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Twitter großes Problem: Der Dienst schafft es nicht, genügend neue Nutzer zu finden

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Der 140-Zeichen-Dienst Twitter hat weiter ein Wachstumsproblem: Ganze vier Millionen neue Nutzer konnte CEO Dick Costolo zwischen Oktober und Dezember verbuchen. Aber die Umsätze im Weihnachtsquartal ziehen stärker an als von der Wall Street erwartet. Ergebnis: Die Aktie steigt nach Handelsschluss deutlich, obwohl Twitter weiter viel Geld verliert.

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Ein Befreiungsschlag ist es nicht. Twitter bleibt auch im so wichtigen Weihnachtsquartal weiter den Beweis schuldig, dass es wie der große Rivale Facebook echtes Geld verdienen kann. Nur nach Non-GAAP-Bilanzierungsstandard konnte Twitter ein Quartalsplus von 79 Millionen Dollar oder 12 Cent je Aktie ausweisen, das besser ausfiel als die Analystenschätzungen, die bei 6 Cent je Anteilsschein gegen hatten.

Aber: Nach dem international üblicheren GAAP-Bilanzierungsstandard, der auch Abschreibungen und andere Kompensationszahlungen wie Aktienoptionen umfasst, wies der 140-Zeichen-Dienst erneut ein saftiges Minus von 125 Millionen Dollar aus.

Umsätze schießen in die Höhe, neue Nutzer ziehen aber nicht nach

Immerhin: Twitters Umsätze legen weitaus dynamischer zu – der Zuwachs von 242 Millionen Dollar auf nunmehr 479 Millionen Dollar entspricht im vierten Quartal einem satten Erlösplus von 97 Prozent. Die Wall Street hatte lediglich mit Umsätzen in Höhe von 453 Millionen Dollar gerechnet.

Problematisch indes erscheint die Unfähigkeit des 140-Zeichen-Dienstes, neue Mitglieder zu gewinnen. Nach 284 Millionen aktiven Nutzern per Ende September konnte Twitter zum Jahresende 2014 nunmehr 288 Millionen Mitglieder verkünden – das liegt deutlich unter der von Analysten erwarteten Marke von 295 Millionen Nutzern. Zuletzt sind deutlich jüngere Social Networks wie Instagram an Twitter nach Nutzerzahlen vorbeigezogen.

Problematische Beziehung zur Wall Street
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Seit dem Börsengang Ende 2013  – dem größten Internet-Börsengang seit Facebook– besteht eine On-Off-Beziehung zwischen Twitter und der Börse. Was zunächst furios begann, hat sich binnen der nächsten knapp 15 Monate zur veritablen Achterbahnfahrt entwickelt. Nach einem Traumstart mit einer Kursverdreifachung gegenüber dem Ausgabekurs folgte der brutale Absturz.

Im vergangenen Jahr entwickelte sich Twitter zur schlechtesten Internetaktie 2014 – mit Abstand. Wie konnte das passieren? Der Kurznachrichten-Dienst und vor allem CEO Dick Costolo gibt Anlegern bis heute Rätsel auf: So vermeintlich kurz, prägnant und direkt die Kommunikation in 140 Zeichen verläuft – so unklar ist bis heute, was Twitter eigentlich sein will.

Twitter-Aktie legte nachbörslich um 12 Prozent zu

Daran dürfte sich nach der durchwachsenen Bilanz zunächst einmal wenig ändern. Dass die Twitter-Aktie nachbörslich dennoch um 12 Prozent in die Höhe schießt, dürfte vor allem daran liegen, dass Anleger mit noch schwächeren Zahlen gerechnet hatten.  Zudem befeuerten die Spekulationen um eine Ablösung des streitbaren CEOs Dick Costolo und ein möglicher Einstieg einflussreicher Investoren wie Carl Icahn zuletzt immer wieder den Kurs.

„Ich glaube, die Aktie würde wieder bei 55 bis 60 Dollar notieren, wenn der Aufsichtsrat einen anderen CEO berufen würde”, watschte CNBC-Marktkommentator James Cramer Costolo zuletzt öffentlich bei CNBC ab. Nach Handelsschluss wurden immerhin wieder 45 Dollar bewilligt – ein Plus von 15 Prozent seit Jahresbeginn.

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