Anzeige

“Wenn ich Bambi höre, krieg ich ‘nen Absturz”: Bushidos wirres Burda-Bashing

Der Bambi-Preisträger Integration 2011
Der Bambi-Preisträger Integration 2011

Diese Woche machte Bushido  klar, was er mittlerweile vom Bambi hält: nix. Außerdem: People-Cover-Triptychon, die neue Website vom Guardian und Andrew Sullivan (The Dish) hört auf zu bloggen. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

Anzeige
Anzeige

Es war Anno 2011, als man es bei Burda für eine gute Idee hielt, dem Rap-Rüpel Bushido ein Bambi in der Quatsch-Kategorie “Integration” hinterherzuschmeißen. Der Lohn für den PR-Stunt war ein veritabler Shitstorm und eine Knalltüten-Dankesrede vom Bushido, Yo Mann! Mittlerweile haben sich das Bambi und der Bushido wieder auseinandergelebt. In einem Interview mit dem Online-Fan-Magazin Rap.de machte der erneut zum bösen Buben mutierte Bushido diese Woche klar, was er vom Bambi mittlerweile hält: nix.

Bushido, wie üblich in wirren Worten:

Ich will es gar keinem mehr recht machen. Ich will mich nicht mehr erklären müssen. Ich will niemandem mehr sagen müssen, ich bin ja gar nicht homophob. Oder hey, wenn ich sage “Fotze”, dann ist das so und so gemeint. Und wenn ich sage “Schwuchtel”, dann ist das so und so gemeint. Damit bin ich durch. Das hatte diesen negativen Höhepunkt bei der Bambi-Verleihung gehabt, die mich heute immer noch richtig krass so abturned. Also, wenn ich Bambi höre, krieg ich ‘nen Absturz. Und ich glaube, die erkennen mir den Echo, äh, den Bambi nur nicht ab, weil sie sich sozusagen nicht den Fehler eingestehen wollen. Weil das, was im Nachhinein hervorgekommen ist, wussten die alles schon im Vorfeld. Und die haben das natürlich genutzt, um nochmal schön die Bambi Promo-Keule zu schwingen mit mir ganz vorne an den Karren gespannt. Deswegen glaube ich nicht, dass sie mir den aberkennen. Einfach nur, weil sie sich selber dann diesen Fehler eingestehen müssten. Und wenn sie’s machen würden, wär’s mir auch egal. Wenn morgen Burda jetzt sagt: offizielle Mitteilung. Oder ich in der Bild-Zeitung lese, dass Burda mir den Bambi aberkennt, das ist dann so: OK. Alles klar. Zur Kenntnis genommen.

(Keine Angst, das Video startet an der entsprechenden Stelle, Sie müssen sich nicht durch sieben Minuten Bushido-Dünnsinn quälen)

Yo Mann, Bushido. Und wenn einer zu Dir sagt: Blödmann! Dann ist das bestimmt auch “so und so” gemeint. Wir verstehen uns.

Der britische Guardian hat diese Woche seine neue Website enthüllt und was soll man sagen: Die schaut fantastisch aus.

Einer der Köpfe dahinter ist der frühere Zeit Online Chefredakteur Wolfgang Blau. Der Digital-Stratege des Guardian hat dem österreichischen Standard ein lesenswertes Interview zum Thema gegeben. Darin ging es auch um das beliebte Thema Paywalls. Aus dem Interview dieses eine, bemerkenswerte Zitat:

Anzeige

Für viele Verleger gibt es in der digitalen Welt einfach nichts zu gewinnen, und wir sollten ihnen nicht so rasch Verschlafenheit vorwerfen. Ihre Strategie, das alte Printgeschäft so lange zu beschützen wie möglich und ihre digitalen Aktivitäten nur als markenpflegende Begleitmusik für Print zu betreiben, ist plausibel und legitim. Verlage sind keine Stiftungen, und die meisten Tageszeitungen haben nun einmal keine plausible digitale Zukunft, sondern nur eine mittelfristige Zukunft als Printmedien, und danach ist es leider vorbei.

Am gleichen Tag, als das Interview erschien, gab die Koblenzer Rhein-Zeitung bekannt, dass sie nun eine harte Paywall runterlassen und ihren Print-Abonnenten weiterhin für das E-Paper fünf Euro extra abknöpfen wird. Und danach ist es leider vorbei.

Zum Glück haben wir hierzulande diese tolle Medienvielfalt. Am Donnerstag konnten sich Menschen, die sich für People-Magazine interessieren, zum Beispiel zwischen diesen drei Presse-Erzeugnissen entscheiden:

Bildschirmfoto 2015-01-30 um 09.46.22 Bildschirmfoto 2015-01-30 um 09.46.35 Bildschirmfoto 2015-01-30 um 09.46.51

Tipp an die In-Redaktion: Beim nächsten Mal das eingeklinkte Bobbele nicht vergessen!

Wie läuft es eigentlich bei Andrew Sullivan und The Dish? 2013 elektrisierte der bekannte US-Blogger die Branche mit der Ankündigung, sein Blog künftig nur noch mit Hilfe von Leser-Abos finanzieren zu wollen. Ein wagemutiges Projekt. Im ersten Jahr nahm Sullivan mit Abos über 875.000 Dollar ein. Im zweiten Jahr soll es nicht mehr so gut gelaufen sein. Und schon die geplanten 900.000 Dollar pro Jahr waren derart auf Kante geplant, dass Sullivan für sich selbst kein Gehalt einkalkulierte. Immerhin waren zwischen sieben und zehn Mitarbeiter an Bord. Diese Woche fiel mir die Story rund um Sullivan und The Dish wieder ein. Auch wegen der anhaltenden Diskussion um Paid Content und aktuelle hiesige Projekte wie die Krautreporter. Ich schaute bei The Dish auf der Website vorbei und siehe da: Sullivan verkündete just an diesem Mittwoch, dass er das Bloggen an den Nagel hängt. Er begründet das folgendermaßen:

I am saturated in digital life and I want to return to the actual world again. I’m a human being before I am a writer; and a writer before I am a blogger, and although it’s been a joy and a privilege to have helped pioneer a genuinely new form of writing, I yearn for other, older forms. I want to read again, slowly, carefully. I want to absorb a difficult book and walk around in my own thoughts with it for a while. I want to have an idea and let it slowly take shape, rather than be instantly blogged. I want to write long essays that can answer more deeply and subtly the many questions that the Dish years have presented to me. I want to write a book.

Außerdem wolle er mehr Zeit mit seinen Eltern, seinem Mann, seinen Geschwistern und Nichten und Neffen verbringen. Und die Dauer-Bloggerei habe ihm auch gesundheitlich zugesetzt. Dieses digitale Publishing kann schon eine ganz schöne Mühle sein.

In diesem Sinne: Rechenknechte ausschalten und schönes Wochenende!

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Finde diese Berichterstattung, ehrlich gesagt, etwas unseriös..
    Egal über wen man berichtet und egal was dieser Mensch macht oder nicht macht, finde ich eine neutrale Berichterstattung dennoch viel angenehmer.
    Aber über neutrale Berichterstattung in Deutschland zu sprechen, ist sowieso sinnlos…

  2. Die Welt hat ja sonst keine anderen Probleme, als sich über einen Bambi aufzuregen wie in der Vergangenheit. Er hat ihn damals bekommen und fertig. Wenn man jetzt zu dem Entschluss kommt, dass es ungerechtfertigt gewesen ist, dann hat man eben einfach Pech gehabt.

  3. Berichterstattung auf null niveau

    wenn rapper so reden wie die andern bauern im Musikantenstadl dorf der öffentlich rechtlichen gez langeweile

    dann ist ofen aus hier.

    fette props an böhmermann ihr doppelmoral affen

    peace

  4. Stefans Subotnik zum Wochenende …

    Qualitäts-Spitzenpremium-Journalismus von allerfeinsten. Hui.

    Echt voll knorke so und soaye neeee

  5. Es gibt gute Gründe, Bushido abzulehnen . Was mich nervt, ist diese komisch-gewollte „YO-YO“-Sprache, immer wenn es in der Berichterstattung um Rap und Hip-Hop geht. („Dankesrede von Bushido, Yo Mann!“). Was soll das, Herr Winterbauer?

    1. >Was mich nervt, ist diese komisch-gewollte “YO-YO”-Sprache, immer wenn es in der Berichterstattung um Rap und Hip-Hop geht.

      Ja, das sollte man wirklich lassen, ist weder lustig noch irgendwie „cool“

      Bushido hat übrigens gut erkannt, Burda/Bambi hatte ihn nur ausgewählt um sich selbst zu promoten,

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*