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Allerbeste Kauflaune: ProSiebenSat.1 mit Rekordzahlen für 2014 und blendenden Aussichten

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Krise, welche Krise? Während aus vielen Print-Häusern (nicht allen!) Rufe des Wehklagens kommen, präsentieren sich das TV-Konglomerat ProSiebenSat.1 Media AG stark wie nie. Die meldet für 2014 schon wieder Rekorde in Umsatz und Ergebnis. Erlöse stiegen um 10,4% auf 2,88 Mrd Euro. Der operative Gewinn (EBITDA) kletterte um 7,2% auf 847 Mio. Euro. 500 Mio. Euro stehen für Zukäufe bereit.

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Die P7S1-Gruppe ist ohne Zweifel prima aufgestellt und der Vorstand platzt fast vor Selbstbewusstsein. Kein Wunder, bei so einem Zahlenwerk. Wachstum in allen Segmenten, unterm Strich stieg der Konzernüberschuss um 10,3 Prozent auf 418,9 Mio. Euro.

33,6% der Erlöse werden schon jetzt jenseits der TV-Werbung gemacht (im Vorjahr waren es noch 28,6%). Die Strategie des Entertainment-Gemischtwarenladens bei ProSiebenSat.1 geht voll auf. Das Haus wahrt Kostendisziplin, etablierte clevere neue Werbemodelle, bei denen Unternehmensanteile gegen Werbezeiten „getauscht“ werden (Share for Revenue) und man suchte und fand eine geringere Abhängigkeit vom bisweilen arg volatilen Geschäft mit der TV-Werbung. Für Zukäufe stehen bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung, Vorstandschef Thomas Ebeling betont aber gerne, dass man sehr aufs Preis-Leistungsverhältnis achten werde. Und: lieber mehrere kleine bis mittlere Investments statt alles auf eine Karte setzen. Aber wer weiß? P7S1 präsentiert sich jedenfalls in Kauflaune.

Im Brot- und Butter-Business Deutsches Werbefernsehen kletterten die Erlöse um 3,2% auf 2,063 Mrd. Euro, der operative Gewinn lag hier bei 702,8 Mio. Euro (+3,6%). Fast noch wichtiger: Die P7S1-Group konnte ihren Gesamt-Marktanteil bei den Zuschauern auf 28,7% steigern, obwohl die öffentlich-rechtlichen mit den Olympischen Winterspielen und der Fußball-WM in Brasilien viel vom Aufmerksamkeitskuchen wegknabberten.

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Auch der Brutto-Marktanteil bei der TV-Werbung stieg, und zwar von 43,6% auf 44%, unter den Werbekunden seien dabei über 100 Neukunden gewesen, die noch nie TV-Werbung geschaltet hatten. Hier ist es kein Geheimnis, dass TV in den Gewässern von Print fischt. Gerade die kleineren Spartensender wie sixx zielen bei der Werbung auf Kunden, die sonst auch zum Beispiel in Frauenzeitschriften geschaltet hätten. Die kleinen Sender bieten ein erwartbares Themenumfeld, eine klar umrissene Zielgruppe und – damit brüsten sich die TV-Manager gerne – eine bessere Planbarkeit als Print. Verlagsmanager schauen mit der geballten Faust in der Hosentasche zu und haben noch kein rechtes Gegenmittel gegen den Cash-Drain von Print zu TV gefunden.

Bei ProSiebenSat.1 sind sie jedenfalls voller Tatendrang und bester Laune. Die neue Sat.1-Show „Newtopia“ ist vielversprechend angelaufen, bei RTL zeigte das sonst im Januar für die Konkurrenz so lästige Dschungelcamp Schwächen, es werde in neue Inhalte, vor allem TV-Serien, so viel investiert wie noch nie. Auch 2015 sollen Umsatz und Ergebnis wieder deutlich wachsen. Die 2015er-Ziele wurden jedenfalls schon mit der 2014er-Bilanz erreicht.

Kleine aber bedeutsame News am Rande: Maxdome, das Video-on-Demand-Angebot der Gruppe, hat Verträge mit den Kabelnetzbetreibern Unity Media und Kabel BW geschlossen. Damit wird Maxdome fester Bestandteil des Angebots der beiden Firmen und ist direkt auf den Settop-Boxen der Kabel-Betreiber vorinstalliert. Ein Wettbewerbsvorteil gegenüber dem New Kid on the Block Netflix.

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