„Wussten immer, dass es floppt“: Tim Cook watscht Google Glass ab

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Tim Cook scheint inzwischen auch von Smartbrillen fasziniert zu sein

Im bemerkenswerten 16.000 Worte starken Porträt von Apples Designchef Jony Ive im "New Yorker" wird auch Tim Cook zitiert – und zwar zur inzwischen eingestellten Datenbrille Google Glass. Er habe immer gewusst, dass Google Glass floppen wird, watscht Cook den Wearable-Versuch des Erzrivalen ab. Cook tritt dabei allerdings nicht nach: Das Porträt ist vor dem Rückzug der Datenbrille entstanden.

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Es ist so etwas wie eine Ohrfeige mit Ansage. Knapp zwei Jahre ist es her, als Tim Cook auf der D11 Conference einen Schwinger gegen die hochgehypte Datenbrille aus Mountain View austeilte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es die breite Masse anspricht, ist schwer zu erkennen“, fand Cook. „Ich trage eine Brille, weil ich es muss. Ich kenne nicht so viele Leute, die eine tragen, ohne es zu müssen.“

Eineinhalb Jahre später wurde Google Glass nach einem schwachen Rollout an US-Verbraucher praktisch über Nacht eingestellt. Die Moral im Glass-Team schien ohnehin schon länger angeschlagen: Schlüsselmitarbeiter des Projekts  haben den wertvollsten Internetkonzern der Welt verlassen, App-Entwickler würden aus Mangel an Perspektiven ihre Arbeit einstellen – Nest-Chef Tony Fadell hat nun bis Jahresende Zeit die Datenbrille in einer zweiten Version doch noch massenmarkttauglich zu machen.

Tim Cook im New Yorker: „Wussten schon immer, dass Google Glass floppt“

Nach Einschätzung von seinem früheren Kollegen – Tim Cook arbeitet in den Nullerjahren mit Tony Fadell bei Apple etwa bei der Entwicklung des iPods zusammen – könnte sich Fadell das indes sparen. „Wir fanden schon immer, dass eine Datenbrille nicht der smarteste Schachzug wäre, alleine schon vom Standpunkt her, dass so was keiner tragen will“, wird Cook im bemerkenswerten Jony Ive-Porträt im New Yorker zitiert.

Google Glass wäre „aufdringlich statt  Technologie im Hintergrund zu halten. Wir dachten immer, dass es floppt, und bisher ist sie das ja auch.“ Das Interview zum 16.000 Worte starken Stück Reportage wurde im vergangenen Herbst um den iPhone 6-Launch herum geführt – Cooks Äußerungen sind also nicht als Nachtreten zu verstehen.

Wenig überraschend findet Cook, dass die Zukunft der Wearables stattdessen am Handgelenk liege: „Das hier baut keine Barriere zwischen dir und mir auf“, erklärte Cook mit Blick auf die Apple Watch. Zwei Monate noch, dann steht fest, wie groß der Run auf Apples neue Produktkategorie tatsächlich ist: Die Vorbestellungen sollen bei fünf bis sechs Millionen Einheiten liegen.

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