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Viele Gefühle, kaum Konkretes und ein passiver Moderator: Der Pegida-Talk bei Günther Jauch

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Am Sonntag Abend stellte sich die Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel das erste Mal in einem Live-Gespräch den Fragen der Presse: in der ARD-Talkshow mit Günther Jauch. Sie versuchte zu erklären, was die Bewegung bewirken will – doch klare Forderungen formulierte sie nicht. Günther Jauch verzichtete auf kritisches Nachfragen, wechselte lieber das Thema, wenn es heikel wurde. Eine tiefe Diskussion kam so nicht zustande.

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„Ich darf sie nicht verschrecken – nicht jetzt, wenn sie endlich live mit der Presse spricht“, scheint sich Günter Jauch gedacht zu haben, als die Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel gestern Abend in seiner Sendung saß. Tatsächlich behandelte er sie wie ein rohes Ei. Am Anfang war diese Taktik durchaus angebracht, so ein Gespräch muss behutsam angegangen werden, um eine offene Gesprächsrunde zu schaffen. Doch je länger der Talk voranschritt, umso deutlicher wurde: Jetzt muss was passieren! Wo sind die kritischen Fragen? Wo die konkreten Antworten? Und wo die wirkliche Diskussion? Denn immer, wenn heikle Themen auf den Tisch kamen, wechselte Jauch das Thema.

Neben Jauch und Oertel saßen der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, CDU-Politker Jens Spahn, der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse (SPD) und Frank Richter (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung) im ARD-Studio. Schnell wurde klar: Oertel und Spahn sind die Hauptakteure, alle anderen lediglich Statisten.

Schon der Einstieg in das Gespräch mit Oertel war schwammig. Jauch wollte von ihr wissen, wer sie eigentlich genau sei und wie sie zu Pegida kam. Oertels Antwort: „Ich bin eine normale Frau aus dem Volk“. So undifferenziert sollte es dann für den Rest der Sendung bleiben – obwohl Spahn immer wieder genau diese Differenzierung forderte. Ständig bezog sich die Pegida-Sprecherin auf DAS Volk, DIE Medien, DIE Politk. Doch wen meint sie damit? Sie sprach von Defiziten in der Politik, nannte aber nichts Konkretes. Und Jauch fragte nicht nach. Auf diffuse Aussagen wie „In Deutschland wird ja auch gegen die Abholzung des Regenwaldes demonstriert, obwohl es hier keinen Regenwald gibt“ brachte er nicht mehr als ein zögerliches „Hakt der Vergleich nicht etwas?“ hervor.

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„Wie sieht die von Ihnen befürchtete Islamisierung aus?“, „Was sind die Sorgen der Demonstranten?“ und „Welche Lösungen schlagen Sie vor?“ Diese Fragen blieben ungestellt – zumindest von Jauch. Der CDU-Abgeordnete Spahn versuchte hingegen tapfer, Tiefe in die Unterhaltung zu bringen: Immer wieder rief er „Das kann man doch nicht so stehenlassen“, argumentierte mit handfesten Gegenargumenten und versuchte Oertel mit Fragen wie „Machen Sie denn einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus?“ aus der Reserve zu locken. Ohne Erfolg: Eine Antwort darauf wurde ihm durch Jauchs direkten Themenwechsel verwehrt und die Pegida-Sprecherin macht sich keine Mühe, es ihm trotzdem zu erklären.

Andere Punkte wurden komplett ausgespart: Obwohl der Moderator es am Anfang der Sendung ankündigte, kam das Thema „Lügenpresse“ nicht auf den Tisch und auch die Ermordung des Flüchtlings in Dresden wurde nicht angesprochen. Dafür prophezeite Alexander Gauland die krude These, die Islamisierung habe mit dem Verbot des Pegida-Abendspazierganges am Montag bereits begonnen.

Das Gespräch bei Günther Jauch war eine erste Annäherung, ein zaghaftes Aufeinanderzugehen. Doch was es gebracht hat: unklar. Ob Kathrin Oertel das Angebot von Jens Spahn annimmt, sich zusammenzusetzen: unklar. Die eine große Frage bleibt so oder so unbeantwortet: Was will Pegida konkret?

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Alle Kommentare

  1. Dresden ist zu 100 abhängig von Gas, das per der Diebes- Ukraine kommt.
    Aber nicht mehr lange. Der Strang wird abgeklemmt–wie wohl die Hirndurchblutung bei vielen aus DD.
    Dann wird es dort noch dunkler. Und recht frisch, das kann helfen. Sind ja auch die deppertsten Fußballkrawallos eben die aus Dresden.
    Was ist da los? Unterirdische, unentdeckte Atombombe hat alle verstrahlt?

  2. Hallo Pegida !

    vor was habt ihr Angst?
    vor euch selber? seid Menschen ! mit Herz und Verstand!
    macht andere nicht für euch verantwortlich!
    alles ist endlich ! genießt die Zeit , die bleibt.
    Wir haben hier in Deutschland das Paradies. In anderen Ländern gibt es Hunger , Kriege und Angst. Alles kann sich ändern. Die Welt verändert sich.

    Hunde , wollt ihr ewig leben ?

    Fritz Wöss

    und eine gebürtige Dresdnerin

  3. Erstaunlich, was hier mancher von sich gibt…
    Ich kann Funkys nur zustimmen: Immer wenn es spannend wird, wechselt Jauch schnell das Thema und fragt nicht nach. Der gute „Wohlfühl-Onkel” der Nation kann eben nicht aus seiner Haut und ist als Polit-Talker völlig ungeeignet.
    Plasberg war allerdings auch schon mal besser und rettet sich heute oft in den „Faktencheck” oder einen Themenwechsel, um einer aufkommenden Spannung die Spitze zu nehmen.

  4. Es war ein Versuch, die sächsische Domina zu umgarnen, es dabei aber doch nicht so bierernst zu meinen, um von der Antifa&GEZ-Abschaffern dafür gekreuzigt zu werden. Das gestiefelte Provinzkätzchen mit dem Charme einer Hausmutter aus der Hamburger Herberstraße wird sich wohl die ganze Zeit bekichert und gedacht haben: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß. Jens Spahn, von Muttis Schergen entsandt, um die bösen Sachsen einzuholen. Gescheitert. Thierse, bei dem man sich fragt, ob der alte Zausel jemals gute Zeiten hatte? Gescheitert. Gauland, der sich im Wiederholen von Kanzlerinnenzitaten übte. Gescheitert. Und auch Jauch, der weinsinnige Süddeutsche mit Schmalz und Hohn in der Kastratenstimme. Gescheitert. Fazit: Es wird also keine „Einholung der Bewegung“ geben – jedenfalls nicht so, wie die Herrschaften es sooo gerne hätten: Wir erklären Euch, liebe Pegida, noch einmal die Welt – und dann gebts bittschön endlich Ruh´! Einziger Lichtblick war dieser in der „Systempresse“ gescholtene Herr Richter. Laisierter katholischer Pfarrer, echter 89er und sicher ein Mensch, der auch mit dem modernen Papst Franziskus gut könnte. Solche Menschen sind für unser gespaltenes Land der einzige Lichtblick und auch die einzige Hoffnung. Sonst bleiben uns nur die Schießbudenfiguren Jauch, Thierse, Spahn und Gauland hinter ihren Schießscharten. Und hinter denen stehen noch viel Schlimmere: Merkel, Gabriel, Oppermann, Özdemir, um nur einige Lieblinge zu nennen. Fazit nach dem Abspann: Zeit, dass wir Wähler Viele von denen in den Ruhestand schicken. Pronto!

  5. Hier wird der Pegida einfach zu viel Aufmerksamkeit zugestanden. Was sind 20.000 Demonstranten zusammen gezogen aus ganz Deutschland? 0,02% der Bevölkerung nehmen auch noch die Aussage „Wir sind das Volk“ in Anspruch. 75% der Einwohner sind gegen Pegida und das zählt.

    1. Naja, in der früheren DDR haben ca. 100´000 Menschen angeblich den Umsturz bewirkt und eben diesen Spruch „Wir sind das Volk“ skandiert.
      Das sind auch lediglich 0,625%.

      Die Frage ist doch viel eher.
      Warum sollten die einen diesen Spruch verwenden dürfen und die anderen nicht.
      Sind wir denn nicht alle ein Volk, das Volk?

  6. Zitat:““Machen Sie denn einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus?”

    Interessiert das irgendjemanden wenn Anschläge geplant oder ausgeführt werden?

    Das ist doch unwichtig.

  7. Auch wenn ich Ihn grundsätzlich sehr schätze, ist es halt immer das gleiche Problem mit Herrn Jauch:
    Als Politik, Krisen oder Problem Talker ist er zu 100% ungeeignet.
    Er sollte sich mehr mit netten Themen befassen und alles andere den passenden Profis überlassen.
    Man stelle sich nur vor, Herr Plasberg oder Frau Illner hätten sich die Dame vorgeknöpft … bei denen wäre sie aber, aus gutem Grund, wahrscheinlich gar nicht erst angetreten.

    1. „Herr Plasberg oder Frau Illner“ gehören beide zu der altbekannten linken „Lügenpresse“.
      Die beiden drehen sich alles wie sie es gerade brauchen und damit diese beiden am Ende gut dastehen.

      Da geht niemand hin der eine nicht „Regierungstreue“ Meinung hat.

    2. Bei Herrn Plasberg und Frau Illner wäre die Dame nicht angetreten…deshalb war es richtig zunächst Herrn Jauch das Thema zu überlassen.
      Sicherlich konnte nicht nur ich mich selbst davon überzeugen, dass bei PEGIDA vieles schwammig und nicht akzeptabel ist.
      Interessanter wäre: von welchem Personenkreis wird P finanziert

      1. Mensch eber, sinds die Weltfinanzjoooden?

        Oder das Sondervermögen Viertes Rrrrreich?

        ERLEUCHTEN Sie uns!!

        Wir sind gekugelt, geheimes Freimaurer-Ehrenwort

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