Cinemagraphs: die Zukunft der Marken-Werbung bei Facebook und Instagram

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Marketing Facebook arbeitet mit Hochdruck daran, Image-Anzeigen von großen Marken in die Timeline seiner Nutzern zu bekommen. Nun gibt es eine neue Form der optischen Präsentation, die wie geschaffen für die Feeds von Facebook und Instagram ist: Cinemagraphs. Das sind Fotografien, bei denen sich lediglich Details bewegen und die eine große Anziehungskraft auf Betrachter ausüben.

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Wie das us-amerikanische Fachmagazin AdAge berichtet, stellt Facebook Werbetreibenden solche Anzeigenformate derzeit in großem Stil vor. „Sie werden eine Menge von denen auf Facebook sehen“, wird ein Werbe-Manager zitiert. Facebook hat angeblich eine Art Handbuch für Werber und Marketing-Verantwortliche herausgegeben, das „Hacking Facebook Autoplay“ heißt.

Autoplay ist jene Facebook-Funktion, die dafür sorgt, dass Videos beim Scrollen durch die Timeline automatisch anfangen zu laufen, ohne dass man einen Play-Button drücken muss. Bei herkömmlichen Videos kann das nervig sein, für Cinemagraphs ist diese Funktion wie geschaffen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Videos funktionieren Cinemagraphs wie animierte GIFS, sehen allerdings dezenter und kunstvoller gestaltet aus. Die Bewegungen laufen in einer unendlichen Schleife. Zum Beispiel ein Kleid, das im Wind flattert, eine Flüssigkeit, die in ein Glas gegossen wird, dampfendes Essen, glitzernder Schmuck. Hier einige Beispiele, entnommen von den Websites cinemagraphs.com und hongkiat.com:coco-eyes-mirror-429

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Als Vorreiter dieses Format gelten die Designer Kevin Burg and Jamie Beck, die diese Technik bereits für Tumblr-Blogs verwendet haben. Nun, da Facebook auf das Format aufmerksam geworden ist, könnte es vor einem Durchbruch stehen. Laut AdAge hat u.a. bereits Coca Cola eine solche Cinemagraph-Anzeige bei Facebook geschaltet. Auch die Facebook-Tochter Instagram spielt hier eine Rolle. Erst kürzlich wurde bei Instagram die Funktion hinzugefügt, Minivideos in Endlosschleife ablaufen zu lassen. Die neue Funktion wurde sofort von Werbekunden angenommen, zum Beispiel der Modekette GAP:

Auch Instagram eignet sich hervorragend für solche Formen der grafischen Anzeige und Instagram-Videos lassen sich problemlos innerhalb der Facebook-Timeline anzeigen.

Warum ist das bedeutsam? Weil die Werbebranche händeringend nach neuen, digitalen Werbe-Formaten jenseits des Banners sucht. Vor allem solchen Werbe-Formaten, die sich für Image-Werbung von Marken eignen. Google hat mit der Suchtreffer-Vermarktung die Abverkaufswerbung vortrefflich digitalisiert. Blinkende Banner waren bislang aber kaum mehr als ein müder Abklatsch von hochwertigen Print-Anzeigen oder aufwändigen TV-Spots. Banner nerven und liefern lausigen Klickraten. Mit Cinemagraphs taucht nun eine digitale Werbeform auf, die gleich mehrere Vorzüge aufweist:

  • Sie sieht hochwertig aus
  • Sie nervt nicht
  • Sie funktioniert ohne Ton
  • Sie ist teilbar

Für Marken und Werbetreibende ist das eine gute Nachricht. Mit Cinemagraphs können Marken- und Image-Kampagnen digital viel effizienter und deutlich opulenter als bisher geplant und durchgeführt werden. Für Facebook ist das auch eine gute Nachricht. Die neue Werbeform ist wie geschaffen für das Social Network. Traditionelle Medienhäuser dagegen sollten alarmiert sein: Wenn Cinemagraphs als Werbemittel so funktionieren, wie sich Marketing-Verantwortliche und Facebook das vorstellen, dürfte dies zu einem erheblichen Shift von Werbe-Budgets führen, und zwar weg von Print und TV, hin zu Digital. Und Digital heißt in diesem Fall in erster Linie: Facebook.

(via)

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