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Bewerbungsgespräch: Dieses Verhalten geht Personalern auf die Nerven

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Abseits der reinen Qualifikationen entscheiden viele Faktoren darüber, ob ein Bewerbungsgespräch für beide Seiten positiv verläuft oder nicht. Unbewusst reagieren Personalverantwortliche auf die Körpersprache des Bewerbers. Aber es gibt auch einige Verhaltensweisen, die Sie ganz bewusst vermeiden können.

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Zu früh erscheinen
Wer zu spät kommt, der lässt Personalverantwortliche nicht nur warten, sondern demonstriert damit auch Desinteresse. Doch genauso unangenehm kann es für Personaler und potenzielle Vorgesetzte sein, wenn Sie zu früh erscheinen. Damit setzen Sie Ihre späteren Gesprächspartner ungewollt unter Druck. Schließlich haben sich beide Seiten zuvor auf einen festen Termin geeinigt. Wenn Sie also merken, dass Sie bei all dem Übereifer zu früh dran sind, drehen Sie noch eine Extrarunde oder trinken Sie etwas im Café an der Ecke. Wenn Sie zur Ruhe kommen, wirken Sie anschließend auch viel entspannter – und damit auch souveräner.

Zu viele Privates preisgeben
Das Startup, für das Sie sich bewerben, kann noch so locker daherkommen – das ist noch kein Grund, allzu offen mit den Personen zu sprechen, die Sie von Ihren beruflichen Qualitäten überzeugen wollen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine private Geschichte zum Besten geben sollten, lassen Sie sie besser aus. Ansonsten bringen Sie Ihr Gegenüber in eine unangenehme Lage.

Zu unnatürlich wirken
Dass man sich bestmöglich für ein Bewerbungsgespräch vorbereiten will, versteht sich von selbst. Doch machen Sie nicht den Fehler, über-vorbereitet zu sein. Wenn Sie auf jede Frage wie aus der Pistole geschossen antworten, kann das auf Ihr Gegenüber schnell unnatürlich wirken. Mit anderen Worten: unsympathisch.

Zu egoistisch sein
Wenn ein Unternehmen eine Stelle ausschreibt, dann sucht das Unternehmen nach einer Person, die das Team bereichert, Prozesse vereinfacht oder die Gewinne ansteigen lässt. In einem Bewerbungsgespräch geht es darum, Personalverantwortliche davon zu überzeugen, dass man diese Qualitäten mitbringt. Doch es gibt eine Reihe von Bewerbern, die vor allem wissen möchten, was das Unternehmen für sie tun kann. Eine Frage, die durchaus berechtigt ist – sich aber nicht unbedingt für das erste Treffen eignet, wenn Sie das Unternehmen noch nicht von sich überzeugt haben. Damit wirken Sie egoistisch.

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Unnötig cool sein
Womit wir wieder bei Punkt 1 wären. Fragen zu stellen, ist durchaus angebracht im Bewerbungsgespräch. Wenn sie denn ein Beweis dafür sind, dass Sie sich wirklich für die Stelle und die Meinung Ihres potenziellen Vorgesetzten zu bestimmten Detailfragen interessieren. Falls Ihr Gegenüber also fragt, ob noch Klärungsbedarf besteht, sollte die Antwort darauf nicht “Nö” lauten.

Undankbar sein
Der letzte Eindruck zählt. Soll heißen: Achten Sie darauf, sich angemessen von Ihrem Gesprächtspartner zu verabschieden. Auch wenn Sie zuvor Dutzende Bewerbungsgespräche geführt haben, gilt es, Stil zu bewahren. Wenn Sie nach dem Job-Interview überhastet abrauschen, weil Sie davon ausgehen, die Stelle sowieso nicht zu bekommen, vermitteln Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl, die Stelle auch gar nicht wirklich zu wollen. Bedanken Sie sich also und bieten Sie an, bei Rückfragen jederzeit zur Verfügung zu stehen. Auch wenn es selbstverständlich ist, wirkt das Angebot zuvorkommend und zeigt, dass Sie Interesse haben.

Überlegenheit vorspielen
Jeder macht Fehler. Und man kann nicht in allem perfekt sein. Also geben Sie auch nicht in einem Bewerbungsgespräch vor, ein Perfektionist zu sein. Das wirkt allenfalls arrogant, aber keineswegs beeindruckend. Sprechen Sie lieber offen über Ihre Stärken und erklären, an Ihren Schwächen zu arbeiten. Das wirkt authentisch.

Interessiert Sie das Thema? Dann könnten Sie auch unsere Tipps für eine bessere Körpersprache beim Bewerbungsgespräch interessieren.

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Alle Kommentare

  1. Grau ist alle Theorie…

    Wer eine längere Anreise hat, kommt schon mal viel zu früh zum Bewerbungsgespräch.
    O.K. – dann hat man noch viel Zeit, um sich frisch zu machen und durchzuatmen, dachte ich.

    …wurde aber leider vom Pförtner nicht eingelassen ins Haus. Er bestand darauf, den Besuch in der Abteilung anzumelden, auf dass man abgeholt wird.
    Und nu?
    Das war übrigens bei einem großen, deutschen Funkhaus, wo man solche Sachen nicht erwartet.

  2. Sorry, aber fast alle Punkte kann man auch andersherum auslegen.

    – wenig Privates preisgeben. Kann genauso negativ sein: „Der hat ja kaum was von sich erzählt.“

    – nicht über-vorbereitet wirken: „Na, der hätte bei $Zahl und $Wert aber besser vorbereitet sein müssen“,wenn man irgendwelche Zahlen doch nicht aus der Pistole schoss.

    – nicht viel fragen, was das Unternehmen für einen tun kann: „Der hat ja gar nicht richtig gefragt, was wir so bieten. Der nimmt wohl aus Verzweiflung jeden Job. Ist der etwa schon länger arbeitslos?“

    – Bedanken Sie sich also und bieten Sie an, bei Rückfragen jederzeit zur Verfügung zu stehen: „Kriecht der jedem so in den Hintern? Null Selbstbewusstsein, brauchen wir nicht.“

    – keine Überlegenheit vorspielen: „Solche Leute können wir nicht brauchen, überlegen Sie mal, was los ist, wenn der beim Kunden/Anbieter kein Pokerface aufsetzen kann.“

    Besser als all die „Tipps“, die über gutes Benehmen und guter Kinderstube hinausgehen, wäre es wenn die Personaler auf eine Abschaffung des AGG drängen würden. Dann müssten sie keine Klage bei offenen und ehrlichen Absagen fürchten. Aber andererseits ist es mit AGG viel bequemer und einfacher den HR-Bereich als Black-Box zu belassen.

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