Hyperlokales ist zu wenig Lesern etwas wert: Altona.info geht die Puste aus

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Vor einigen Monaten stellte sich Christoph Zeuch die Frage, ob Leser für hyperlokale Inhalte bezahlen würden. Jetzt weiß er die Antwort: Sie zeigen keine Bereitschaft. Seine hyperlokale, digitale Tageszeitung Altona.info ist vorerst eingestellt. Und es ist unklar, ob die Redaktion ihre Arbeit so bald wieder aufnehmen kann.

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Im Juli vergangenen Jahres ging Unternehmer und Altona.info-Chefredakteur Christoph Zeuch ein Risiko ein. Um sich von seinen Werbekunden zu lösen und neue Einnahmequellen zu finden, zog er vor seiner digital erscheinenden Hyperlokal-Zeitung eine Paywall hoch. Ohne abgeschlossenes Abo sollten Leser nur noch Nachrichten finden. Für Hintergrundstücke, Audio- und Videobeiträge wurden 69,90 Euro pro Jahr fällig. Eine Rechnung, die Zeuch offenbar ohne seine Leser gemacht hat. Seit einigen Wochen bleibt Altona.info neue Inhalte schuldig. Der Grund: Es gibt keine Redaktion mehr.

„Wir haben feststellen müssen, dass das Angebot von Lesern gerne angenommen wird, eine Bereitschaft zum Zahlen aber nicht ausreichend vorhanden scheint“, erklärt Zeuch auf Nachfrage von MEEDIA. Zwar habe die Zahl der abgeschlossenen Abonnements die Erwartungen übertroffen. Allerdings wuchs die zahlende Leserschaft nicht schnell genug. Als mit zwei wegfallenden Anzeigenkunden fünfstelliges Budget fehlte, kam Zeuch ins Schleudern. „Von einer Digitalisierung der Medien haben zwar viele Einzelhändler aus Altona bereits gehört, bisweilen jedoch wenig Kreation entwickelt“, kritisierte Zeuch im Januar in einer Stellungnahme gegenüber seinen Lesern. Hinzu kommt die Konkurrenz anderer lokaler Medien.

„Wenn man nicht in der Lage der Refinanzierung ist, macht es wenig Sinn, seine Redaktion weiter zu beschäftigen.“ Zeuch will jetzt einen Investor finden, der seine Seite finanziert. Vor Zeiten des Abomodells erreichte Altona.info eigenen Aussagen zufolge täglich bis zu 5.000 Unique User und zwischen 15.000 und 30.000 Seitenabrufe. Langfristig bleibe das Ziel bestehen, sein Portal in eine Genossenschaft zu überführen. Trotz der finanziellen Flaute betrachtet Zeuch Altona.info nicht als eingestellt. „Die Seite bleibt erreichbar.“

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