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Verivox & Unister: ProSiebenSat.1 plant offenbar massive Online-Offensive

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Bislang galt Springer als der deutsche Medienvorzeige-Konzern, wenn es darum geht, dass klassische Geschäft mit passenden Online-Zukäufen zukunftssicher zu machen. Mit immer größerem Druck und Finanzeinsatz eifert ProSiebenSat.1 mittlerweile den Berlinern nach. Wie die SZ berichtet, prüfen die TV-Profis nun offenbar eine Übernahme von Unister und einen Einstieg bei Verivox.

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Beide Akquisitionen dürften ziemlich gut in das Portfolio der Münchner passen. Allerdings würden die jeweiligen Preise für die Fernseh-Manager eine gänzlich neue Dimension bedeuten. Bislang erlaubte Konzern-Boss Thomas Ebeling lediglich den Zukauf von Startups und Web-Companys im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich. In Sachen Unister nennt die Süddeutsche Zeitung allerdings einen möglichen Kaufpreis von bis zu 900 Millionen Euro.

Dieser dürfte realistisch und wohl auch nicht zu hoch sein. Auch wenn die Leipziger mit ihrem Geschäftsgebaren immer mal wieder mit Verbraucherschützern aneinander geraten oder ins Visier der Ermittlungsbehörden kommen, sind sie in Sachen Online-Reisemarkt mit Angeboten wie Fluege.de oder Ab-in-den-Urlaub.de einer der absoluten Top-Player im deutschen Web.

ProSieben selbst definierte bereits vor einiger Zeit die Tourismusbranche als eine der wichtigsten Segmente, in denen man online wachsen wolle. Seitdem kaufen die Münchner fleißig strategisch zu. So erwarben sie unter anderem weg.de, ferien.de oder auch die Opodo-Tochter Tropo. Auf der Seite der hauseigenen Beteiligungsgesellschaft Sevenventures.de weisen die Online-Manager auch als einzigen speziellen Investitionsbereich ein „Travel Cluster“ aus. Ansonsten listen die Münchner all ihre anderen Investments zusammen auf. Verbindendes Element aller Web-Aktivitäten von ProSieben ist, dass die Startups massiv mit Hilfe von TV-Werbung im eigenen Sendernetzwerk gepusht werden.

Diese Fähigkeit, effektiv Werbezeiten gegen Unternehmensanteile einzutauschen, gehört zu den großen Stärken der Münchner. Wie wichtig TV-Werbung für Startups sein kann, zeigte beispielsweise gerade die Erfolgsgeschichte von Check24. Mit Hilfe von kräftigem Media-Druck im Fernsehen und auf YouTube steigerte das Vergleichsportal seine Reichweite im November – laut AGOF-Daten – um 1,48 Millionen Unique User allein im Vergleich zum Vormonat.

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An dieser Stelle wird dann auch klar, warum ProSieben – laut der Süddeutschen Zeitung – gerne bei Verivox einsteigen will. Hinter der Netz-Firma steht der britische Finanzinvestor Oakley und die Heidelberger sind auch kein Startup mehr, sondern ein ausgewachsener Player, der über Provisionen für Versicherungen und Kredite oder die Vermittlung von Strom- oder Handy-Kunden viel Geld verdient. So soll der Umsatz bei rund 60 Millionen Euro liegen. Als möglichen Kaufpreis nennt die SZ rund 300 Millionen Euro für Verivox.

Beide hohen Investitionen könnte der TV-Konzern wohl stemmen. So soll die kommende Bilanz sehr erfreulich sein. Zudem erzielen die Münchner schon heute bereits rund 20 Prozent ihres Umsatzes mit ihrem Digitalgeschäft. Da ist ein Ausbau dieser Ertragssäule nur folgerichtig.

Gegen einen Deal mit Unister spricht jedoch, dass es seit Jahren in regelmäßigen Abständen immer wieder Berichte über potenzielle Käufer gibt. Lang galt Springer als aussichtsreicher Kandidat. So lang also nichts unterschrieben ist, sollten Unister-Kauf-Geschichten immer mit einer gewissen Skepsis gelesen werden.

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