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Apple platziert neue Milliarden-Anleihe, um Steuern zu sparen

Die Welt ist nicht genug für Apple CEO Tim Cook (Foto: dpa)
Die Welt ist nicht genug für Apple CEO Tim Cook (Foto: dpa)

Vermeintliches Paradoxon: Gerade erst hat Apple satte 18 Milliarden Dollar in nur drei Monaten eingenommen – und hält nun trotzdem wieder die Hand am Bondmarkt auf. Wie geht das zusammen? 


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Es kann teuer werden, viel Geld zu horten. Das ist das Luxusproblem, das Apple seit Langem mit sich herumschleppt. Und es wird von von Jahr zu Jahr größer: Auf enorme 178 Milliarden Dollar ist das Cashpolster angeschwollen, doch nur  20 Milliarden Dollar davon lagern in den heimischen Geldspeichern.

Hier beginnt das eigenartige Steuer-Problem des wertvollsten Konzerns der Welt: 158 Milliarden Dollar lagern on sogenannten Offshore-Konten im Ausland. Um die Mittel jedoch verwenden zu können, müsste Apple aktuell den happigen US-Steuersatz von 35 Prozent zur Repatriierung zahlen.

Dass die hochkapitalisierten Tech-Unternehmen – auch Google und Microsoft haben sich auf Steuervermeidung im Ausland spezialisiert –, bei ihren Milliarden-Zuflüssen entsprechend den größtmöglichen Bogen um Uncle Sam machen, liegt in der Natur des Kapitalismus.

Teures Kapitalrückführungsprogramm

Entsprechend wird seit Jahren angeregt über eine Reform des amerikanischen Steuersystems diskutiert – zuletzt legten die US-Senatoren Rand Paul und Barbara Boxer einen überparteilichen Plan vor, nachdem bei der Kapitalrückführung nur 6,5 Prozent Steuern fällig werden würden – doch eine Zustimmung im US-Senat erscheint kaum wahrscheinlich.

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Solange eine Einigung auf sich warten lässt, muss Apple zusehen, wie es auf andere Weise an Kapital kommt, das schließlich für das größte Kapitalrückführungsprogramm der Wirtschaftsgeschichte aufgewendet werden muss – allein knapp 12 Milliarden Dollar werden per Dividendenzahlungen an Aktionäre jährlich ausgeschüttet.

Bereits 39 Milliarden Dollar Schulden

Doch woher nehmen, wenn nicht satte Steuern zur Rückzahlung zahlen? Seit zwei Jahren bedient sich Tim Cook dafür eines klassischen Wall Street-Tricks aus dem Lehrbuch von Warren Buffett: Er leiht sich billiges Geld am Bondmarkt. Apple platzierte gestern, wie schon dreimal in den Vorjahren, erneut eine milliardenschwere Anleihe: Diesmal wurden 6,5 Milliarden Dollar für Schuldverschreibungen aufgenommen. Insgesamt stiegen Apples Verbindlichkeiten damit auf 39 Milliarden Dollar.

Transaktionen in die andere Richtung des Kontos dürften bald für Investitionen in ein riesiges Rechenzentrum fließen. Wie CNBC berichtet, will Apple in den nächsten 30 Jahre enorme 2 Milliarden Dollar in das Data Command Center investieren. Entstehen soll die Anlage in Arizona auf dem Gelände des im Herbst vergangenen Jahres pleite gegangenen Saphirglasherstellers GT Advanced Technologies.

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