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Quartalszahlen: Sky Deutschland erstmals mit über vier Millionen Abonnenten

Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan
Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan

Sky Deutschland hat einmal mehr sehr gute Geschäftszahlen vorgelegt. Für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 meldet der Bezahl-Kanal erstmals über vier Millionen Abonnenten. Ein Gewinn unterm Strich war diesmal aber nicht drin.

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Im 2. Quartal des Geschäftsjahres konnte Sky Deutschland die Zahl der Abonnenten um 214.000 steigern. Früher mal, als Sky noch Premiere hieß, galten drei Millionen Abonnenten als magische Grenze für die Profitabilität des Bezahlsenders. Diese Grenzen hat Sky schon lange überschritten. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres schrieb Sky auch unterm Strich erstmals schwarze Zahlen.

Insgesamt meldet Sky im Q2 nun 4,123 Millionen Abonnenten (Q2 2013/14: 3,667 Mio.). Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 451 Mio. Euro (Q2 2013/14: 414 Mio. Euro). Im zweiten Quartal 2014/15 betrug der operative Gewinn (EBITDA) 3,5 Mio. Euro (Q2 2013/14: -37 Mio. Euro). Die schwarze Zahl unterm Strich schaffte Sky diesmal allerdings nicht. Das Ergebnis nach Steuern belief sich im zweiten Quartal auf -37,1 Mio. (Q2 2013/14: -80,4 Mio. €).  Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) belief sich auf 33,76 Euro (Q2 2013/14: 34,56 Euro) und ist damit leicht gesunken.

Satelliten-Pay-TV mit umfassenden Fußballrechten, wie Sky es betreibt, ist ein teures Geschäft. Hardcore-Fußballfans haben im Prinzip ohnehin keine Alternative zu Sky, wenn sie Bundesliga-Fußball über die ARD-”Sportschau” hinaus im TV sehen wollen.

Wachstum für Sky schien darum in den vergangenen Jahren vor allem bei Serienfans möglich, die hochwertige internationale TV-Serien zeitnah zu den Ausstrahlungen in den USA, wahlweise in Originalsprache und ohne Werbe-Unterbrechung sehen wollen. Gerade hier gibt es durch die Video-on-Demand-Anbieter wie Amazon Instant Prime oder Netflix neue, deutlich billigere Konkurrenz.

Sky-Chef Sullivan betont zwar in öffentlichen Äußerungen gerne und oft, dass diese Anbieter keine Konkurrenz darstellen würden – er ist aber schlau genug, Sky trotzdem gegen die angebliche Nicht-Konkurrenz abzusichern. So hat Sky mit dem eigenen VoD-Angebot Snap eine reinrassige Abwehrmaßnahme gegen Netflix & Co gestartet. Gleichzeitig baut Sky sein eigenes Angebot in Richtung Online um und aus und bietet mit Sky Online mittlerweile einen deutlich günstigeren Einstieg in die Sky-Welt, der komplett aufs Internet setzt und ohne Satellit oder Kabel auskommt. Hierin dürfte auch der Grund liegen, dass der ARPU tendenziell weiter sinken könnte, weil das Online-Geschäft geringere Margen aufweist.

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Schließlich pflegt Sky die Partnerschaft mit dem führenden US-Pay-TV-Sender HBO, der Serienperlen wie “Game of Thrones”, “True Detective” oder “The Leftovers” im Programm hat, die es anderswo nicht zu sehen gibt. Dass Sky auch die dritte Staffel der Netflix-Edelserie “House of Cards” in deutscher Erstausstrahlung zeigt, ist kein echter Trumpf. Zwar hat Sky einen Vertag mit Netflix, der die deutschen Erstausstrahlungsrechte für alle „House of Cards Staffeln zusichert – allerdings ist es auch für deutsche Netflix-Abonnenten ein Leichtes, über kleine Umwege auf das us-amerikanische Angebot des VoD-Anbieters zuzugreifen, wo “House of Cards” natürlich auch zu sehen ist.

Um unabhängiger von Lizenzen zu werden, setzt Sky nun auch verstärkt auf Eigenproduktionen. “100 Code”, die erste internationale Koproduktion von Sky Deutschland, startet im März. Die zwölfteilige Serie ist im hierzulande beliebten Genre der Skandinavien-Krimis angesiedelt.

Sky ist also nach wie vor auf einem guten Weg. Trotzdem zeigt sich: Das Geldverdienen mit Pay-TV in Deutschland ist ein fast genauso heikler Job wie das Überleben auf dem Iron Throne …

Anmerkung: In einer ersten Version war zu lesen, dass es unsicher sei, ob Sky künftige Staffeln der Netflix-Serie „House of Cards“ auch in deutscher Erstausstrahlung zeigen kann. Laut Sky hat Netflix Sky allerdings die Erstausstrahlungsrechte für alle Staffeln der Serie – auch alle künftigen – vertraglich zugesichert. Die Passage wurde entsprechend geändert.

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Alle Kommentare

  1. Liebe SKY Leute,
    solange wir in Deutschland öffentlich rechtliches Fernsehen, sowie freies Privat TV haben, werdet ihr mit Eurer Preispolitik im Minus bleiben.
    Auch Eure kurzfristigen „Angebote“ werden nach Ablauf gecancelt werden.
    Ich verwette meinen Allerwertesten dafür, wenn Ihr Euer volles Programm
    über SAT und/oder IP für einen Preis von 10 € anbieten würdet, sind schwarze Zahlen kein Problem mehr.

    Ach ja, hätt ich fast vergessen, legt mal Eure Arroganz ab.

  2. Ein Jahr habe ich ein reguläre Sky-Abo gehabt. Als Kunde bekommt man dann jeden Tag gezeigt, was man alles verpasst und nicht gebucht hat. Sei es nun Champions-League, Filme im Einzelabruf, Boxkämpfe oder einfach nur eine HD-Qualität. Letzteres sollte meiner Meinung nach längst Standard sein um einen modernen Flatscreen richtig zu nutzen, vor allem wenn man mit einem Spruch wie „Besser Fernsehen“ wirbt.
    Liebe Leute von Sky, fragt doch mal bei Apple, Google oder Amazon nach wie man treue Kunden behandelt und behält. Scheinbar wollt ihr nicht richtig Geld verdienen?!

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