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Bertelsmann-CEO Rabe: „Glauben an Gruner + Jahr und wollen Geschäft ausbauen“

Thomas Rabe gab dem manager magazin ein großes Interview
Thomas Rabe gab dem manager magazin ein großes Interview

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe hat dem manager magazin (erscheint am morgigen Freitag, 20. Februar) ein langes Interview gegeben. Darin liefert er erneut ein klares Bekenntnis zu Gruner + Jahr. Er sei sogar bereit, dort auf Gewinne zu verzichten. Vorläufig natürlich

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„Bei G+J werden wir das Geschäft auf Kernmärkte fokussieren und die Kosten in den nächsten Jahren in Deutschland um 75 Millionen Euro senken. Wenn man das verkaufte Druckgeschäft herausrechnet, hat G+J bereits seit drei Jahren stabile operative Ergebnisse. Und das, obwohl wir die Investitionen in die digitale Transformation zuletzt deutlich erhöht haben“, sagt Rabe im manager magazin.

Bertelsmann hat im vergangenen Jahr der Jahr-Familie ihre 25 Prozent an G+J abgekauft und ist seither Alleineigentümer am Hamburger Verlagshaus. Rückblickend zeigt sich Rabe in Bezug auf G+J sogar ein wenig selbstkritisch: „Es mag sein, dass wir in der Vergangenheit zu wenig investiert haben, aber unser Blick ist nach vorne gerichtet. Wir haben klar gesagt, dass wir bereit sind, zugunsten neuer Geschäftsmodelle und Investitionen vorläufig auf Gewinne zu verzichten.“

Spekulationen, das Frankreich-Geschäft von Gruner könne zur Disposition stehen, erteilt Rabe eine Absage: „Frankreich wird nicht verkauft. Wir haben bislang kleinere Märkte wie den Adria-Raum oder Indien aufgegeben. Wir werden auch weiterhin Geschäfte anpassen. Aber wir haben unsere Beteiligung an G+J aufgestockt, weil wir an dieses Kerngeschäft glauben und es ausbauen wollen.“

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Wachsen will Bertelsmann vor allem auch im Bildungssektor. Riesen-Deals sind aber nicht zu erwarten: „Wir bevorzugen mittelgroße Akquisitionen im dreistelligen Millionenbereich. Milliardendeals passen nicht zu unserem Risikoprofil und unserer Gesellschafterstruktur, wir haben sie deshalb für Bertelsmann ausgeschlossen.“

Mit dieser Strategie will Rabe die Erlöse des Konzerns künftig um eine Milliarde Euro pro Jahr steigern. In den kommenden Jahren soll der Umsatz von knapp 17 auf 20 Mrd. Euro wachsen. Was genau er mit den „kommenden Jahren“ meint, lässt Rabe schlau im Dunkeln. Abwanderungsgedanken hat Rabe offenbar keine. Sein Vertrag läuft zwar 2016 aus, er fühle sich bei Bertelsmann aber sehr wohl. Und: „Ich habe Ihnen meine Ziele für 2020 skizziert. Und ich neige nicht dazu, Dinge anzufangen, die ich nicht zu Ende führe.“

Gleich zu Beginn des Interviews outet sich der Bertelsmann-Chef übrigens als Fan des RTL-Dschungelcamps: „Ich schaue das Dschungelcamp seit es läuft. Ich finde die Gruppendynamik in einer ungewohnten Umgebung interessant und unterhaltsam.“ Da wäre man dann doch mal gerne dabei: Mit Thomas Rabe auf dem Sofa, einer Tüte Chips und im Fernsehen läuft das Dschungelcamp.

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