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Cover-Check: erneut miserable Kiosk-Zahlen für Spiegel und Focus

Die Ausgaben 51/2014 von Spiegel und Focus
Die Ausgaben 51/2014 von Spiegel und Focus

Nur eine Woche nach dem historischen Einzelverkaufs-Minusrekord ging es für den Spiegel ein weiteres Stück bergab. Nur 209.253 Leute griffen am Kiosk zum Heft 51/2014 mit dem Titel "Die dunkle Seite der Macht" über die USA. Der Focus fiel zwar auf keinen Minusrekord, ging aber nur 64.546 mal über die Ladentische.

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209.253 sind noch einmal etwa 500 Exemplare weniger als beim historischen Tiefstwert vor einer Woche. Lag da der Titel „Zukunft des Lesens“ wie Blei in den Regalen, war es diesmal also „Die dunkle Seite der Macht“, eine Titelgeschichte darüber, „wie Amerika seine Werte verlor“. Zwar haben es die aktuellen Magazine kurz vor Weihnachten traditionell etwas schwerer, doch zwei solche Einzelverkaufswerte hintereinander sind für den Spiegel absolut bitter. Im Gesamtverkauf, also inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln, etc. erreichte die Ausgabe eine Auflage von 831.852, darunter 50.037 ePaper.

Der Focus meldete sich unterdessen mit schwachen 64.546 Einzelverkäufen aus der IVW-Heftauflagenpause. Die Zahlen der Ausgaben 48 bis 50 liegen für das Burda-Magazin weiterhin nicht vor, dafür nun aber die des Heftes 51/2014. „Fit & gesund durch den Winter“ prangte auf dem Titel – ein Thema, dass die Menschen kurz vor Weihnachten offenbar nicht wirklich interessierte – zumal da von Winter nicht viel zu spüren war. Die Kiosk-Normalwerte verfehlte das Heft damit deutlich. Der 12-Monats-Durchschnitt des Focus liegt derzeit bei 80.600, der 3-Monats-Durchschnitt bei 77.000. Der Gesamtverkauf der Ausgabe lag bei 497.158, darunter 22.575 ePaper.

Halbwegs in Ordnung sind die aktuellen stern-Zahlen: Heft 52/2014 verkaufte sich am Kiosk mit dem weihnachtlichen Titel „Die Kraft der Vergebung – Sieben Menschen, sieben Geschichten: Wie gut es unserer Seele tut, wenn wir anderen verzeihen“ 208.209 mal und landete damit immerhin ziemlich genau auf dem aktuellen 3-Monats-Normalwert von 208.300. Der 12-Monats-Durchschnitt von 213.700 wurde hingegen verfehlt. Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf der Ausgabe 52: Er lag bei 716.333.

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Kennen Sie unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

Spiegel_2014_51 Focus_2014_51 stern_2014_52

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Alle Kommentare

  1. [Wird das erstnoch freigeschaltet? Dann bitte nicht zweimal]

    Vielleicht liegt das ja inzwischen gar nicht mehr am Titel? Der funktioniert als Teaser für ein potentiell interessantes Thema bei mir durchaus als Anreiz.

    Allerdings bin ich vom Spiegel inzwischen an ein Niveau gewöhnt, welches mich eben insgesamt überhaupt nicht mehr interessiert. Nur mal so als Beleg ein aktuelles Beispiel:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studenten-auf-wg-suche-die-wohnungsnot-ist-nicht-so-schlimm-a-1012603.html

    Anektdotische Empirie, offensichtlich nur angetrieben von der Absicht eine bestimmte Botschaft zu kommunizieren. Warum und auf Basis welcher Motivation auch immer. Das ist nicht nur bizarr, es ist auch ein totaler journalistischer Offenbarungseid. Dabei ist dieser Text online bereits mehrfach entschärft worden. Wo jetzt in der Einleitung „Klischee“ steht fand sich zunächst die „Mär von der Stud-Wohnungsnot“. Wie viel meanwhile umformuliert wurde ist unklar, es wurde von der Red. nicht dokumentiert.

    Ebenso könnte man die „Mär von der geringen Chance auf einen Millionengewinn im Lotto“ widerlegen, indem man über sechs Lottogewinner als Gegenbeweis berichtet.

    Das ist zwar vermutlich nicht im Print drin, dokumentiert aber eben den generellen Niveauverlust auf der Bastion Ericus.

    Wenn in der Kernzielgruppe immer mehr potentielle Käufer unterstellen, auch politische und sonstige Berichterstattung laufe so, also: Wir kennen die Botschaft die wir senden wollen und schreiben halt wahllos irgendeinen peinlichen Stuss, der das belegen wollen … dann erodiert eben der Absatz systematisch. Denn selbst dem treuesten Teil der Kernzielgruppe dürfte das irgendwann schlicht zu doof werden.

    Und natürlich wird das am Kiosk schneller erkennbar als an den Abozahlen.
    Das zu beobachten ist wie bei einem schrecklichen Autounfall: Es ist schrecklich, aber man kann einfach nicht weggucken….

  2. Vielleicht liegt das ja inzwischen gar nicht mehr am Titel? Der funktioniert als Teaser für ein potentiell interessantes Thema bei mir durchaus als Anreiz.

    Allerdings bin ich vom Spiegel inzwischen an ein Niveau gewöhnt, welches mich eben insgesamt überhaupt nicht mehr interessiert. Nur mal so als Beleg ein aktuelles Beispiel:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studenten-auf-wg-suche-die-wohnungsnot-ist-nicht-so-schlimm-a-1012603.html

    Anektdotische Empirie, offensichtlich nur angetrieben von der Absicht eine bestimmte Botschaft zu kommunizieren. Warum und auf Basis welcher Motivation auch immer. Das ist nicht nur bizarr, es ist auch ein totaler journalistischer Offenbarungseid. Dabei ist dieser Text online bereits mehrfach entschärft worden. Wo jetzt in der Einleitung „Klischee“ steht fand sich zunächst die „Mär von der Stud-Wohnungsnot“. Wie viel meanwhile umformuliert wurde ist unklar, es wurde von der Red. nicht dokumentiert.

    Ebenso könnte man die „Mär von der geringen Chance auf einen Millionengewinn im Lotto“ widerlegen, indem man über sechs Lottogewinner als Gegenbeweis berichtet.

    Das ist zwar vermutlich nicht im Print drin, dokumentiert aber eben den generellen Niveauverlust auf der Bastion Ericus.

    Wenn in der Kernzielgruppe immer mehr potentielle Käufer unterstellen, auch politische und sonstige Berichterstattung laufe so, also: Wir kennen die Botschaft die wir senden wollen und schreiben halt wahllos irgendeinen peinlichen Stuss, der das belegen wollen … dann erodiert eben der Absatz systematisch. Denn selbst dem treuesten Teil der Kernzielgruppe dürfte das irgendwann schlicht zu doof werden.

    Und natürlich wird das am Kiosk schneller erkennbar als an den Abozahlen.
    Das zu beobachten ist wie bei einem schrecklichen Autounfall: Es ist schrecklich, aber man kann einfach nicht weggucken….

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