Anzeige

Charlie Hebdo: Karikaturist Riss soll Redaktion leiten, mehr Ausgaben für Deutschland

Das aktuelle Cover von Charlie Hebdo zeigt einen weinenden Mohammed und ist die Antwort auf das blutige Attentat auf die Redaktion der französischen Satirezeitung am 7. Januar 2015.
Das aktuelle Cover von Charlie Hebdo zeigt einen weinenden Mohammed und ist die Antwort auf das blutige Attentat auf die Redaktion der französischen Satirezeitung am 7. Januar 2015.

Der französische Zeichner Laurent Sourisseau, gemeinhin bekannt unter dem Pseudonym Riss, soll neuer Chefredakteur der Charlie Hebdo-Redaktion werden. In Deutschland war die aktuelle Ausgabe binnen kürzester Zeit ausverkauft. Nachschub gibt es voraussichtlich ab Samstag.

Anzeige
Anzeige

Laurent Sourisseau bzw. Riss war bei dem islamistischen Anschlag am 7. Januar an der Schulter verletzt worden. Für Dienstag werde die Entlassung des Zeichners aus dem Krankenhaus erwartet, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Ab dann soll Riss die Leitung der Charlie Hebdo-Redaktion übernehmen.

Riss ist seit 2009 bei dem französischen Satiremagazin und leitete es gemeinsam mit dem bisherigen Chefredakteur Stéphane Charbonnier, der bei dem Anschlag ums Leben kam. Vom Krankenhausbett aus zeichnete er zwei Karikaturen für die aktuelle Ausgabe, die am 14. Januar in Millionenauflage erschien und in Frankreich binnen weniger Stunden ausverkauft war. Noch am selben Tag verkündete der Verlag, die Auflage auf fünf Millionen zu erhöhen.

Auch international ist die erste Ausgabe der Überlebenden des Anschlags begehrt. Nach Deutschland schafften es 5.000 Exemplare, die ebenfalls innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren. Einen Lichtblick aber scheint es für Interessierte zu geben: Wie der Vertrieb Saarbach gegenüber der AFP sagte, sollen kommenden Samstag nochmal rund 30.000 Exemplare in die deutschen Bahnhofkiosks kommen. Die Mengenangabe sei jedoch voraussichtlich und derzeit nicht mit Sicherheit feststellbar.

Anzeige

Wer darauf nicht vertrauen will, kann die aktuelle Ausgabe auch digital erwerben – oder versucht sein Glück beispielsweise über Ebay. Die Preise für das Charlie Hebdo-Heft Nummer 1178 bewegen sich derzeit zwischen einem und mehreren tausend Euros.

Bis zur nächsten Ausgabe wolle sich die Redaktion etwas Zeit lassen, heißt es weiter. Sie erscheint voraussichtlich am 4. Februar wieder.

Die Redaktion des Satiremagazins, das mit seinen islamkritischen Karikaturen für Aufsehen gesorgt hatte, war Anfang Januar Opfer eines islamistischen Anschlags geworden, bei dem zwölf Personen ums Leben kamen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. es waren genügend Zeitungen in Deutschland wie kommt es dass es Ebay Verkäufer gibt die 1oo und mehr Exemplare zu Wucher preise versteigern am Anfang für mehr als 250,00 € pro Zeitung . ich gehe davon aus dass die Kiosk die Exemplare versteigern. ich selbst habe am Bahnhof Kiosk bestellt und mußte mich damit abfinden dass es keine gibt, aber bei Ebay jede menge ??? siehe http://www.ebay.de/itm/321645983532?_trksid=p2055119.m1438.l2649&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT
    da sollte man mal nachgehen da er auch als privater Verkäufer auftritt. von solchen Verkäufer sind jede menge bei Ebay.
    g.fritz

  2. Charlie Hebdo wird offensichtlich vom deutschen Pressesystem (Verlage und Vertrieb) vorsätzlich ausgebremst.

    Die Nachfrage ist unglaublich, man hätte wohl locker 500.000, vielleicht sogar mehr als 1.000.000 Exemplare in Deutschland verkaufen können, aber dazu muss die Auslieferung natürlich zeitnah passieren.

    Warum es das deutsche Pressesystem nicht schafft, ausreichend Ware in den Handel zu bringen kann man eigentlich nur mit Vorsatz erklären.

    Der digitale Workflow ermöglicht schon lange, dass Presseprodukte nicht nur im Heimatland gedruckt werden und freie Druckkapazitäten gibt es in Deutschland ohne Ende.

    Soviel zur „Solidarität“ in der Presse-Branche

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*