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„Newtopia“ in den Niederlanden: die Gründe für den Erfolg

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Das Original der Reality-Show "Newtopia" läuft in den Niederlanden unter dem Namen "Utopia" mit riesigem Erfolg: Auch nach über einem Jahr bekommen die Zuschauer nicht genug – und die Bewohner wollen ihre neue Welt nicht verlassen. Woher kommt der Erfolg? Und warum ist die Show in den USA gefloppt?

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Am Montag Abend startete die deutsche Version der Reality Show „Utopia“ bei Sat.1. Der Name wurde zwar aus rechtlichen Gründen in „Newtopia“ geändert; das Konzept ist jedoch das gleiche. Die Macher kündigten die Sendung als „größtes TV-Experiment aller Zeiten“ an. In den Niederlanden läuft „Utopia“ auch tatsächlich mit riesigem Erfolg: Im Januar 2014 startete die Show mit beeindruckenden 1,5 Millionen Zuschauern und 21,6 Prozent Marktanteil. Nach ein paar Wochen pendelte sich die Reichweite auf etwas über einer Millionen Zuschauer ein; für einen relativ kleinen Sender wie SBS6 und knapp 17 Mio. Einwohnern in den Niederlanden ein beachtlicher Wert.

Der Erfinder der Show, John de Mol, hat sie unter anderem auch in die USA verkauft – doch dort ist „Utopia“ gnadenlos gefloppt. Der US-Sender Fox setze sie nach nur acht Wochen wegen schlechter Quoten ab. Die Businessweek schätzte den finanziellen Schaden auf 50 Millionen Dollar und sagte das Ende des Reality-TVs voraus.

Doch warum ist die Show in den USA gefloppt, obwohl sie in den Niederlanden derart erfolgreich läuft? John de Mol ist das Wunderkind der Reality-Formate: Shows wie einst „Traumhochzeit“, „Big Brother“ und aktuell „The Voice“ machten ihn weltberühmt und reich – und garantierten den Sendern, die diese Formate gekauft haben, in den meisten Fällen Traumquoten. Doch die Verantwortlichen in den USA haben sich nicht an de Mols Spielregeln gehalten und das Konzept leicht verändert. Statt täglich zu senden, kürzte Fox „Utopia“ wegen schlechter Quoten schnell auf zwei Ausstrahlungen in der Woche, sendete zuletzt sogar nur noch einmal wöchentlich. Eine Zuschauerbindung war so kaum noch möglich, schließlich leben gerade Formate wie „Big Brother“ und „Utopia“ vom täglichen Update – von der täglichen Befriedigung des Zuschauer-Voyeurismus.

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In den Niederlanden hingegen sind die Zuschauer nach wie vor begeistert und die Bewohner derart zufrieden, dass „Utopia“ nun verlängert wurde. Gegenüber Zeit Online erklärte der Produktionsleiter der deutschen Version Matthias Wolf: „Die niederländischen Kandidaten fühlen sich mittlerweile so wohl in ihrer eigenen Welt, dass sie gar nicht mehr raus wollen. Sie leben jetzt schon zwei Monate länger in Utopia, als ursprünglich vorgesehen.“

John de Mol ist sicher: Den Erfolg bringen die echten Menschen; der Querschnitt durch die Gesellschaft. Im Gespräch mit DWDL betonte er: „Ich glaube sowieso nicht an Promi-Versionen von ‚Big Brother‘ oder ‚Utopia‘. Ich glaube an echte Menschen.“ Das Erfolgsgeheimnis für „Utopia“ sieht er in der aktuellen Unzufriedenheit vieler Menschen mit der Gesellschaft: „Wir machen bei Talpa (die Produktionsfirma, Anm.d.Red.) jeden Montagabend mit unserem Kreativteam ein Brainstorming, diskutieren über aktuelle Trends und das, was in der Welt passiert. Dabei kehrte zuletzt ein Motiv in unterschiedlichen Ausprägungen immer wieder: Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem gegenwärtigen Leben, haben Zukunftsängste, fürchten Krisen und beklagen andererseits zu viele Regeln und Beschränkungen. Also haben wir uns gefragt: Wie wäre es, wenn wir 15 Menschen die Möglichkeit geben, eine neue kleine Welt zu erschaffen, in der sie alle Regeln und Gesetze selbst entwickeln?“

Tatsächlich unterscheidet genau dies „Utopia“ beziehungsweise „Newtopia“ von der Mutter aller Voyeurismus-Shows „Big Brother“: Die Macher der Sendung haben kaum Einfluss auf das, was zwischen den Bewohnern passiert. Im „Big Brother“-Container konnten die Produzenten die Geschehnisse durch Aufgaben und Spiele steuern. Die Kandidaten waren fremdbestimmt. Bei der neuen Show ist dies nicht der Fall. Das ist es, was die Sendung so interessant macht. Doch das ist auch das, was ein Risiko für die Verantwortlichen darstellt: Springt der Funken nicht über oder wird es langweilig, haben sie keine Chance, in das Geschehen einzugreifen – zumindest nicht, wenn sie sich an die Regeln John de Mols halten.

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Alle Kommentare

  1. Es wäre mehr wie gut wenn die einen Bauern hätten, und wenn die etwas mehr in den Shop machen würden. Die sachen die die in den Shop machen sind leider für vielle zu Teuer um zu Kaufen. ansonsten ist es in ortnung
    Vielle Grüße Ursula

    P.S. Bitte einmal im strem mitlessen,denn da geht es ab das ist unter aller sau. !!!!!!!!!!

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