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Anzeigenmarkt: TV-Supplements preschen nach vorn, rtv überholt Spiegel

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Der Siegeszug der TV-Supplements am Werbemarkt scheint sich auch 2015 fortzusetzen. Mit einem Brutto-Werbeumsatz-Plus von 44,8% überholte die West-Ausgabe von rtv laut Nielsen nun sogar den Spiegel und belegt Platz 2 hinter dem stern. Größter Verlierer war im Januar Springers Bild am Sonntag.

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8,99 Mio. Euro setzte die West-Ausgabe von rtv im Januar mit Anzeigen um – ein gigantischer Zuwachs von 44,8% bzw. 2,78 Mio. Euro gegenüber dem Januar 2014. Die Ost-Ausgabe gewann auf Platz 19 immerhin 27,4% hinzu, die Konkurrenz von prisma gehört mit +27,3% und +39,4% ebenfalls zu den großen Umsatz-Aufsteigern. Ein Grund für den Erfolg am Anzeigenmarkt dürfte die stabile Auflage sein. Während große Publikumszeitschriften massiv Käufer verlieren, hält sich das bei rtv und prisma im Rahmen – man verliert eben allenfalls so viel wie die Tageszeitungen, denen man beiliegt – und das ist derzeit meist weniger als bei den großen Publikumszeitschriften.

Die gigantischen Auflagen von fast 7 Mio. (rtv West), bzw. 1,38 Mio. (rtv Ost), sowie 2,46 Mio. (prisma West) und 1,47 Mio. (prisma Ost) sind für die Supplements ein unschlagbares Argument, wenn ein Unternehmen in kurzer Zeit möglichst viele Konsumenten erreichen will. Ebenso die Leserzahlen von 10,89 Mio. (rtv) und 6,44 Mio. (prisma / jeweils MA 2015-I). Zwar kostet eine Anzeige in rtv West mit 78.930 Euro mehr als in Spiegel und stern, doch Auflage und Reichweite führen eben zu einem geringeren TKP, den Werbungtreibende offenbar verstärkt nutzen.

Die Nummer 1 des Nielsen-Brutto-Umsatz-Rankings verteidigte aber der stern, der auch das Gesamtjahr 2014 gewann. Mit 9,70 Mio. Euro legte auch er zu – um stattliche 15,8%. Der Spiegel gewann auf Rang 3 immerhin 6,3%. Nach unten ging es hingegen für die Bild am Sonntag, die 22,3% einbüßte, sowie den Focus mit einem Minus von 6,2%. Er fiel damit beinahe hinter Die Zeit zurück, die zwar keine Publikumszeitschrift ist, als Wochenzeitung aber ebenfalls im Ranking von PZ Online ausgewiesen wird.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2015: Top 50 Publikumszeitschriften*
Umsatz brutto 2015 vs. 2014
Jan. 2015 absolut in %
1 stern 9,70 1,32 15,8%
2 rtv Ausgabe West 8,99 2,78 44,8%
3 Der Spiegel 8,61 0,51 6,3%
4 Brigitte 7,53 0,34 4,8%
5 Bild am Sonntag 6,98 -2,00 -22,3%
6 freundin 6,01 0,57 10,5%
7 Focus 5,66 -0,38 -6,2%
8 Die Zeit 5,65 0,49 9,4%
9 ADAC Motorwelt 5,34 -1,11 -17,2%
10 Bunte 5,19 0,63 13,9%
11 Bild der Frau 4,87 0,91 23,1%
12 TV Digital 4,54 -0,83 -15,5%
13 auto motor und sport 4,05 -0,74 -15,4%
14 prisma Gesamt West 3,96 0,85 27,3%
15 TV Spielfilm 3,91 0,44 12,7%
16 TV Movie 3,82 -0,27 -6,6%
17 tv14 3,77 -0,05 -1,4%
18 Auto Bild 3,51 -0,63 -15,2%
19 rtv Ausgabe Ost 3,51 0,75 27,4%
20 Gala 3,43 0,25 7,9%
21 InStyle 3,28 0,44 15,3%
22 Cosmopolitan 2,94 -0,30 -9,4%
23 Für Sie 2,93 0,12 4,2%
24 Vogue 2,80 -0,29 -9,3%
25 prisma Gesamt Ost 2,39 0,68 39,4%
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 machten vor allem die Superillu und die Freizeit Revue einen Satz nach oben – ihre Umsätze wuchsen jeweils um mehr als 30%. Die Landlust steigerte sich zudem um 26,5%, erreichte mit ihrer ersten Ausgabe des neuen Jahres satte 2,16 Mio. Euro. Um mehr als 20% nach unten ging es hingegen für die Klassiker Hörzu und Wirtschaftswoche, zudem für die Apotheken Umschau A.

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Nielsen-Anzeigenstatistik 2015: Top 50 Publikumszeitschriften*
Umsatz brutto 2015 vs. 2014
Jan. 2015 absolut in %
26 Computer Bild 2,38 -0,18 -7,0%
27 Hörzu 2,35 -0,86 -26,9%
28 Elle 2,32 -0,13 -5,2%
29 c’t magazin für computer technik 2,30 -0,08 -3,3%
30 Schöner Wohnen 2,28 -0,02 -0,9%
31 Sport Bild 2,24 -0,50 -18,3%
32 Landlust 2,16 0,45 26,5%
33 tina 2,15 -0,05 -2,4%
34 Wirtschaftswoche 1,91 -0,76 -28,4%
35 Glamour 1,89 -0,21 -9,9%
36 Superillu 1,88 0,49 35,3%
37 Zeitmagazin 1,84 0,11 6,5%
38 Playboy 1,75 0,24 15,6%
39 InTouch 1,68 0,25 17,6%
40 Freizeit Revue 1,66 0,41 32,6%
41 tv Hören und Sehen 1,61 -0,05 -2,9%
42 Geo 1,50 0,04 3,0%
43 auf einen Blick 1,45 0,17 13,5%
44 Joy 1,39 -0,09 -6,0%
45 Petra 1,39 0,00 -0,2%
46 Apotheken Umschau A 1,38 -0,37 -21,3%
47 GQ 1,35 -0,22 -14,0%
48 Apotheken Umschau B 1,33 -0,27 -17,0%
49 Madame 1,28 0,17 14,8%
50 kicker (Montag) 1,27 -0,09 -6,3%
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Nach absolutem Umsatz-Wachstum finden sich die vier Ausgaben von rtv und prisma auf den Rängen 1, 4, 5 und 6. Lediglich stern und Bild der Frau konnten da im Januar mithalten. Ebenfalls unter den Top-Aufsteigern: Bunte und Spiegel.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2015: Top Ten Gewinner*
Umsatz brutto 2015 vs. 2014
Jan. 2015 absolut in %
1 rtv Ausgabe West 8,99 2,78 44,8%
2 stern 9,70 1,32 15,8%
3 Bild der Frau 4,87 0,91 23,1%
4 prisma Gesamt West 3,96 0,85 27,3%
5 rtv Ausgabe Ost 3,51 0,75 27,4%
6 prisma Gesamt Ost 2,39 0,68 39,4%
7 Bunte 5,19 0,63 13,9%
8 freundin 6,01 0,57 10,5%
9 Der Spiegel 8,61 0,51 6,3%
10 Superillu 1,88 0,49 35,3%
*Publikumszeitschriften + Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Die größten Verlierer heißen im noch jungen Jahr 2015 vorerst Bild am Sonntag und ADAC Motorwelt. Die Mitgliederzeitschrift des ADAC leidet offenbar immer noch unter den Skandalen aus dem Vorjahr. Seitdem sind die Werbeumsätze auf jeden Fall rückläufig. Ebenfalls dick im Minus: die von Funke übernommenen Programmies Hörzu und TV Digital.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2015: Flop Ten Verlierer*
Umsatz brutto 2015 vs. 2014
Jan. 2015 absolut in %
1 Bild am Sonntag 6,98 -2,00 -22,3%
2 ADAC Motorwelt 5,34 -1,11 -17,2%
3 Hörzu 2,35 -0,86 -26,9%
4 TV Digital 4,54 -0,83 -15,5%
5 Wirtschaftswoche 1,91 -0,76 -28,4%
6 auto motor und sport 4,05 -0,74 -15,4%
7 Auto Bild 3,51 -0,63 -15,2%
8 Sport Bild 2,24 -0,50 -18,3%
9 Jolie 0,86 -0,45 -34,3%
10 Focus 5,66 -0,38 -6,2%
*Publikumszeitschriften + Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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