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„Der Playboy ist vielleicht das letzte Männerparadies“, sagt Chefredakteur Florian Boitin

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Sex sells: In Zeiten, in denen es an jeder Ecke des Internet kostenlos Nackte und Porno zu sehen gibt, schreibt der Playboy eine überraschende Erfolgsgeschichte. Im vierten Quartal konnten die Münchner ihren Einzelverkauf um 2,2 Prozent steigern. Im MEEDIA-Interview spricht Chefredakteur Florian Boitin über nackte Dschungelstars, warum sein Heft noch immer so vielen Männer spaß macht und die Umbenennung des Cyberclubs in Playboy-Plus.

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Sind Sie zufrieden mit der Performance ihrer Dschungelstars. Verkaufen sich Angelina und Sara Kulka gut am Kiosk?
Das ist die falsche Frage. Wenn Sie mich gefragt hätten, wie läuft das Thema, dann hätte ich gesagt: hervorragend.

Also noch einmal: Wie läuft eigentlich das Thema Dschungelstars?
Wie gesagt: hervorragend. Und das auf allen Kanälen. So haben wir am Erscheinungstag des aktuellen Heftes den Traffic auf Playboy.de mehr als verdreifacht. Wir freuen uns über den besten Wert seit mehr als zwei Jahren. Zudem ist der Traffic nicht gleich wieder auf den durchschnittlichen Wert zurückgegangen. Wir haben immer noch konstant fast doppelt so viele Besucher, wie üblich. Auch im Playboy-Magazin-Shop brummt es gerade richtig, genauso wie im Cyberclub, unserem digitalen Bezahlbereich.

„Angelina und Sara haben auch erst im Flieger nach Australien erfahren, dass sie beide auf dem Titel sind

Sind Sie denn jetzt enttäuscht, dass beide schon draußen sind?
Nein. Ich sehe mir die RTL-Inszenierung im Dschungel ganz entspannt an. Was das betrifft, bin ich dann auch mal völlig leidenschaftslos.

Immerhin da.
(lacht)

Warum funktionieren Angelina und Sara in diesem Jahr beim Playboy besser, als die Dschungelstars in den Vorjahren?
Das ist so nicht ganz richtig. Im Vorjahr hatten wir zwar eine Dschungelkandidatin (Ex-Queensberry-Sängerin Gabby Rinne, die Redaktion) im Heft, aber Kate Moss auf dem Titel. Da war vor allem der Online-Buzz bei weitem nicht so groß. Aber in diesem Jahr ist uns wohl einfach eine wirklich gelungene Inszenierung geglückt. Angelina und Sara haben auch erst im Flieger nach Australien erfahren, dass sie beide auf dem Titel sind. Und zwar in dem Moment, als sie erstmals das Heft in der Hand hielten.

Das Playboy-Dschungelduell wurde ja auch von der Bild gleich begeistert aufgegriffen.
Das stimmt. Aber genau das ist auch unsere Strategie. Wir wollen mindestens einmal im Monat ein Thema setzen, das „Talk of the Day“ ist.

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Das ist meistens der aktuelle Star, der im Playboy zu sehen ist und den die Bild, RTL & Co. abfeiern.
Wir freuen uns zumindest sehr, wenn es genauso funktioniert.

Ist die Cover-Frau also das entscheidende Verkaufsargument, um Talk of the Day zu sein?
Meistens. Wir sind im Jahr 2015. Da kann die Nachricht des Playboys nicht mehr sein: Wir präsentieren euch eine unbekleidete Frau! Viel entscheidender als die Frage was, ist doch wer bei uns zu sehen ist. Wir sind längst nicht mehr nur Enthüllungs-, sondern im Prinzip ein People-Magazin. Es ist doch so: Nackte Tatsachen gibt es heutzutage an jeder Ecke im Web. Aber Simone Thomalla oder Christine Theiss werden sie dagegen nur im Playboy nackt und dabei aufregend hochwertig in Szene gesetzt erleben. Diese Exklusivität ist sicher ein wesentlicher Grund für unseren Erfolg. Übrigens gehören die Sozialen Netzwerke längst zu unseren wichtigsten Treibern in Sachen Buzz.

Ja?
Alleine bei Facebook erreichen wir über zwei Millionen Menschen.

Aus dem Cyberclub wird in Kürze in „PlayboyPlus“

Ist das Prüde Facebook mit seinen strikten Regeln nicht eine echte Herausforderung?
In der Tat. Da sind wir sehr eingeschränkt in dem, was wir zeigen dürfen. Deshalb verlinken wir bei Facebook in erster Linie auf unsere Website und den Cyberclub, den wir übrigens in Kürze in „PlayboyPlus“ umbenennen.

Warum?
Der Begriff „Cyber“ kommt aus den 90er-Jahren und klingt doch ziemlich nach Schmuddel und Cyber-Sex. Zudem erklärt das „Plus“, genau das, was ist: Der digitale Abonnent bekommt hier einfach mehr. Wichtigste Änderung ist dabei nicht der neue Name, sondern das erweiterte Angebot. Wir haben das Design überarbeitet und die Funktionalität verbessert. Und PlayboyPlus ist künftig komplett responsive. Wir sehen ja auch, dass die mobile Nutzung massiv steigt.

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Wie gehen Sie denn mit der Facebook-Problematik um?
In dem wir die Regeln einfach akzeptieren. Die Situation hat aber auch Vorteile. Denn die Nutzer wissen von Anfang an: Wer mehr sehen will, muss schon zu playboy.de kommen. Grundsätzlich denken wir wirklich jede Story immer von allen Kanälen aus. Wie Sie wissen, hatte Burda zuerst nur die Online-Lizenz für den Playboy, bevor ab Ende 2002 die Print-Rechte dazukamen. Es gab hier also zunächst nur ein reines Digital-Team. Diese digitale Playboy-Historie hat sicher dazu beigetragen, dass wir heute von einer vollintegrierten Redaktion sprechen können. So produzieren wir bei jedem Shooting und vielen Interviews gleich das passende Material für unsere digitalen Angebote, wie playboy.de, PlayboyPlus, Facebook, Instagram etc. mit.

Kanibalisieren sie sich da nicht?
Nein. Wir bespielen die einzelnen Kanäle genau mit den jeweils passenden Inhalten. So gibt es etwa im digitalen Bezahlbereich mehr Bilder zu sehen, als im Heft und in der Digital-Edition von den Shootings noch zusätzliche Bewegtbild-Inhalte.

 

PLAYBOYMit einem Einzelverkauf von 169.816 Exemplaren war diese Ausgabe der Top-Seller im vergangenen Jahr


Wie viele Abonnenten hat der Cyberclub?

Aktuell erfreuliche 15.000 zahlende Abonnenten.

Und das trotz YouPorn & Co.?
Ja. Aber noch einmal: Unser Erfolgsrezept ist die exklusive Nacktheit von Stars.

Es geht den Leute also nicht um den reinen Sex?
Nein. Wir haben ja nichts mit Pornografie zu tun.

Ist das ein Unterschied zu den USA?
Nein. Aber der amerikanische Markt funktioniert in manchen Dingen anders. Allerdings schauen die US-Kollegen schon sehr interessiert auf uns. Denn wir treiben nicht nur die digitale Entwicklung ganz im Sinne der Muttermarke voran.

Übernehmen Sie viel Material aus den USA?
Wir könnten natürlich, machen das aber nur sehr selektiv. Wir übernehmen in der Regel nur ein Titelshooting und ein bis zwei Interviews oder Reportagen pro Jahr. Allerdings drucken die internationalen Ausgaben deutlich mehr Fotostrecken, Reportagen und Interviews des deutschen Playboy, als wir an Inhalten von unseren Schwester-Editionen beziehen.

„Der Playboy ist vielleicht das letzte Männerparadies“

Wollen die auch die Star-Shootings haben?
Selten. Die anderen Editionen sind mehr an unseren Playmateshootings und Features interessiert.

Die aktuellen Zahlen waren ein kleines Freudenfest für Sie (MA plus 11 Prozent, IVW plus 2,2 Prozent im Einzelverkauf). Was machen sie anders, als die Konkurrenz?
Wir halten uns streng an das alte Billy-Wilder-Gebot: Du sollst nicht langweilen! In erster Linie ist unser Auftrag Männer intelligent zu unterhalten. Sie also nicht nur unterhalb der Gürtellinie anzuregen, sondern auch in Regionen deutlich darüber. Playboy ist vielleicht das letzte Männerparadies. Ein Handbuch für den Mann. Unser Ziel ist ein ansprechender und anspruchsvoller Themenmix aus klassischen Traum- und realen Lebenswelten von Männern. So finden Sie mittlerweile in jeder Ausgabe neben Reportagen, Interviews, Literatur und Kolumnen internationaler Star-Autoren auch den Playboy-Lifestyle-Coach mit humorvollen Anregungen rund um die Themen Stil, Genuss und Lebensart.

Funktioniert der alten Slogan: „Alles, was Männern Spass macht“ noch immer?
Ja. Die Männer lesen Playboy ganz offensichtlich auch heute noch mit einem guten Gefühl. Hätten wir sonst Idole wie Peter Maffay, Felix Neureuther oder Armin Rohde für unsere aktuelle Imagekampagne gewinnen können? Es ist doch im Prinzip ganz einfach: Der Titelstar dient bei Playboy als Schaufenster. Aber nur wenn die Leser im Laden hinter der Auslage auch etwas Interessantes finden, kommen sie wieder.

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Alle Kommentare

  1. Hallo,

    Ich habe seit über 10 Jahr den Playboy Cyverclub abonniert, und möchte ihn jetzt kündigen. Der Grund dafür ist: 1: ich bin zu alt (75Jahre) Rentner und habe nicht mehr das geld um ihn zubezahlen, ferner interressiert er mich auch nicht mehr. Jetzt probiere ich seit einen 1/4 Jahr diesen zukündigen, was einfach nicht möglich ist, weil mir nieman bei Playboy oder Cyberclub, noch bei ClickandBuy sagen wo ich kündigen kann. Mir bleibt jetzt keine Wahl als das Ganze meinem Rechtschutz zu übergeben. MFg Jung

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