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Die Odenthal und der Pferde-Ripper: Ludwigshafen-„Tatort“ im MEEDIA-Check

ARD/SWR Tatort, „Die Sonne stirbt wie ein Tier“
© SWR/Alexander Kluge
ARD/SWR Tatort, "Die Sonne stirbt wie ein Tier" © SWR/Alexander Kluge

Lena Odenthal muss ihre Reha abbrechen, um gleich zwei Gewalttäter zu finden: einen Mörder und einen Pferdequäler. Die beiden Fälle hängen mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen und außerdem besteht die Gefahr, dass der sogenannte Pferde-Ripper seine sadistischen Fantasien demnächst auch an Menschen auslässt. Lena hätte wirklich besser in der Klinik bleiben sollen – denn "Die Sonne stirbt wie ein Tier" ist alles andere als gelungen.

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Die Story
Lena Odenthal und Mario Kopper nehmen die Ermittlungen auf, als ein Tierpfleger auf einem Pferdehof ermordet aufgefunden wird. Der Mann wurde in der Nacht am Rande der Koppel erstochen. Schnell ist auch Fallanalytikerin Johanna Stern involviert, da der Mord möglicherweise im Zusammenhang mit einer aktuellen Serie von Tierquälereien steht. Wollte der Täter des Nachts ein Pferd attackieren und wurde dabei von dem Pferdepfleger überrascht? Wurde der Ermordete das Opfer unglücklicher Umstände oder galt die eigentliche Tat ihm selbst? Mit der Zeit gelingt es Lena, Johanna und Kopper, den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen, doch der Pferde-Ripper treibt weiter sein Unwesen.

Die Story hinter der Story
Nach ihrem Beinah-Zusammenbruch im letzten „Tatort“ aus Ludwigshafen, „Blackout“, ist Lena Odenthal jetzt in einer Reha-Klinik. Doch natürlich ereignet sich der Mord genau in dem kleinen Kaff, wo auch das Behandlungszentrum ist. Die Erholung ist der armen Lena einfach nicht gegönnt. So oft wie sie in der letzten Folge ihre Erschöpfung betont hat, wird sie jetzt nicht müde zu wiederholen, dass sie sich „abgrenzen“ müsse. Ermüdend!

Was taugt das Drehbuch?
Innerhalb der ersten zwei Minuten des Films läuft Helene Fischers „Atemlos“ – das kann nur ein schlechtes Zeichen sein. Und tatsächlich kommt kaum Spannung auf, die Emotionen der Protagonisten werden übertrieben und die Geschichte dem Zuschauer regelrecht vorgekaut. Außerdem wimmelt es in dem „Tatort“ vor Ungereimtheiten, unlogischen Handlungsketten und Sätzen wie „Menschen, die Pferde verletzen, sind oft psychisch gestört“ oder „Das sagt Ihnen Ihr Bauch, der innere Kompass“. Und der Dialog „Wie muss sich nur eine Mutter fühlen, die einen Sohn hat, der Tiere quält?“ -„Höchstwahrscheinlich weiß sie das gar nicht.“ ist im Rennen um den sinnlosesten Wortwechsel aller „Tatort“-Reihen ganz weit vorne. Wer die Hoffnung hatte, Lena Odenthals Fall „Blackout“ sei der Anstoß für eine Verbesserung gewesen, wird bitter enttäuscht. Einzig Lisa Bitter als perfektionistische Fallanalytikerin Johanna Stern und die sehr gute Leistung von Ben Münchow als Hauptverdächtiger Gerd sorgen für Lichtblicke.

Sind die Ermittler in Form?
Lena Odenthal und Mario Kopper scheinen sich auseinanderzuleben, Lena überlegt sogar auszuziehen – schließlich muss sie sich ja abgrenzen. Und mit Johanna Stern harmonisieren beide nicht. Der sonst so ausgeglichene Kopper wird immer nervöser in ihrer Anwesenheit, Lena hingegen ist nach den Reibereien im letzten Fall dazu übergegangen, ihre junge Kollegin kaum noch zu beachten.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
Pferdequälerei war die Inspiration für das 2006 erschienene Buch „Das andere Blut“ von Andree Hesse und Peter Shaffers Theaterstück „Equus“ aus dem Jahr 1973, das 2007 mit „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe in der Hauptrolle in London inszeniert wurde.

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Eher peinlich
Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Polizist, der in der Reha-Einrichtung nach der Kommissarin sucht, stellt sich in einer Gruppe von mindestens 20 Menschen direkt vor sie und sagt, dass er „eine Frau Odenthal“ suche.

Offene Fragen
Muss sich Lena Odenthal eigentlich abgrenzen?

Fazit
Nach dem gelungenen „Tatort“ aus Dortmund in der vergangenen Woche ist „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ doppelt enttäuschend. Dieser Film ist wirklich nur Hardcore-Tatort-Fans zu empfehlen.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 10
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