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Nach Soap-Auftritt: BR-Intendant kritisiert Gastspiel von CSU-Minister Markus Söder

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BR-Intendant Ulrich Wilhelm kritisiert Markus Söders Gastauftritt in Daily Soap "Dahoam is Dahoam" (Fotos: dpa)

Ein Gastauftritt des bayerischen CSU-Ministers Markus Söder in einer Daily Soap brachte dem Bayerischen Rundfunk heftige Kritik ein. Nach der Landtagsoppposition meldete sich am Sonntag auch der BR-Intendant Ulrich Wilhelm im B5 Medienmagazin zu Wort: Der Gastauftritt mit einer politischen Darstellung sei problematisch.

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Am 20. Januar 2015 übernahm der bayerische Minister für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Markus Söder (CSU), eine Gastrolle in der Soap „Dahoam ist Dahoam“ des Bayerischen Rundfunks (BR) und spielte sich selber: Nach einer Autopanne wird Söder von der Bürgermeisterin des fiktiven Orts Lansing im Auto mitgenommen – und hatte während der Fahrt viel Zeit, um für seine Politik zu werben.

Die Landtags-Grünen verurteilten diesen Auftritt scharf, es handele sich hier um „dreistes Politiker-Placement“. Fraktionschef Ludwig Hartman hat kein Verständnis für die Art und Weise, wie der Minister in die BR-Serie eingebunden wurde: „Da bleibt einem die Luft weg! Die Aufzählung der vermeintlichen Glanzleistungen der CSU-Staatsregierung hat in dieser Serie nichts verloren – und steht auch in keinerlei Zusammenhang mit Inhalt und Handlung.“

Der Sender wies diese Kritik zunächst von sich und betonte in einer Stellungnahme, die Serie greife als Spiegelbild des täglichen Lebens immer wieder aktuelle Themen, auch aus der Politik, auf. Kurze Gastauftritte von Politikern anderer Parteien seien bereits in Entwicklung. „Den Dialog von Minister Söder mit der Bürgermeisterin hat ein sechsköpfiges Autorenteam geschrieben. Minister Söder hat sich in seinem Dialog inhaltlich an das Drehbuch gehalten, in dem Bürgermeisterin Brunner im Übrigen seine Aussagen wiederholt kritisch hinterfragt“, heißt es weiter.

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Am Sonntag meldete sich jedoch der BR-Intendant und Ex-Regierungssprecher Ulrich Wilhelm zu Wort. Im Gespräch mit dem „B5-Medienmagazin“ des Bayerischen Rundfunks kritisierte er die zuständige Redaktion und betonte, die direkte Verknüpfung von Söders Gastauftritt mit politischen Inhalten seiner Partei sei „problematisch“. Die Serienredaktion hätte ihn im Vorfeld nicht um Rat gefragt, erklärte er und kündigte eine „interne Befassung“ mit dem Thema an.

Die umstrittene Folge mit dem Titel „Politische Wurst-Phobie“ ist mittlerweile aus der Mediathek des Senders verschwunden.

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Alle Kommentare

  1. Warum sich so aufregen? So isser halt, der Markus Söder. Der versucht halt alles, damit er der Nachfolger vom Seehofer Horst wird.
    Er hat nach der breiten öffentlichen Kritik wegen seines Auftritts bei „Dahoam is Dahoam“ gesagt: „800.000 Zuschauer – das ist leichter als in 800 Bierzelten reden.“ Da hat er wohl recht. Und die Klientel, die diese Daily-Soap regelmäßig sieht, dürfte nicht im Verdacht stehen, besonders kritisch zu hinterfragen. Und Söder wird´s doch Wurscht sein, wie er an die nötigen Stimmen für den ganz großen Chefsessel in Bayern kommt. Wahlstimme ist Wahlstimme.
    Nur den Machern von „Dahoam is Dahoam“ muss man den Vorwurf machen, dass sie die Folgen des Drehbuchs von Folge 1449 von DiD nicht vorher überrissen haben. Und sich von Söder haben instrumentalisieren lassen.

    Damit das öffentliche Meinungsbild über M.S. etwas abgerundet wird, schlage ich vor, dass in einer weiteren Folge von „Dahoam is Dahoam“ Söders uneheliche Tochter (siehe http://www.welt.de/politik/article893116/Markus-Soeder-und-seine-uneheliche-Tochter.html ) auch mal mitspielen darf.

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