„Kein Schlussstrich in der Geschichte“: eindrucksvoller „Tagesthemen“-Kommentar zum Thema Auschwitz

„Panorama“-Moderatorin  Anja Reschke.
"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke.

Fernsehen Vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit, seit Tagen wird der Holocaust in den Medien thematisiert. Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein? Niemals, findet die NDR-Moderatorin Anja Reschke und richtet sich mit starken Worten an die Tagesthemen-Zuschauer.

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„Dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht vergessen werden kann,“ sagt Anja Reschke in einem Kommentar während der Tagesthemen am Dienstag. Die Opfer, die den Holocaust überlebt haben, könnten nicht einfach einen Schlussstrich ziehen. „Und ihnen schmettern wir entgegen: Es muss doch mal Schluss sein“?

Die Moderatorin betont außerdem, sie habe sich geschämt, als sie die Bilder aus der Dokumentation „Night Will Fall“ von Alfred Hitchcock über die Befreiung Ausschwitz gesehen hat. Weil es zu ihrer Identität als Deutsch gehöre – ob sie wolle oder nicht. „Nach diesem Film konnte ich nicht schlafen, also habe ich umgeschaltet. Und was sehe ich? Pegida-Demonstranten in Dresden, die sich aufregen über die vielen Ausländer in Deutschland. Ganz ehrlich: da ist mir dann wirklich schlecht geworden.“

Bei Facebook hat der Kommentar schon 1 Mio. Views und über 30.000 Likes erreicht.

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Alle Kommentare

  1. ansichtsache mal wieder was gegen eine bestimmte gruppe und zu dem lager war ich nicht ist mir schnuppe weil ich damit nichts zu tun hatte

  2. Die Opfer sind praktisch alle tot, die Täter übrigens auch.

    Was bleibt sind traumatisierte Gutis, die ihre Mitmenschen terrorisieren um sich besser zu fühlen und ihre Agenda zu pushen.

    Übrigens waren Juden keine Ausländer, aber egal.

    Die ÖR sind einfach intellektuell am Ende.

    Müssen einem die Meedia-Macher einem leid tun, Trash TV verursacht Gehirnkrebs, egal ob bei RTL oder im Ersten.

    1. Nein. Was bleibt, ist der größte, industriell organisierte Massenmord der Menscheitsgeschichte. Durchgeführt, schweigend geduldet oder ignoriert von den Eltern unserer Eltern. Und angesichts seiner unfassbaren Ausmaße die bohrende Frage, wie es dazu kommen konnte. Ist es wiederholbar? Wie hätte/würde ich mich verhalten? Was war mit meinen Großeltern? Um sich diesen Fragen zu stellen, muss man kein Gutmensch sein.

  3. Da haben wohl die medialen Filter versagt. Es ist vollkommen instinktlos einen Kommentar über das Jahrhundertverbrechen Auschwitz in eine persönlich-polemische Kritik der seltsamen Dresdner Demonstrationen münden zu lassen.

    Das Schlimme finde ich, dass so viele gar nicht realisieren, warum das überhaupt nicht geht und pietätlos ist. Auschwitzvergleiche zum 70. Jahrestag der Befreiung. Das war ein Satz zu viel.

    Vor allem, wen der Besprochenen soll das überzeugen und abholen? Macht die reale Nutzung gegen die Pegida nicht die rechtsextreme Propaganda von der „Auschwitzkeule“ gerade salonfähig? Wie muss man sich ein Teilnehmer dieser Demonstration fühlen, wenn mit solch monströsen Vergleichen gegen ihn ausgeholt wird zur besten Sendezeit?

    Am Anfang schon macht sie den gleichen Fehler wie Jenninger. Sie zitiert eine pietätslose Position und führt sie vor. Wieso muss sie sich die rhetorisch überhaupt erst zu eigen machen? Denkt man im Umfeld der NDR Redaktion so? Zitiert sie Positionen aus dem Bekanntenkreis? Ich denke zum 70. Jahrestag hätte Frau Reschke sehr sensibel sein müssen. Billige tagespolitische Polemik passt nicht zur Ernsthaftigkeit des Themas und wird der Kolossalität des Verbrechens überhaupt nicht gerecht. Ein Argumentum ad Auschwitzum ist für einen professionellen Journalisten niemals goutierbar.

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