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Fehler in E-Mail-Anbieter-Test: Stiftung Warentest stoppt Februar-Ausgabe

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Nach dem Ritter Sport-Gate im vergangenen Jahr hat die Stiftung Warentest wieder Ärger mit einem fehlerhaften Testergebnis. In der aktuellen Ausgabe nahmen die Prüfer E-Mail-Anbieter unter die Lupe – mit einem offenbar nicht ganz korrekten Ergebnis. Die Folge: Die Berliner haben den Verkauf der Februar-Ausgabe gestoppt.

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Wie die Welt berichtet, sind davon allerdings nur wenige tausend Hefte betroffen. Die meisten der rund 460.000 gedruckten Exemplare wurden längst an die Abonnenten verschickt bzw. an die Kioske ausgeliefert.

Verantwortlich für den Stopp ist eine Test-Panne. Die Berliner nahmen den Service und die Sicherheit von 14 E-Mail-Anbietern, unter anderem AOL, Freenet, Web.de, GMX etc., unter die Lupe.

Gerade im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um die NSA-Affäre, gehörte die Frage nach einer sicheren E-Mail-Verschlüsselung zu den zentralen Kriterien des Testes. Und genau an diesem Punkt sah sich der Anbieter Posteo falsch bewertet. An insgesamt sieben Stellen wurde der Text bereits von der Stiftung geändert. Den Berliner-E-Mail-Spezialisten, die sich vor allem über ihre besonders sicheren Verschlüsselungen von der Konkurrenz absetzen wollen, reicht das aber noch nicht.

„In einem Punkt fordern wir die Stiftung Warentest aber weiterhin zu einer Klarstellung bzw. Richtigstellung auf“, heißt es im Unternehmens-Blog: „Die Stiftung Warentest erklärt bisher öffentlich, die im Test fälschlicherweise als ‚Verschlüsselung des Postfachs‘ bezeichnete ‚Verschlüsselung des Eingangspostfachs‘ sei nicht ‚bewertungsrelevant gewesen‘. Das ist offensichtlich falsch.“

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Allerdings: Posteo war von vorneherein einer der beiden Gewinner des Testes. Zudem haben die Änderungen keinen Einfluss auf die tatsächliche Punktevergabe.

Mit ihrer eigenen Reaktion scheinen die Tester durchaus zufrieden zu sein. So schreibt die Sprecherin in einer ausführlichen Stellungnahme der Welt, dass man auf die Fehler so gut und schnell wie möglich reagiert habe. Neben dem gestoppten Direktvertrieb habe sie noch am Veröffentlichungstag den Text vorübergehend von der Internetseite genommen und ihn aus dem PDF-Download und der App entfernt – und später eine korrigierte Version eingestellt. Dem nicht genug soll die Märzausgabe der Test-Zeitschrift eine ausführliche Korrektur enthalten.

Posteo gehen die Kommunikationsmaßnahmen der Stiftung nicht weit genug. Gegenüber der Welt betont das Unternehmen, dass man die fehlerhafte Veröffentlichung trotz der Bemühungen der Tester noch immer als „anhaltende, unwidersprochene Rufschädigung“ empfinde.

Update (Donnerstag, 14.30 Uhr):
Neben Posteo ist auch Mail.de nicht mit dem Test-Ergebnis und den –Methoden zufrieden: „Die Fehler der Stiftung Warentest sind aus unserer Sicht deutlich weitreichender als im Bericht und von der Stiftung Warentest dargestellt. Unserer Meinung nach hätten deutliche Veränderungen an den Testurteilen stattfinden oder gar ein neuer Test veranlasst werden müssen“, stellt Mail.de in einer Mail gegenüber MEEDIA fest.

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