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Seite Eins wird unwichtiger: New York Times will Aufmerksamkeit auf digitale Top-Stories lenken

Die New York Times ändert ihren Workflow, um ihn dem Digitalen Zeitalter anzupassen. Laut einem Memo von Chefredakteur Dean Baquet soll bei Redaktionskonferenzen nicht länger im Vordergrund stehen, welche Stories es auf die Seite Eins der Zeitung schaffen, sondern welche digital besonders prominent platziert werden.

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Was wie eine Kleinigkeit klingen mag, ist für die new York Times ein Bruch mit einer wichtigen Tradition. Die Seite Eins ist für die Print-Zeitung das wichtigste Schaufenster ihres journalistischen Outputs. Sogar die Kino-Dokumenatation über die Times aus dem Jahr 2011 trug den Titel „Page One“. Für jeden Times-Journalisten ist, bzw. war es das größte, auf Page One stattzufinden. Das soll sich nun ändern.

Künftig werden auf zwei Redaktionskonferenzen – eine morgens, ein nachmittags – festgelegt, welche drei bis vier Stories auf der so genannten „Dean’s List“ landen. In seinem Memo schrieb Chefredakteur Dean Baquet: „Ich habe den Namen nicht erfunden, aber ich mag ihn.“ Diese Top-Stories sollen zeitnah die besten digitalen Platzierungen erhalten, also in allen digitalen Kanälen der New York Times besonders prominent ausgestellt werden. Diese Top-Stories von „Dean’s List“ dürfen allerdings keine Nachrichten-Stücke sein, sondern nur so genannte Enterprise-Stücke. Mit Enterprise Journalism bezeichnet man im Englischen journalistische Stücke, die auf eigenen Recherchen vor Ort beruhen und sich nicht auf Informationen aus Pressemitteilungen oder Pressekonferenzen stützen.

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Es wird bei der Times zweimal pro Tag eine „Dean’s List“ geben: eine nach der Morgen- und eine nach der Nachmittags-Konferenz. Page-One-Artikel sollen auf der Nachmittags-Konferenz natürlich auch weiterhin besprochen werden, aber nicht mehr so im Fokus stehen, wie bisher. Im vergangenen Jahr ließ die New York Times intern ihre Innovationskraft untersuchen. Der so genannte Innovation Report zeigte einige Schwächen der Times in Sachen Digitalisierung auf. Unter anderem wurde moniert, dass die Redaktion der Seite Eins der Print-Ausgabe einen zu hohen Stellenwert beimisst. Das soll sich nun ändern.

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