Facebook auf dem Weg zum Nachrichten-Monopol: 91 Prozent Anteil am News-Sharing

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Der neue Facebook-Algorithmus trägt Früchte: Das Netzwerk konnte seinen Anteil an allen geteilten Nachrichten in Deutschland ausbauen – und schaffte es 2014 auf satte 90,8 Prozent. Die Anteile von Twitter und Google+ sind im Vergleich zum Vorjahr hingegen deutlich gesunken. Dort werden eher Nischenthemen diskutiert, Facebook hingegen bedient den Mainstream.

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Zu diesen Ergebnissen kam die Studie „Development of the Social Network Usage in Germany since 2012“ der Technischen Universitäten Dresden und Darmstadt. Demnach knackte Facebook im Jahr 2014 die 90-Prozent-Marke, im Jahr 2013 betrug der Anteil des Netzwerkes am News-Sharing noch 84,8 Prozent und 2012 79,8 Prozent. Twitter hingegen musste deutlich einbüßen: Betrugen die Anteile im Jahr 2013 noch 12,4 Prozent, kam der Microblogging-Dienst im letzten Jahr nur noch auf knapp 7 Prozent; auch Google+ verlor weiter an Bedeutung (von 2,8 auf 2,6 Prozent).

Klare Arbeitsteilung der Netzwerke

„Diese Entwicklung könnte zu einem Monopol für Facebook bei der Nachrichtenweitergabe in Sozialen Netzen führen“, zitiert Netzökonom.de den Fachgebietsleiter im Bereich Electronic Markets Oliver Hinz. Allerdings gebe es offenbar eine klare Arbeitsteilung zwischen den Netzwerken, schreibt das Blog weiter. „Über Twitter werden eher Nischenthemen diskutiert, während die ,Mainstream-Themen‘ über Facebook geteilt werden“, sagt Hinz. Auch thematisch würden sich die Netzwerke unterscheiden: Während auf Twitter Politikthemen einen hohen Stellenwert hätten, dominiere auf Google+ Technik. Auf Facebook hingegen würden vergleichsweise viele Beiträge über Gewaltthemen und Verbrechen geteilt.

Die Artikel, die 2014 am meisten in den Sozialen Netzwerken empfohlen wurden, waren „Slammerin Julia Engelmann: Dieses Video könnte Ihr Leben ändern“ von Stern.de 288,092 Likes, die Bild.de-Geschichte „Sanel M. (18) hat Tugces Leben auf dem Gewissen: So lebt der Koma-Schläger im Jugendknast“ mit 157,722 Likes und „Primark-Kunden finden eingenähte Hilferufe in Kleidung“ der Süddeutschen mit 126,961 Likes.

Mehr Happy Stories für die Huffington Post

Seit der Einführung des neuen Facebook-Algorithmus spielen journalistische Inhalte im Newsfeed eine größere Rolle, Nachrichten rangierten höher als etwas Memes oder Benachrichtigungen von Apps. Der Algorithmus bevorzugt außerdem Meldungen, die glückliche Emotionen hervorrufen: Geschichten von Menschen, die etwas Tolles erreichen zum Beispiel. Aus diesem Grund forderte die Chefredakteurin der Huffingon Post, Arianna Huffington, ihre Mitarbeiter auf: „Wir brauchen mehr ‚Happy Stories‘ für Facebook.“ Letzten Monat kündigte sie „What’s working“ an – eine Redaktionsinitiative zur Verdopplung der Berichterstattung über all die Dinge in der Welt, die funktionieren. „Dabei handelt es sich nicht nur um guten Journalismus, sondern auch um eine kluge Strategie. Wir sehen jeden Tag, dass sich Menschen im Gegensatz zu Meldungen der Kategorie ‚When it bleeds it leads‘ konstruktivere und optimistischere Berichte wünschen“, so Arianna Huffington.

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