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„Der Unhold im Nacken“ – Harald Martenstein macht sich über Stefan Niggemeier lustig

Der Zeit- und Tagesspiegel-Kolumnist Harald Martenstein widmet seine aktuelle Kolumne im Zeit Magazin dem Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier. Niggemeier hat Martenstein in der Vergangenheit mehrfach wegen seiner Kolumnen scharf kritisiert. Nun macht sich Martenstein an eine ironische Retourkutsche. Niggemeier sei ein "Unhold", der ihm im Nacken sitzt.

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Martenstein rechnet in der Kolumne vor, dass er 120 Kolumnen pro Jahr für Zeit Magazin und Tagesspiegel abliefert. Nur selten stehe ein Fehler drin: „Wäre ich ein Flugzeug, dann würde ich alle paar Milliarden Kilometer abstürzen.“ Niggemeier aber würde ihn seit 2011 beharrlich verfolgen und jedesmal, wenn er einen Fehler mache, eine „eine Hasspredigt über meine Inkompetenz ins Internet“ stellen.

Martenstein:

Im Lauf der Zeit hat mich Niggemeier unter anderem als dummstolz, ignorant, intolerant, normal, idiotisch, mitleiderregend, alt, weiß, heterosexuell sowie an den Befindlichkeiten der Menschen desinteressiert bezeichnet. Nicht in jedem dieser Punkte fühle ich mich korrekt beschrieben, da hätte ein bisschen Recherche nicht geschadet.

Besonders angetan hat es dem Zeit-Kolumnisten ein Text Niggemeiers aus dem Jahr 2013, in dem dieser über Martenstein schreibt:

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Er schreibt stellvertretend für die sich für schweigend haltende Mehrheit weißer, heterosexueller, alter Männer, die die Welt nicht mehr verstehen.

Es ging damals um Unisex-Klos in Berlin, die Martenstein lächerlich fand, aber das nur am Rande. Mit fast zwei Jahren Verspätung kontert der angry white Man Martenstein nun:

Sie werfen mir sogar meine Hautfarbe und mein Alter vor, ich sei „weiß“ und „alt“. Die Begriffe „alt“ und „weiß“ werden immer nur abwertend verwendet, ist Ihnen das beim Recherchieren nie aufgefallen? Ich habe mir meinen Teint und die Falten nicht ausgesucht, ich würde lieber aussehen wie der junge Terence Trent D’Arby. Als guter Mensch sollten Sie mich in Zukunft „hell“ und „reif“ nennen. Ich – der reife, helle Mann, ein leckerer Camembert auf Beinen.

Lustig schreiben kann er, der Harald Martenstein.

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Alle Kommentare

  1. Auch wenn ich Niggemeier mag und gerne seine klugen Ausführunge lese, stehe ich in dieser Sache hinter Martenstein.

    Niggemeier weiß eigentlich wie gefährlich die Welt der eigenen Vorurteile ist.

  2. Niggemeier ist jung, schwarz und homosexuell, das genaue Gegenteil von Martenstein. Da hat er aber Glück gehabt.

  3. Heißt das nicht richtig „Dirty old man“ und „Stupid white man“? 😀

    Und Heterosexuell, das schimpfen einen Trolle öfter mal…klar, niemand darf diskriminationsfrei bleiben.

  4. Harald Martenstein ist – mit Verlaub – ein geistig vergreister Mann, der sich tagein tagaus bemüht, allen, die Neues ausprobieren, ans Bein zu pinkeln.

    Lustig schreiben kann er, das ist richtig. Aber er beschränkt sich allein darauf, Abweichungen vom ihm Gewohnten zu identifizieren und allein anhand ihrer Unüblichkeit von oben herab ins Lächerliche zu ziehen.

    Natürlich trifft er damit auch den einen oder anderen Auswuchs, natürlich hat er auch mal recht. Aber im Großen und Ganzen ist er die inkarnierte Beharrung, die gedruckte Feindschaft gegen jede Entwicklung, der publizistische Neheim-Hüstener.

    Wer am liebsten auf dem Sofa sitzt oder lieber noch zurück in die Höhle möchte, der möge ihn immerdar lesen. Alle anderen müssen sein höhnisches Pseudo-Idyll nicht ertragen. Nur weil er lustig schreibt, ist Kritik noch lange nicht verboten.

    1. Ach hat jemand Kritik verboten?

      Am Ende sind Sie nur so ein kruder Wutbürger der mit der Realität im Land nicht klarkommt?

      Mutti sagte ja: … die hamm HASSSSS im Herzen !!!….

      1. Martenstein ist ein guter! Wer wie ich nicht genug von ihm kriegen kann findet in der BILD seine tägliche Kolummne unter dem Titel „Post von Wagner“ unter dem Pseudonym Franz J Wagner.

  5. Internet??

    Da sind doch nur Nazis drin und Kinderpornos und geklaute Musik

    Und Niggi.

    Noja…

  6. Lieber Herr Martenstein,

    nicht traurig sein! Sie schreiben sehr gut, Ihr Sti lund Wortwahl sind stets ausgefeilt. Ich lese Ihre Sachen sehr gerne.

    Und Niggemeier ist ein ungehobelter unkultivierter …Grüße!!

  7. Satire ist in Ordnung. Aber Satire hinzukriegen, ohne unter die Gürtellinie zu gehen, ohne andere herabzusetzen und persönlich anzugehen.

    Selbstgerechtigkeit bei Journalisten – ein ganz, ganz weites Feld.

    In diesem Sinne – ein ganz souveräner Kommentar von Herrn Martenstein.

  8. „Hebst Du den Blick, so siehst Du keine Grenzen“ – so lautet ein japanisches Sprichwort. Ich hätte den beiden Herren gewünscht, ein wenig mehr über den Tellerrand zu schauen, statt sich in ihrem kleinen (Medien-)Sumpf gegenseitig anzupieseln. Es gibt – mit Verlaub – Wichtigeres und Interessanteres als die Eitelkeit von Schreibern. Wobei ich zugeben muss, dass wiederholtes Wadenbein-Pissen einen schon schwer nerven kann.
    Meine Bitte: Besinnen Sie sich auf Ihre Arbeit, auf (fach-)öffentliches Interesse statt kleines Karo. Und weiterhin auf „lustiges Schreiben“, aber über Dinge, die es lohnen.

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