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Homosexuelle kritisieren Diskriminierung im geplanten neuen ZDF-Fernsehrat

Das Bundesverfassungsgericht will die Staatsferne beim ZDF stärken. Foto: dpa
Das Bundesverfassungsgericht will die Staatsferne beim ZDF stärken. Foto: dpa

Gegen den geplanten neuen Staatsvertrag für das ZDF regt sich heftige Kritik seitens des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD. Laut Vorstandsfrau Henny Engels sei der mit der Reform einhergehende Ausschluss von Schwulen und Lesben "unfassbar".

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Zum Hintergrund: Das neue Regelwerk sieht vor, dass jedes Bundesland künftig in den Fernsehrat einen Vertreter einer gesellschaftlichen Gruppe entsendet. So übernimmt Hessen die „Migranten“, Rheinland-Pfalz schickt einen Vertreter der „Menschen mit Behinderung“ und Sachsen-Anhalt einen für „Heimat und Brauchtum“. Damit soll der Sender nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts „staatsferner“ gestaltet werden.

Doch Lesben und Schwule sind in dem Gremium nicht als Gruppierung vertreten, stellt Henny Engels im aktuellen Spiegel fest. „Das ist eine eklatante Missachtung und Diskriminierung“, heißt es im Protestbrief des LSVD, aus dem das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe zitiert.

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Zur Zeit des ersten Staatsvertrags sei männliche Homosexualität noch strafbar gewesen. Deshalb sei es „unfassbar“, dass Homosexuelle im Jahr 2015 noch immer „ausgeschlossen“ seien. Schließlich hätten Lesben und Schwule bis zuletzt auf der Mitgliederliste gestanden, die die zuständige Arbeitsgruppe für den Staatsvertrag erstellt hatte. „Kann es sein“, so Engels, „dass sich keines der 16 Bundesländer bereitgefunden hat“, einen Vertreter dieser Gruppe zu schicken?

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Alle Kommentare

  1. Bis vor kurzem kam das ZDF ja auffallend bieder, zeitgeistig rückständig und (nicht nur subtil) homophob daher.
    Zudem unerträglich dilettantisch in der Wahl der Begriffe in den Nachrichten, auch bei anderen Themen.

    Aber mindestens zwei längere Serien im ZDF-Auftrag zeigten auf einmal ein ganz gegenteiliges Bild:
    „Dr. Klein“ und „Herzensbrecher“, gesendet zur Wochen-Bestzeit, waren sehr edel und mitreißend in ihrer Gesamtheit gemacht.
    Die Homosexualität als ein Kern-Thema wurde ziemlich attraktiv dargestellt -wenn auch noch ausbaufähig und verbesserungswürdig.

    Nach dieser Umkehrung der geistigen Ausstrahlung des ZDF als Ganzes, hin zu einem charismatischen Sender, wäre dies nur eine Seifenblase, wenn gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität gleich schon wieder als >nicht erwähnenswert< behandelt werden würden.

    Sogar abstruse Minderheiten haben offenbar eine Vertretung da bekommen, nicht aber die immer noch meist diskriminierte, dabei aber mit offiziell 10% größte Minderheit.

    Wer auch immer das zu entscheiden hat (ist im Artikel nicht eindeutig erwähnt):
    Nachbessern – Homovetretung rein.
    Oder Sender doch noch mangels geistiger Größe einstampfen… !

  2. Beim ZDF ist doch eh schon Hopfen und Malz verloren. Müsste sich der Sender privatwirtschaftlich und nicht durch geschenkte Zwangsgebühren finanzieren, wäre der Laden doch schon locker mehrmals pleite gegangen.

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