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Apple-Boss Cook in der BamS: „Umsatz, Marktanteile und Gewinne sind zweitrangig“

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Das Interview ist der Scoop, nicht dessen Inhalt: Apple-Boss Tim Cook hat erstmals ausführlich mit einer deutschen Zeitung gesprochen. Er wählte dazu allerdings nicht den Spiegel, den Stern oder die FAZ, sondern die Bild am Sonntag. In dem Gespräch ging es natürlich um die Apple-Watch, Steve Jobs, das iCar und seine Verbundenheit mit dem deutschen Datenschutz-Bedürfnis.

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„Ich fühle mich den Deutschen sehr nah“, merkte der 54-Jährige etwas pathetisch in Sachen Schutz der eigenen Daten an. Gerade dieses Feld bietet Apple allerdings auch immer wieder die Chance, genüsslich in Richtung Google und Facebook zu sticheln. Genau das tat Cook in der Bild am Sonntag dann auch, als er sagte, dass Apple nicht die E-Mails oder Textnachrichten seiner Nutzer mitlese. „Wir finden es inakzeptabel, wenn jemand das tut“. Im Gegensatz zu vielen Web-Konkurrenten sei eben bei Apple der Nutzer nicht zugleich das Produkt.

Cook versicherte zudem, dass ihm Gewinne egal seien. „Umsatz ist zweitrangig, Marktanteile sind zweitrangig, Gewinne sind zweitrangig. Das wichtigste ist, sich darauf zu konzentrieren, großartige Produkte zu bauen“. Nach der Lektüre des Bild am Sonntag-Interviews, das kritische Fragen aussparte, dürften nicht wenige Leser geneigt sein, dem Nachfolger von Steve Jobs das auch zu glauben.

Denn es gibt kaum ein Unternehmen, das die Liebe zu einem Produkt ähnlich vorlebt wie Apple. Auf der anderen Seite ist (fast) alles, was die US-Amerikaner in Angriff nehmen, auch ein großes Geschäft. So steht der 54-Jährige dem wertvollsten Unternehmen der Welt vor. Der Börsenwert liegt bei rund 759 Milliarden Dollar, und der Gewinn pro Tag bei 200 Millionen.

Natürlich ging es in dem Interview auch um die Apple Watch, die wohl am 9. März vorgestellt wird. Cook selbst erschien mit der Edelstahl-Variante mit einem weißen Sportarmband. Wortreich schilderte er zudem noch den praktischen Einsatz der neuen Uhr zu Erfassung der persönlichen Fitness- und Gesundheitsdaten. So erfuhr der interessierte Leser gleich noch, dass der Top-Manager jede Nacht um 3.45 Uhr aufsteht. Erst eine Stunde E-Mails beantwortet, dann ins Gym geht, um dann gegen 6.30 Uhr im Büro zu erscheinen.

Der Besuch bei Bild war Teil eines Deutschland-Tages, den Cook in der vergangenen Woche eingelegt hatte. Erst hatte der US-Amerikaner den Glas-Produzenten Seele im bayerischen Augsburg besucht und dann die Kanzlerin. Die Bayern produzieren die Fenster für das neue Firmen-Headquarter. Am Ende des Trips twitterte der CEO: „Das war großartig“.

Die BamS frage auch nach den angeblichen Plänen zu einem iCar. Cook sehr schmallippige Antwort: „Ich habe die Gerüchte gelesen. Ich kann das nicht kommentieren.“

An den Kiosken kommt es an diesem Wochenende nun zu einem interessanten Duell. Der Spiegel liegt mit einem kritischen Silicon Valley-Titel („Die Weltregierung“) im Regal und die Bild am Sonntag mit einem freundlichen, aber exklusiven Tim Cook-Interview daneben. Jetzt entscheidet der Leser.

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