, 89.0 RTL und MDR Jump auf den Rängen 3 bis 5 Reichweite hinzu. Größter Gewinner ist dabei 89.0 RTL, das sich auch von 5 auf 4 verbesserte. Ein weiterer Gewinner folgt auf Platz 6: MDR Sputnik steigerte sich um 10,1% auf 185.000 Hörer pro Werktag.

Genau umgekehrt sieht es in Thüringen aus. Hier gewann der Marktführer, während die Verfolger Hörer einbüßten. Allerdings: Der Marktführer ist erst durch sein Wachstum zur Nummer 1 geworden, denn in der vorigen ma hieß die Nummer 1 nicht mdr Thüringen, sondern Antenne Thüringen. Antenne verlor allerdings 5,9%, während der mdr 13,8% hinzu gewann. Der größte Absteiger Thüringens ist allerdings die LandesWelle Thüringen mit einem dramatischen Minus von 31,9%, nach oben ging es neben mdr Thüringen auch für das fünftplatzierte 89.0 RTL.

Radio-MA 2015 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2015 I vs. 2014 II
Mecklenburg-Vorpommern
1 Ostseewelle Hit-Radio MV 550.000 41.000 8,1%
2 NDR 1 Radio MV 431.000 -36.000 -7,7%
3 Antenne MV 310.000 -59.000 -16,0%
4 NDR 2 194.000 10.000 5,4%
5 N-Joy 177.000 31.000 21,2%
Sachsen
1 mdr 1 Radio Sachsen 1.145.000 -86.000 -7,0%
2 Radio PSR 574.000 -43.000 -7,0%
3 Sachsen-Funkpaket 512.000 -34.000 -6,2%
4 R.SA 489.000 29.000 6,3%
5 mdr Jump 488.000 -74.000 -13,2%
Sachsen-Anhalt
1 radio SAW 651.000 -74.000 -10,2%
2 Radio Brocken 470.000 33.000 7,6%
3 mdr Sachsen-Anhalt 441.000 9.000 2,1%
4 89.0 RTL 264.000 43.000 19,5%
5 mdr Jump 256.000 24.000 10,3%
Thüringen
1 mdr Thüringen 552.000 67.000 13,8%
2 Antenne Thüringen 495.000 -31.000 -5,9%
3 mdr Jump 410.000 -39.000 -8,7%
4 LandesWelle Thüringen 218.000 -102.000 -31,9%
5 89.0 RTL 173.000 8.000 4,8%
*Tagesreichweiten (Mo.-Fr.)
Daten-Quelle: ma 2015 Radio I / Tabelle: MEEDIA

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