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„Ein Vampir namens Pegida“: So sieht die internationale Presse die Protestbewegung

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Pegida zieht nicht nur in Deutschland die mediale Aufmerksamkeit auf sich, auch die internationale Presse beobachtet die Entwicklung mit Besorgnis. MEEDIA hat einige der Pressestimmen aus Großbritannien und den USA gesammelt.

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Vor allem die britische Tageszeitung The Guardian setzt sich intensiv mit der Thematik auseinander, beleuchtet die vagen Thesen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und stellt die große Frage, die auch hierzulande viele nicht wirklich beantworten können: Was will Pegida eigentlich genau?

Der Historiker und Schriftsteller Timothy Garton Ash warnt in der Zeitung vor allem vor einer Spirale der Diskriminierung. „Wir müssen dem Fremdenhass jetzt entgegenwirken – bevor es zu spät ist“, betont er. Weiter sieht er Pegida als ein regionales Problem: Dresden als Stadt mit einer sehr geringen Immigrationsquote habe im Gegensatz zu anderen westlichen deutschen Städten zu wenig Erfahrung im multikulturellen Zusammenleben.

Er fordert alle europäischen Bürger dazu auf, Signale der Toleranz zu senden – und zwar jeden Tag: „Nur so können wir uns von dem Vampir namens Pegida verabschieden.“

Die New York Times stellt ähnliche Thesen auf und erklärt, die Fremdenfeindlichkeit der Stadt Dresden läge in ihrer kommunistischen Vergangenheit begründet. Seit der Wiedervereinigung sei sie ein „Tal der Ahnungslosen“: Während der Rest von Deutschland jahrelang Türken und andere Immigranten aufgenommen habe, sei der Osten (zu) lange isoliert gewesen.

Noch habe sich zum Glück kein Äquivalent zu Frankreichs Marine Le Pen und ihrer Front National gebildet – doch dies sei nur der wachsenden Wirtschaft und der guten Arbeitsmarktsituation in Deutschland zu verdanken.

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Der Independent sieht vor allem eine Gefahr in den Ergebnissen einer Studie der TU Dresden, die belegen, dass der durchschnittliche Pegida-Demonstrant der TU-Dresden-Studie gut ausgebildet und aus der Mittelschicht ist. Die Studie ergab außerdem, dass nicht einmal ein Viertel der Befragten in irgendeiner Form angab, ihre Teilnahme habe mit dem Islam zu tun. Die meisten seien generell unzufrieden mit der Politik und den Medien. seien.

The Atlantic nimmt die Wahl von „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres als Aufhänger, um den „beunruhigenden Trend“ in Deutschland zu erklären und veröffentlicht eine Karikatur des französischen Karikaturisten Michel Cambon:

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Alle Kommentare

  1. Die im Bundesamt für magische Wesen tätigen Vampire wehren sich aufs Schärfste gegen die Gleichsetzung mit der PEGIDA-Bewegung. Vampire haben nichts, aber auch gar nichts zu tun mit PEGIDA.
    Vampire haben sich im Lauf der Zeit stets anpassen müssen und tauchen in allen Kulturen auf. Sie sind bildungs- und kulturbewußt, gelten gelegentlich als etwas unterkühlt-arrogant, aber stets eher als elitär und pflegen gelegentlich auch ihr Image als erotische Verkörperung unbewußter Vorstellungen.
    Dies hat nichts mit dem PEGIDA-Mob im dunklen Sachsen zu tun. An dem braunen Bodensatz bei PEGIDA haftet höchstens etwas annähernd Dämonisches, da reckt ein brauner Geist der Vergangenheit sein häßliches Haupt wider die Vernunft.
    Aber bitte – Vampire haben damit nichts am Hut.

  2. @Hilgert: Auch wenn man’s richtig übersetzt bleibt die Gesamtaussage, dass der Osten länger isoliert von Ausländern war als der Rest der neuen Republik. Dies stimmt a) nicht, denn auch Vietnamesen, Kubaner und Polen gelten hierzulande als Ausländer, und die waren reichlich vertreten in der DDR (v.a. auch in Sachsen). b) liegt zwar Dresden weit im Osten von den Amis aus gesehen, aber der gemeinte Osten ist deutlich größer als Dresden. Für US-Verhältnisse freilich sind die paar hundert Kilometer zwischen Dresden und Rostock natürlich zu vernachlässigen. Drum merke, wenn die Amis, ja selbst die NYT, versuchen, andere Länder zu erklären, kann eigentlich nur Murks rauskommen. Wahrscheinlich erfährt durch den Beitrag erstmals ein Teil der Leser, dass es überhaupt zwei verschiedene Deutschlands gab…

  3. Die Autorin schreibt:
    „Die New York Times stellt ähnliche Thesen auf und erklärt, die Fremdenfeindlichkeit der Stadt Dresden läge in ihrer kommunistischen Vergangenheit begründet. Seit der Wiedervereinigung sei sie ein “Tal der Ahnungslosen”: Während der Rest von Deutschland jahrelang Türken und andere Immigranten aufgenommen habe, sei der Osten (zu) lange isoliert gewesen.“
    Das ist eine fahrlässige Wiedergabe des Artikels in der NYT- eine Wiedergabe, die an den Englischkenntnissen der Autorin wie an ihrem historischen Wissen zweifeln lässt. Tatsächlich heißt es in der NYT:
    „Some see Dresden’s xenophobia rooted in its Communist past. Before unification, the region was known as “the valley of the clueless,” because it was the only major urban area in East Germany which could not receive West German television. And while the rest of Germany was absorbing Turks and other immigrants for decades, the East was largely isolated from foreigners.“

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