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Cover-Check: Focus punktet am Kiosk mit Islam-kritischem Titel

Focus-Chefredakteur Ulrich Reitz und sein Heft 4/2015
Focus-Chefredakteur Ulrich Reitz und sein Heft 4/2015

Das provokante Cover mit der Zeile "Das hat nichts mit dem Islam zu tun - Doch!" hat dem Focus großen Erfolg im Einzelverkauf beschert. 120.248 griffen zum dem Heft - rund 50% mehr als im Durchschnitt der jüngsten Monate. Auch Der Spiegel blieb mit seiner zweiten Samstags-Ausgabe über dem Soll, der stern landete im Mittelmaß.

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Er hat Diskussionen ausgelöst, der Focus-Titel mit dem Maschinengewehr und der Islam-kritischen Zeile „Das hat nichts mit dem Islam zu tun – Doch!“ und der Unterzeile „Warum Muslime ihre Religion jetzt erneuern müssen – und wie die Freiheit zu verteidigen ist“ – das klingt etwas sehr platt und unfair gegenüber den gigantischen Mengen an Muslimen, die eben nichts mit dem islamistischen Terror zu tun haben. Dem Verkauf hat die Provokation auf dem Cover aber nicht geschadet, die 120.248 Einzelverkäufe in Kiosken, Supermärkten, etc. sind der drittbeste Wert der jüngsten 12 Monate und entsprechen einem Plus von rund 17.500 Exemplaren gegenüber der Vorwoche. Der 12-Monats-Durchschnitt von 79.600 Einzelverkäufen wurde damit ebenso um etwa 50% übertroffen wie der 3-Monats-Durchschnitt von 80.300. Im Gesamtverkauf inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln, etc. erreichte die Ausgabe 4/2015 eine Auflage von 553.412, darunter 23.700 ePaper.

Der Spiegel konnte mit seinem Cover zum Terror in Paris zwar nicht das Ergebnis der Vorwoche halten, als man blitzschnell auf den Anschlag auf Charlie Hebdo reagiert hatte und 293.308 Exemplare am Kiosk absetzte, doch mit 254.884 Einzelverkäufen erreichte man immerhin erneut ein überdurchschnittliches Ergebnis. Der 12-Monats-Durchschnitt des Spiegels liegt derzeit bei 247.900, der 3-Monats-Durchschnitt bei 235.900 Einzelverkäufen. „Der Terror der Verlierer – Warum junge Männer Europa den Krieg erklären“ lautete die gegenüber dem Focus deutlich gemäßigtere und differenziertere Titelzeile. Insgesamt verkaufte sich das Heft 871.510 mal, darunter 50,362 mal als ePaper.

Auch der stern kam um das Thema Terror in Paris natürlich nicht herum. „Hass gegen Angst – Terror im Namen Allahs: Wie groß ist die Gefahr in Deutschland? stern-Reporter berichten auf 42 Seiten“ titelte das Magazin, brachte neben den Terroristen noch die Pegida-Demonstrationen mit auf den Titel und legte dem Heft auch noch ein Plakat „Solidarität mit Charlie Hebdo“ bei. 210.433 Einzelverkäufe erreichte der stern damit – ein Ergebnis, das ziemlich genau auf dem Normalniveau der jüngsten drei Monate (210.000), aber leicht unter dem der jüngsten 12 Monate (214.300) liegt. Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf: Der lag bei 727.214 Heften.

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Kennen Sie unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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