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Spiegel-Gesellschafter einigen sich auf Hass als Saffe-Nachfolger

Spiegel-Neubau in der Hafencity: Jeder fünfte Job beim Magazin soll bis Ende 2017 abgebaut werden
Spiegel-Neubau in der Hafencity: Jeder fünfte Job beim Magazin soll bis Ende 2017 abgebaut werden

Die letzte Führungs-Vakanz beim Spiegel ist beseitigt. Nach MEEDIA-Informationen haben sich die Gesellschafter darauf geeinigt, dass Vertriebschef Thomas Hass neuer Gesamt-Geschäftsführer und damit Nachfolger von Ove Saffe wird. Die offizielle Ernennung ist demnach nur noch Formsache.

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Hass dürfte den neuen Job bereits bis Ende des ersten Quartals übernehmen und Ove Saffe von seinem Job „erlösen“. Saffe hatte erklärt, sein Amt zur Verfügung zu stellen, nachdem die Gesellschafter dem ehemaligen Chefredakteur Wolfgang Büchner das Vertrauen entzogen hatten. Dieser war bereits Ende des Jahres beim Spiegel ausgeschieden. An der Redaktionsspitze ist im Januar Klaus Brinkbäumer als alleiniger Chefredakteur inthronisiert worden. Die zuvor von Büchner in Personalunion mitverantwortete Herrschaft über Spiegel Online hat seither Florian Harms inne.

Die Beförderung von Thomas Hass ist keine Überraschung, nachdem sich offenbar auf dem freien Markt kein Kandidat angeboten hatte, der das notwendige Format und zugleich die Leidensfähigkeit mitgebracht hätte, der eigenwilligen Mitarbeiter-KG gleichzeitig Vorgesetzter und Untergebener zu sein. Dennoch hatte es auf Seiten der Gesellschafter (neben der Mitarbeiter-KG, die über die Stimmenmehrheit verfügt, noch der Verlag Gruner + Jahr sowie die Erben Augsteins) Überlegungen gegeben, ob Hass als Sprecher der Mitarbeiter-KG der geeignete Gesamtchef für den Spiegel wäre. Denn in seiner Eigenschaft als KG-Chef hatte Hass die Demontage Büchners und in der Folge auch das Ausscheiden von Ove Saffe maßgeblich mit zu verantworten.

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Nun erbt der bisherige Vertriebschef den Posten des Geschäftsführers und auch dessen üppiges Gehalt. Mit seiner Personalie haben sich die einflussreiche Print-Redaktion wie auch die Mitarbeiter-KG insgesamt auf ganzer Linie durchgesetzt. Für sie alle gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr, wenn Zahlen und Geschäftsentwicklung nicht stimmen. Der Posten von Hass als KG-Sprecher wird nach seiner Beförderung per Wahl neu vergeben. Dieser Schritt ist nötig, weil sein Ausscheiden mehr als 6-Monate vor Ablauf der Wahlperiode erfolgt.

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