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Pegida-Leaks: Wie Lutz Bachmann ungewollt die „Lügenpresse“ bestätigte

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Pegida-Chef Lutz Bachmann warf den deutschen Medien immer wieder vor, sie würden ihn – völlig zu Unrecht – in die rechte Schublade stecken; "Lügenpresse" entwickelte sich schnell zu einer der Parolen auf den montäglichen Demonstrationen der Bewegung. Am Mittwoch veröffentlichte die Dresdner Morgenpost jedoch ein Foto, das Bachmann zeigt wie er als Hitler posiert sowie Postings, in denen er Flüchtlinge als "Viehzeug" bezeichnete.

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Sie wollten sich abkapseln, sich vor der „Meinungsmache der Lügenpresse“ schützen: Demonstrativ verweigerten die Anhänger der Pegida-Bewegung Gespräche mit den deutschen Medien und kritisierten immer wieder, sie würden von der Presse als „rechts“ abgestempelt werden und jegliche Form des Rechtsextremismus ablehnen.

Anfang 2015 öffnete sich Pegida ganz langsam gegenüber der Presse: Die Sprecherin der Bewegung Kathrin Oertel war in der ARD-Talkshow mit Günther Jauch zu Gast, einen Tag später gab sie gemeinsam mit dem Pegida-Vorsitzenden Lutz Bachmann eine offizielle Pressekonferenz. Doch nicht nur die Presse-Pegida-Mauer hat erste Risse bekommen, auch innerhalb der Organisation beginnt es zu bröckeln – und der Anstoß dazu kam ausgerechnet durch Enthüllungen der „Lügenpresse“. Eine Faceook-Nutzerin schickte der Dresdner Morgenpost Screenshots und Ausdrucke eines Gesprächsverlaufs zwischen ihr und Bachmann sowie eines Postings des Pegida-Chefs von September 2014, in dem er Flüchtlinge als „Gelumpe“, „Dreckspack“ und „Viehzeug“ bezeichnet. Gegenüber der Tageszeitung sagte die Frau: „Er redete öfter abfällig über andere Menschen, die nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Aber das hier war die Höhe. Als ich ihn mit den Äußerungen konfrontierte, blockierte er mein Profil.“

Lutz Bachmann veröffentlichte außerdem auf seinem privaten Profil sowohl ein Foto von sich als Adolf Hitler verkleidet als auch ein Bild von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern, auf dem es heißt: „Three K’s a day keep the minorities away“ (Drei K’s am Tag halten Minderheiten fern).

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung

Damit bestätigt Lutz Bachmann genau die Vorbehalte der Presse. Seine Vorwürfe, die Medien würden Geschichten über seine rechte Stimmungsmache erfinden, wirken jetzt wie eine Farce. Die Enthüllungen sorgen auch intern für Aufregung. Der stellvertretende Vorsitzende des Pegida-Vereins Rene Jahn sagte am Mittwoch zur Bild-Zeitung: „Der Vorfall um das Hitler-Bild muss Konsequenzen haben. Das geht überhaupt nicht. Mit so etwas will ich nichts zu tun haben. Wir werden sehr zeitnah heute über Konsequenzen sprechen. Wir sind zwölf Leute bei Pegida und nicht nur einer.“

Seit Mittwoch prüft außerdem die Staatsanwaltschaft Dresden den Anfangsverdacht einer Straftat wegen der Kommentare. Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein als Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden erklärte dem Tagesspiegel, dabei könne es um Beleidigungsdelikte gehen, „aber natürlich auch Volksverhetzung“.

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Alle Kommentare

  1. Danke Ruptly, dass wir Legida live sehen konnten. Bei unseren zensierten Medien wird ja nichts gesendet.

    1. [..] scherz

      schon okay, es findet sich halt immer einer, der über so was lachen kann. was du ja gerade auf’s schönste bewiesen hast.

      1. Erzähl das mit deiner politisch korrekten Verkrampftheit und Humorlosigkeit doch mal Dani Levi, der genau dasselbe mit Helge Schneider in der Hauptrolle verfilmte. Du hättst wohl im Kino gesessen und als einziger verbissen geblinzelt und mit geradezu altdeutschem Ernst gerufen: „Darüber lacht man nicht!“ Leider machts Du Deinem Namensträger Oliver Hardy damit keine große Ehre.

      2. marion,

        mag sein, daß dein persönliches verständnis von humor sich von meinem unterscheidet, aber ich kenne den unterschied zwischen einem künstler (wie putzig, daß du einen jüdischen nimmst, um dein „argument“ zu untermauern) und einem kleinkriminellen. ich verstehe, warum der eine es „darf“ und es bei dem anderen als unanständig gilt. damit scheinst du noch so deine probleme zu haben.

        dumme bemerkungen über den namen (normalerweise poste ich als „hinterwald“, da hättest du bei deinem humorverständnis sicher noch mehr zu kichern gehabt) gelten übrigens seit 20 jahren im netz als ausweis maximaler dummheit. aber okay, du bist noch nicht so lange dabei, denke ich mal.

        leider hat mir meine mutter nie erzählt, was sie bloß auf den namen gebracht hat, oliver hardy (nachname …) und hardy (vorname…) krüger waren es aber ihrer auskunft nach nicht, und wer sie in den _50ern_ sonst noch zu diesem schönen namen angeregt hat, bleibt mir auf ewig verborgen.

        aber schön, daß du auf das offensichtliche sofort kommst, tiefer scheint es bei dir ja eh nicht zu reichen.

      3. @Andy:

        Mir ist neu, dass „Ausländer“ eine Rasse sind. Die gehackte Nachricht erscheint in keinem Kontext, deshalb ist eine Bewertung, die über das Offensichtliche hinausgeht, nicht möglich.

        Für mich zählt, wie sich ein Mensch öffentlich verhält, was er dort sagt und am wichtigsten, was er tut oder nicht tut. Privatgespräche, vielleicht noch in einer hitzigen Debatte, und um ein solches handelt es sich, gehen niemanden etwas an.

        Und noch etwas: Wir hatten sogar einmal einen Außenminister, der nach allen Indizien Brandsätze auf Menschen geworfen hat und Andersdenkende verprügelte. Im EU-Parlament sitzt ein Kinderschänder. Dort verlangt komischerweise niemand, dass die betreffenden Herren eine lupenreine und persilweiße Vergangenheit aufweisen. Entweder man misst alle mit demselben Maß oder lässt es gleich ganz bleiben.

    2. Natürlich ist es als Scherz erkennbar. Aber wer nicht erkennen will, sieht halt den Antichristen.

      Es wäre auch schön gewesen, hätte man hier auf die angeblichen abfälligen Äußerungen über Ausländer verlinkt, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann. So bleibt es zumindest in diesem Bericht nichts weiter als eine unbewiesene Anschuldigung.

      1. @Andy: Sollte dieses Facebook-Posting echt sein, handelt es sich in der Tat um nicht zu akzeptierende Äußerungen. In diesem Fall hat Herr Bachmann vielleicht in der Sache recht (mehr Sicherheitsleute im Sozialamt nötig, viel Geld an Schleuserbanden usw.), die Ausdrucksweise wäre aber selbst dann nicht akzeptabel.

        Nun müsste man nur noch sicher sein können, dass dieser Facebook-Beitrag echt ist (war).

        Darüber zu diskutieren, wäre angemessen, aber ganz sicherlich nicht darüber, ob er beim Frisör einen Scherz machen darf.

      2. Das Hitlerbärtchen ist was für die titelseiten von Boulevard-Medien. Dieser Mensch ist ein gefährlicher Rassist und Menschenfänger und Frau Oertel an seiner Seite ist nicht minder gefährlich.
        Zum Thema Echtheit: Warum sollte jemand den Account eines völlig unbekannten Menschen im September 2014 hacken um dann rassistische Postings abzusetzen? Herr Bachmann wurde doch erst viel später öffentlich bekannt. Aufgefallen ist ihm das dann auch nicht? Das kann er gern Dieter Baumann und seiner Zahnpastatube erzählen.

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