Digitale Nerds dringend gesucht: Diese Medien-Berufe haben 2015 gute Aussichten

Fotolia_66312209_S.jpg

Digitalen Talenten gehört die Zukunft, auch in den Medien. Während sich ganze Redaktionen gesundschrumpfen, herrscht auf der Software- und Vermarktungsseite der Medienhäuser Personalbedarf. MEEDIA zeigt, welche Medienberufe 2015 gute Aussichten haben.

Werbeanzeige

Die Digitalisierung aller Lebenswelten schafft neue Berufsbilder und Stellen in Hülle und Fülle. Allein 2012 brachte sie hierzulande 1,5 Millionen neue Jobs hervor, so der High-Tech-Verband Bitkom – Tendenz steigend. Gleichzeitig herrscht Fachkräftemangel. 2014 wuchs der Bedarf vor allem an IT-Spezialisten erneut um fünf Prozent. Insgesamt gebe es hierzulande mehr als 41.000 Stellen in diesem Bereich, berichtet Bitkom – ein Job-Paradies für Digitalprofis.

Medienbranche braucht mehr digitale Nerds

Auch in der Medienbranche ist die Nachfrage nach digital und technologisch versierten Fachkräften deutlich zu spüren. „Die zunehmende Technisierung und Automatisierung von Prozessen und Services erfordert in allen Berufsfeldern mehr IT-Kompetenz“, sagt ein Sprecher der Axel Springer SE, und auch Konstantin von Stechow, Sprecher der Mediengruppe RTL Deutschland bestätigt: „Wir spüren den Fachkräftemangel insbesondere im IT-Bereich.”

Ob Springer, RTL, Burda, Bauer oder Grunder und Jahr: Die Medienhäuser suchen primär Mitarbeiter im Bereich Software- und App-Entwicklung sowie Systemadministration. Während redaktionell Stellen wegrationalisiert werden, haben IT-Spezialisten, insbesondere mit Java, SEO- und Mobile-Kenntnissen in der Medienbranche freie Bahn.

Das deckt sich mit der genrellen Stimmung von Unternehmen. Laut der Studie „The Digital Talent Gap“, für die Capgemini Consulting 2013 weltweit rund 130 Top-Manager befragte, fehlt es 90 Prozent aller Unternehmen an digitalem Wissen – und das, obwohl sie einräumen, dass die digitale Transformation Wettbewerbsvorteile schafft. Über einen besonderen Mangel an Talent klagen die Befragten im Bereich Mobile, das bedeutet Fachkräfte, die wissen, wie man Anwendungen programmiert und gestaltet, wie man mit Datensicherheit und Analyse umgeht.

Aber auch Social Media-Kenntnisse, Online-Markenbildung und Community-Management sind allerorts gefragt. „Die Nachfrage nach crossmedialen Vermarktungsangeboten nimmt zu. Wir suchen daher immer Experten mit Verständnis für die kreative 360-Grad-Vermarktung unserer digitalen und Printprodukte“, sagt Axel Filip, Personalleiter der Bauer Media Group.

Digitale Berufe mit Zukunft

Die Digitalisierung schafft dabei nicht nur jede Menge Stellen, sie bringt auch einen Wust an neuartigen Berufsbezeichnungen hervor. Ob Data Scientists, Chief Digital Officer oder SEM-Manager – MEEDIA stellt die zehn wichtigsten vor.

Big Data Scientist: Daten zusammentragen, auswerten, analysieren und gewonne Informationen gegebenenfalls auch Ideen für neue Konzepte entwerfen – das sind die Aufgaben eines Datenwissenschaftlers. Geuscht sind vornehmlich Informatiker mit sozialer Kompetenz, damit die Kollegen auch kooperieren.

Der Chief Digital Officer gibt Leitlinien für die Digitalisierung in einem Unternehmen. Dazu Das bedeutet, neue Geschäftsideen entwickeln und Technologien einführen. Ein CDO sollte wirtschaftswissenschaftliche und technologische Kenntnisse vereinen. Außerdem braucht er Führungsqualitäten wie Überzeugungskraft, Risikobereitschaft und sozialen Kompetenzen.

Der Content Marketing Manager ist eine Art Chefredakteur, der vorgibt, wie und auf welchen Kanälen mit Kunden kommuniziert werden soll. Ziel ist die individuell angepasste Ansprache. Von Vorteil sind Erfahrungen im Journalismus oder PR, Gespür für Zielgruppen, Marketingerfahrung und technologische Affinität.

Feel Good Manager: Wer glücklich ist, arbeitet auch besser. Der Feel Good Manager kümmert sich darum, dass alle sich im Unternehmen wohlfühlen.Vor allem im Kampf um die besten Köpfe ist das heute wichtiger denn je. Kommunikationsbereitschaft, Empathie und Organisationstalent gehören zu den wichtigsten Eigenschaften eines FGM.

Mobile Developer entwickeln Apps, von der Idee bis zur technischen Umsetzung, je nach Größe des Unternehmens. Das können sowohl ausgebildete Informatiker als auch Autodidakten sein.

Operations Manager sorgen dafür, dass Produkte eines Online-Shops im Lager verfügbar und Liefertermine realistisch sind. Häufig arbeiten hier BWLer mit Schwerpunkt Logistik, notwendig ist aber nicht. Mit E-Commerce sollte man sich auskennen.

Security Manager legen Strategien zur IT-Sicherheit in einem Unternehmen fest. Wie wird mit welchen Daten umgegangen, dürfen Mitarbeiter berufliche Emails auf privaten Handys empfangen? Wofür können wir die Cloud nutzen? Auch Mitarbeiter-Schulungen im Umgang mit ihren eigenen Daten gehören dazu. Erforderlich sind technisches Verständnis aber auch juristische Kenntnisse im Bereich Datenschutz.

Social Media Manager kümmern sich um die Internet-Community ihres Arbeitgebers. Sie müssen wissen, über welche Kanäle man diese am besten erreicht und welche Art von Kommunikation passt. Dazu muss ein SMM die jeweiligen Zielgruppen genau kennen und  wissen, wie sie sich durchs Netz bewegen.Oft arbeiten hier Quereinsteiger. Ein Interesse an sozialen Netzwerken und Kommunikationsfreudigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen.

SEM/SEO/SEA-Manager: Inhalte so optimieren, dass Suchmaschinen sie möglichst gut finden, Suchmaschinenmarketing und -werbung – das machen Search Engine Optimization, -Marketing und -Advertising-Manager. Dazu muss man verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren. Oftmals sind das BWLer mit Marketing-Schwerpunkt und technischer Affinität.

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Alle Kommentare

  1. Ich habe erst gedacht, es handelt sich um einen Aprilscherz im Februar. Das ist keine Ausbildungsberufe sondern ausgedacht Bezeichnungen ohne Wert auf dem Arbeitsmarkt. Den Feelgoodmanager gibt es als eigene Tätigkeit eher nirgendwo, höchstens als Eigenschaft statt Geld.
    Aber gut. Meiner Erfahrung nach werden diese Qualitäten nicht gebraucht. Man braucht Anfänger, die alles mit sich machen lassen und statt sauberen Arbeitsverträgen sich mit solchen Titeln und Smartphones ruhig stellen lassen. Ich kenne genügend Anfang 50, die das können aber natürlich über 50 sind, über Erfahrungen verfügen, einen anständigen Arbeitsvertrag haben wollen, eine klare Positionierung des Arbeitsgebers und das, was man braucht, wenn man messbar Erfolg haben will von Seiten des Arbeitgebers. Ich betone, niemand aus diesem Kreis erhält eine Arbeitsstelle, die auch nur annähernd so ist. Und über 50 soll man bis 67, wird aber aussortiert gerade auch von eingekauften Personalern, die Angst davor haben, Menschen einzustellen, die auch Nein sagen können. So funktioniert aber kein Unternehmen, das mehr als eine Eintagsfliege sein will. Das alles hier nur mal so, weil ich gerade über diese Zeilen gestolpert bin.

    1. Lieber Mike,
      deinen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Danke dafür! Ich weiß, wovon ich spreche: als Journalistin und Redakteurin mit jahrzehntelanger Berufserfahrung – inzwischen auch in Social Media etc…;) – finde ich (heute 59 und freie Journalistin) bereits seit Jahren keinen Job mehr in Festanstellung.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige