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Teures Vergnügen: Premium-Dienst Tinder Plus ruiniert Dating-App

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Für ein Jahr war es der vermeintlich schnellste Weg zum Seitensprung: Die Dating-App Tinder, bei der im Idealfall ein Klick zur Bekanntschaft reicht. Allein zwei Millionen Bundesbürger jagen auf Tinder nach einem Abenteuer. Doch das schnelle Wachstum soll nun endlich monetarisiert werden. Also führt das rund zwei Jahre alte Start-up nun die Premium-Variante Tinder Plus ein, von der die Wall Street-Institution Morgan Stanley allerdings wenig überzeugt ist.

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Der besten Dinge in der Welt gibt es bekanntlich kostenlos – Janet Jackson wusste das ebenso wie Steve Jobs. Das gilt für die schönste Nebensache bekanntlich ebenso wie für die mobile Kuppel-App Tinder, die Millionen Nutzer zusammenführte.

Spätestens seit den Olympischen Winterspielen vor einem Jahr in Sotschi avancierte Tinder vom Geheimtipp zur Dating-App für die Massen. Warum groß drum herumreden, wenn es ein Klick tut? Olympioniken haben schließlich vorgemacht, wie es geht.

„Tinder ist die nächste Ebene“, erklärte etwa Jamie Anderson, Goldmedaillen-Gewinnerin  im Slopestyle-Snowboarding. Derselben Meinung war auch die Neuseeländerin Rebecca Torr, die bereits vor dem Wettkampf unmissverständlich klarmachte: „Ich kann es gar nicht erwarten, im Olympischen Dorf zu tindern“.

Enormer Boom nach den Olympischen Winterspielen in Sotschi

Das Bekenntnis zum Hedonismus zeigt Wirkung: Was die Athleten im Olympischen Dorf anstellen, wollten Nutzer rund um den Erdball schon lange. Das 2012 gelaunchte Tinder („It’s like real life, but better“) boomte im vergangenen Jahr wie kaum eine zweite App. Um 400 Prozent sind die Neuanmeldungen während Sotschi in die Höhe geschossen.

Das Dating-Prinzip ist dabei schnell erklärt: Tinder zeigt Singles in der nächsten Umgebung an: Mit einem Klick signalisiert man Kontaktbereitschaft, bei gegenseitigem Gefallen wird der Kontakt hergestellt („Match“).  Seit Anfang Februar sind die Suchmöglichkeiten noch ausgefeilter – wenn man denn bereit ist, mit einem In-App-Kauf für den neuen Premium-Dienst Tinder Plus Geld auszugeben.

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Teuer Tinder-Spaß: Die nächsten Dates in fremden Städten auskundschaften  

Wer 4 Euro auf dem iPhone oder sogar happige 10 Euro auf dem iPad im Monat investiert, kann via Tinder Plus künftig auch in anderen Städten suchen – und so den nächsten City-Trip oder die nächste Geschäftsreise entsprechend vorbereiten. Auch können Swipes für Premium-Kunden rückgängig gemacht werden.

Wer künftig indes kostenlos tindern will, muss sich auf eine limitierte Swiping-Auswahl einstellen – das Tinder-Vergnügen wird eingeschränkt („You’re out of Dates“). Der sanfte Druck zum In-App-Kauf verärgert Tinder-Nutzer in Europa, wo das neue Premium-Feature in diesen Tagen ausgerollt wird, zunehmend, wie der Business Insider dokumentiert.

Auch die Wall Street hat wenig Verständnis für den Schritt. „Tinder wird wenig Erfolg mit der Monetarisierung durch ein Abo-Modell haben“, watscht Morgan Stanley die Hype-App ab, die zum Internet-Konglomerat IAC zählt und inzwischen mit einer Milliarde Dollar bewertet wird. „Nach unserem Modell werden höchstens fünf bis sechs Prozent der Nutzer für Tinder bezahlen“, glaubt Morgan Stanley. In den USA wird der große Rollout von Tinder Plus im März erwartet.

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Alle Kommentare

  1. Tinder war nie ein Start up sondern gehört zum selben Konzern wie match.com und okcupid.com

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