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Googles neues Problem: Die Suche schrumpft

Google weitet sein Werbe-Tracking auf Websites von externe Anbietern aus
Google weitet sein Werbe-Tracking auf Websites von externe Anbietern aus

Der wertvollste Internetkonzern der Welt hat schon mal spektakulärere Zeiten gesehen. Klar ist: Die Phase der großen Wachstumssprünge ist vorbei, bahnbrechende neue Geschäftsfelder sind nicht in Sicht. Nun jedoch kündigt sich echtes Ungemach ab: Das Kerngeschäft, die Internetsuche, wirkt angreifbarer denn je – Google rutschte in den USA auf den schwächsten Marktanteil seit 2008 ab. 


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Es läuft nicht mehr so rund bei Google. Als der wertvollste Internetkonzern der Welt vergangene Woche sein neustes Zahlenwerk für das abgelaufene Weihnachtsquartal vorstellte, waren Anleger so erleichtert darüber, dass ihre Erwartungen nicht noch weiter enttäuscht wurden, dass die Aktie gleich um fünf Prozent nach oben hüpfte.

Dabei hat Google den Nimbus des Überfliegers längst verloren: Der Internetriese ist träge geworden. Die Nettogewinne legen mal marginal zu, mal verlieren sie moderat – die Umsätze ziehen gerade noch knapp zweistellig an. Moonshots wie die Datenbrille Google Glass zündeten ebenso wenig wie die Bemühung, mit Google+ ein eigenes Social Network zu etablieren. Alles verkraftbar, solange das Kerngeschäft, die Internetsuche, brummt – schließlich werden weiter mehr als 85 Prozent der Umsätze durch schlagwortbasierte Online-Werbung verdient.

Googles Marktanteil bei der Internetsuche rutscht in den USA auf 2008-Level

Doch der Konditionalsatz bekommt nun erste Brüche. Wie der Marktforscher StatCounter ermittelte, ist Googles Marktanteil bei der Internetsuche in den USA auf den schwächsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Juli zurückgefallen. Noch komfortable 74,8 Prozent der Internet-Recherche in der USA wird über Google durchgeführt – doch die Konkurrenz von Yahoo und Bing legt zu.

Keine Frage mit 12 bzw. 11 Prozent Marktanteil werden Microsoft und Yahoo mittelfristig kaum zu Google aufschließen können – doch steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Googles Butter-und-Brot-Geschäft wirkt nicht nur so angreifbar, weil es unter dem Paradigmenwechsel vom stationären zum mobilen Internet leidet, in dem sich an Werbeanzeigen weniger verdienen lässt – sondern auch deshalb, weil immer mehr Internet- und Tech-Rivalen eine Allianz gegen Google proben.

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Verbannt Apple die Google-Suche vom iPhone, hat Larry Page ein großes Problem 

Apple etwa hat sich in der neusten Generation seines mobilen Betriebssystems iOS bei der Internet-Suche durch die persönliche Assistentin Siri ebenso für Microsofts Bing entschieden wie bei der Desktopsuche in Mac OS X Yosemite.

Seit Monaten schießen nun die Spekulationen ins Kraut, dass Apple seinen Rivalen auch bei der mobilen Internetsuche aus dem Safari-Browser im iPhone und iPad verbannen könnte. Der seit dem ersten iPhone 2007 bestehende Vertrag mit Apple läuft in diesem Jahr nämlich aus. Wenn Apple posthum Steve Jobs’ Drohung vom „thermonuklearen Krieg“ im Spätsommer wahr macht, hat Google ein gehöriges Problem: Wie das Wall Street Journal berichtet, stammt mehr als die Hälfte des mobilen US-Internet-Traffics von Apples Safari-Browser.

Welchen Einfluss auslaufende Verträge bei der Internetsuche auf die Marktanteile haben, lernt Google im Kleinen durch das Ende der Partnerschaft mit Mozilla. Im Dezember hatte Firefox in den USA Google nach zehn Jahren in der Voreinstellung bei der Internetsuche verbannt und im gleichen Rahmen durch eine neue Fünfjahrespartnerschaft mit Yahoo ersetzt. Die Folge ist eben jetzt in den StatCounter-Statistik zu besichtigen: Yahoos Zuwächse gehen mit Googles Marktanteilsverlusten einher.

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