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Furioser Abschied von Griesgram Steier: Der Frankfurter „Tatort“ im MEEDIA-Check

Tatort: „Das Haus am Ende der Straße“ © HR/Degeto/Bettina Müller
Tatort: "Das Haus am Ende der Straße" © HR/Degeto/Bettina Müller

In seinem letzten Fall wird Kommissar Frank Steier von seiner Alkoholsucht eingeholt: In einem Strafprozess um den Tod eines kleinen Mädchens wird seine Zeugenaussage in Zweifel gezogen und der Angeklagte freigelassen. Steier quittiert den Dienst, will wieder "Held in seinem eigenen Film sein" und fasst einen folgenschweren Entschluss. Die Folge ist ein furioser Abschiedstrip für einen der besten "Tatort"-Ermittler, der viel zu früh seinen TV-Dienst quittierte.

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Die Story
Bei einer Routinebefragung von Steier (Joachim Król) kommt es zur Katastrophe: Durch einen Querschläger wird ein kleines Mädchen tödlich verletzt. Vor Gericht wird der Täter allerdings freigesprochen, weil der Anwalt die Aussage von Kommissar Steier, der die Nacht vor dem Einsatz in einer Kneipe ordentlich gezecht hatte, in Frage stellt. Steier ist außer sich und quittiert den Dienst. Er lädt verzweifelt seine Pistole und verfolgt Nico (Maik Rogge), der die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Im letzten Moment kommt er zur Vernunft, findet aber heraus, dass Nico zusammen mit seinem Bruder Robin (Vincent Krüger) und dessen Junkie-Freundin Lisa (Janina Schauer) einen Einbruch plant. Dabei wird der unerwartet zurückgekehrte Hausbesitzer getötet. Ein Nachbar, Rolf Poller (Armin Rohde), hat alles beobachtet und gerät ins Fadenkreuz des Einbrecher-Trios, die den Zeugen beseitigen wollen. Bei dem Versuch, Poller zu retten, wird Steier von eben diesem in dessen Haus niedergeschlagen und zusammen mit den drei Einbrechern gefangen gehalten

Die Story hinter der Story
Rolf Poller hat seinen jugendlichen Sohn an die Drogen und die Kriminalität verloren. In dem jungen Robin erkennt er diesen wieder – und nimmt sich vor, ihn zu retten. „Das Haus am End der Straße“ handelt von Schuld und Wiedergutmachung, von Rache, von Rettung und von Heldentum. Gleichzeitig wird Frank Steier durch Rolf Poller damit konfrontiert, was es heißt, aufgegeben zu haben. Dabei spielt Armin Rohde den vereinsamten Nachbarn grandios zwischen väterlicher Fürsorge und verzweifeltem Wahnsinn.

Was taugt das Drehbuch?
Erol Yesilkaya und Michael Proehl haben Jochim Król einen würdigen Abschieds-„Tatort“ geschrieben: Die Geschichte ist langsam und dennoch dicht erzählt, die unterschiedlichen Handlungsstränge sind klug miteinander verflochten und schon am Anfang wird dem Zuschauer klar, dass er hier nicht geschont wird. Obwohl die Folgen einer Alkoholsucht Thema sind, schwingt dieser „Tatort“ nicht die Moralkeule. Und Hauptkommissar Frank Steier darf – endlich – mit einem Lächeln gehen.

Sind die Ermittler in Form?
Nein. Doch gerade dies tut dem letzten Steier-„Tatort“ gut.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
„Das Haus am Ende der Straße“ feierte im Januar 2015 Premiere beim Max Ophüls Preis; am 17. Mai übernimmt das neue Frankfurter Team mit Margarita Broich und Wolfram Koch.

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Der Satz zum Mitreden
„Ein Leben für ein Leben.“

Eher peinlich
Der Obergangster „Zitze“, der so obergangstermäßig spielt, dass man ihm das nur schwer glauben kann.

Offene Fragen
Was sagt der Verhaftete am Ende aus?

Fazit
Dem Zuschauer wird mit „Das Haus am Ende der Straße“ bestens unterhalten: auch wenn sich der Film stellenweise leider etwas zieht, fordert die Handlung den Zuschauer und geht dorthin, wo es weh tut. Mit diesem Film schenkt der HR seinem Star-Ermittler den wohl würdigsten Abschied, den jemals ein „Tatort“-Kommissar hatte.

Einschaltempfehlung auf einer Skala 1 von 10
9

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Alle Kommentare

  1. Man hätte vielleicht noch ein Wort über das schwachsinnige Bildformat verlieren können…

    Markus

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