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„Unsere journalistische Pflicht“: Spiegel Onlines Antwort auf Til Schweigers „Spacko“-Angriff

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Am Sonntag stellte Spiegel Online mal wieder eine Auswahl von Tweets zum "Tatort" zusammen. Der Leipziger Krimi "Blutschuld" kam dabei besonders schlecht weg – für Til Schweiger war dies Anlass, auf seiner Facebook-Seite ein wütendes Posting abzusetzen: Er fragte, wo die Qualität bei SpOn sei und bezeichnete die Twitter-User als "Spackos". Spiegel Online veröffentlichte daraufhin eine Replik, die sich direkt an den Schauspieler wendet.

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„Wo ist die Qualität, wenn man versucht, Klicks dadurch zu generieren, indem man die gehässigsten Twitter-Kommentare von irgendwelchen Internetnerds, die nix anderes zu tun haben, als zu lästern und zu haten, publiziert…?“, fragte Til Schweiger am Montag auf seiner Facebook-Seite. Die Twitter-Kommentare zum Leipziger Tatort kämen von „Spackos, die sich hinter irgendwelchen Phantasieprofilbildern verstecken“, ätzte er weiter und bat Arno Frank, der die Tweets für SpOn zusammengestellt hat, erst einmal „selber ein gutes Drehbuch“ zu schreiben.

Am Dienstag reagierte Spiegel Online auf diesen Angriff und veröffentlichte eine Replik. Christian Buß richtet sich dabei im Namen der Redaktion direkt an den Schauspieler („Lieber Til Schweiger,…“) und bezeichnet es als „journalistische Pflicht“, einen bezahlten Journalisten die Twitter-Kommentare auswählen und einordnen zu lassen: „Wir halten die Beiträge für interessante, authentische Stimmen aus dem ‚Tatort‘-Publikum, die in einem kuratierten Umfeld Gehör finden sollten“, betont Buß und zeigte sich verwundert über Schweigers „Furor in Sachen Publikumspartizipation“:

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Schließlich haben Sie sich irgendwann entschlossen, Ihre Filme nicht mehr vorab professionellen Filmkritikern zu zeigen, weil Sie deren Meinung nicht interessiere. Stattdessen interessiere Sie die Meinung der normalen Leute, die an der Kinokasse ihr Urteil abgeben, indem sie Tickets für Ihre Filme kaufen. Wir geben nun normalen „Tatort“-Zuschauern die Chance, ihren Unmut, aber auch ihr Lob für die aktuellen Episoden zu artikulieren. Das kann Sie nicht allen Ernstes stören.

Spiegel Onlines Umgang mit dem „Tatort“ sei außerdem sehr kritisch: „Umfassend analysieren wir die jeweilige Folge in einer Vorabkritik, im Nachgang liefern wir einen peniblen Faktencheck.“ Abschließend betont Buß, die Redaktion würde sich schon sehr auf den nächsten Schweiger-Tatort aus Hamburg freuen.

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Alle Kommentare

  1. Sehr geehrte Spiegel-Online-Redaktion, habt Ihr mal darüber nachgedacht, dass es bei dieser Auswahl einen Anreiz geben könnte, unter dem anonymen Tarnmantel die gehässigsten Kommentare abzugeben, um sich wieder zu finden; was man dann immer noch Freunden zeigen kann. Ich meine immer noch, dass diese anonyme Möglichkeit des Internet in einem freien Land wie dem unseren keinen Gewinn für die Diskussion und schon gar nicht Kultur ist. Müsst Ihr das noch fördern bzw. befeuern? So kann es kommen, dass ein Schweiger auf einmal auf der richtigen Seite steht.

  2. Zu viel der Ehre. Wie kann man diesem „Schauspieler“ mit beschränkten Mitteln auch noch eine Plattform bieten. Er kann’s einfach nicht.
    Der Leipziger Tatort war schon immer grottenschlecht und das lag vor allem an den grässlich unfähigen Hauptdarstellern – das ist ja auch die Parallele zum Schweiger-Tatort aus Hamburg.

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