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Ein Fest für „Breaking Bad“-Fans: „Better Call Saul“ im MEEDIA-Check

© Netflix
© Netflix Es könnte besser laufen: Bob Odenkirk als Jimmy McGill vor seiner Zeit als Saul Goodman

Er war der Zuschauer-Liebling, der schmierige Good Guy in "Breaking Bad": Saul Goodman, ein Anwalt, der gerne auch mal den kriminellen Weg wählte. Dem Winkeladvokaten wurde mit "Better Call Saul" ein Serien-Spinoff spendiert, das bei Netflix läuft und auf Anhieb überzeugt. Und weit mehr ist als ein Abklatsch der Kultserie.

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Die Story

„Better Call Saul“ ist mehr als nur ein Spinoff zu „Breaking Bad“. Die Serie, die derzeit bei Netflix anläuft, ist als Prequel, Sequel und Spinoff gleichzeitig gedacht. Das bedeutet: Wir bekommen zu Beginn einen jüngeren Saul Goodman zu sehen, Jahre vor den Geschehnissen rund um Walter White und Jesse Pinkman. Der Zuschauer kann den bauernschlauen Anwalt dabei beobachten, wie er zu dem wurde, den wir aus „Breaking Bad“ kennen.

Dass die Show auf lange Sicht mit Blick auf die Story sehr variabel sein könnte, wird schon nach den ersten Minuten klar. Ohne zu spoilern sei so viel schon verraten: Gleich zu Beginn sehen wir Goodman alias Jimmy McGill als Aushilfskraft in einer Nebraskan-Cinnabon-Filiale. Offenbar musste der Anwalt mit seinem früheren Leben abschließen und lebt fortan in Paranoia. Kurz danach springt die Show ins Jahr 2002 nach Albuquerque, weit bevor Goodman auf Walter White traf. Und bevor Goodman auch Goodman hieß.

McGill kommt als Strafverteidiger kaum über die Runden, die Mahnungen stapeln sich. Sein Büro ist Heizungsraum eines Thai-Fußpflege-Studios. Vergeblich kämpft er für seinen großen Bruder, der arbeitsunfähig als Partner einer großen Kanzlei in seinem Haus vegetiert. Kurzum: Bei Goodman läuft es ganz und gar nicht. Als er dann auch noch zufällig einem Gangster vor die Flinte läuft, nimmt die Serie Fahrt auf.

Was taugt das Drehbuch?

Noch ist die komplette Serie nicht verfügbar. Jeden Dienstag ist eine neue Folge auf Netflix abrufbereit. Doch die ersten Episoden sind vielversprechend. Befürchtung, dass die Show allzu klamaukig werden könnte, wurden zum Glück nicht bestätigt. „Better Call Saul“ hat zweifelsohne viele komische Momente, allerdings eher tragikomische. Einem Großmaul und Schmierlappen dabei zuzusehen, wie er vom Regen in die Traufe springt, hat eben doch seine Qualitäten.

Was taugt der Hauptdarsteller?
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Bob Odenkirk spielt die Rolle seines Lebens. Umso schöner mitanzusehen, dass „Better Call Saul“ ihm auch die entsprechende Bühne bietet, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Odenkirk wechselt mühelos vom Loser zum eloquenten Anwalt und fürsorglichen Bruder. Seiten, die der Schauspieler in „Breaking Bad“ seinem Charakter nicht abverlangen konnte. Schließlich reichte es im Drogen-Epos allemal für eine Nebenrolle. In „Better Call Saul“ kann Odenkirk seine ganze schauspielerische Bandbreite zeigen.

Genauso gut wie „Breaking Bad“?

Auch wenn die Anwaltsserie auf dem Erfolg der Erlebnisse von Walter White alias Heisenberg und Jesse Pinkman fußt, so lassen sich die beiden Shows nur bedingt vergleichen. Erzählerisch finden sich zweifelsohne Ähnlichkeiten. So nimmt sich auch „Better Call Saul“ mit dem Aufbau der Story und dem Wechsel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und zukünftigen Handlungen viel Zeit und will so gar nicht zu dem sonstigen TV-Serien-Einerlei passen, das auf schnelle Schnitte setzt und sämtliche Protagonisten schon in der ersten Folge einführt.

Auch kommen „BB“-Fans auf ihre Kosten, wenn alte Bekannte auftauchen. Etwa Jonathan Banks, den die meisten noch als den glatzköpfigen Killer Mike kennen dürfte. Oder Raymond Cruz alias Tuco Salamanca, der ultrabrutale Drogendealer, der White und Pinkman in den ersten beiden Staffeln tyrannisiert. Und natürlich geizt die Serie auch nicht mit filmischen Zitaten, etwa einer Szene, bei der sich die Ganoven in der Wüste von Albuquerque treffen, umringt von Autos. Eine Szene, die man aus „Breaking Bad“ nur zu gut kennt.

Dennoch: Ein Abklatsch, ein neues „Breaking Bad“, ist „Better Call Saul“ nicht. Mit einem überragenden Odenkirk in der Hauptrolle und einer vielversprechenden Story ist die Show autark. Dafür sorgt Produzent Vince Gilligan, der auch für „Breaking Bad“ verantwortlich zeichnete.

Fazit

Wer seit dem Ende von „Breaking Bad“ unter Entzugserscheinungen leidet, muss einschalten. Und auch wer „BB“ nicht gesehen hat, bekommt mit „Better Call Saul“ gute Unterhaltung serviert. Die gute Nachricht: Insgesamt sind 23 Folgen angekündigt. Der Wermutstropfen: Netflix zeigt jeden Dienstag eine neue Folge. Binge-Watching im Stil von „House of Cards“? Leider nein!

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