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„Rufmord“: Verwirrung um Pegida-Bachmanns Anti-Titanic posting

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Die Zeit der totalen Missachtung von Journalisten und ihrer Arbeit ist vorbei. So scheint sich das Verhalten der Pegida-Führung zu den Medien zu wandeln. Am Sonntag stellt sich mit Kathrin Oertel erstmals eine Initiatorin live im TV. Zudem überlegt Lutz Bachmann nun öffentlich via Facebook, ob er gegen ein Medium juristisch vorgehen soll. Den Satirikern von der Titanic war es gelungen ihn derart zu reizen.

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Verantwortlich für die Wut des Pegida-Initiators ist ein fiktiver Gastkommentar Bachmanns, den die Titanic am Donnerstag auf ihrer Webseite veröffentlichte. Unter der Überschrift: „Bitte keine Vorurteile“ heißt es unter anderem: „Unter der Deutsche! In Dresden ist am Montagabend ein zwanzigjähriger AsylbetrügerAsylbewerber tot aufgefunden worden – freilich: Dies ist sehr bedauerlich. Außer, daß er durch Stichwunden zu Tode kam, ist nichts bekannt, doch die Medien besitzen die Unverfrorenheit, in ihren Hetzartikeln eine Verbindung zu den friedlichen (!) Märschen der Pegida-Bewegung herzustellen, die sich unter Dresdens Bürgern einer großen Beliebtheit erfreuen.“

Der Text schließt mit den Worten, dass ihm „Die Vorverurteilung durch gleichgeschaltete Presseorgane“ wie ein Stich ins Herz treffe. „Bitte seien Sie klüger. Heil Hitler und einen schönen Tag.“

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Die Reaktion von Bachmann ließ offenbar nicht lange auf sich warten. Wie die Frankfurter Rundschau dokumentierte, bezeichnete der Pegida-Initiator den Titanic-Text auf seiner Facebook-Seite als Rufmord. „Was hier abläuft ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten! Ich habe nie irgendeinen Kommentar abgegeben und mit Satire hat dies nix mehr zu tun! Das ist ganz klar Rufmord und ich werde es definitiv unseren Anwälten übergeben!“

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Ob der 42-Jährige nun wirklich seine Anwälte einschaltet ist tatsächlich noch völlig unklar. Denn mittlerweile löschte Bachmann das entsprechende Posting auf seiner Facebook-Seite wieder. Nach den strengen PR-Regeln der eigenen Bewegung müsste er wohl die Satire aus Frankfurt – zumindest öffentlich – kommentarlos schlucken.

Die Frankfurter Rundschau spekuliert nun, dass der 42-Jährige seinen Titanic-Rant deshalb gelöscht hätte, weil er im Social-Web mit einigem Spott überzogen worden war. Immerhin hätte er sich bei der Pegida-Demonstration am vergangenen Montag noch für Meinungsfreiheit ausgesprochen und seine Solidarität mit Charlie Hebdo bekundet.

Update:
Titanic-Chefredakteur Tim Wolff äußert sich zu der drohenden Klage: „Die TITANIC fühlt sich geehrt, daß der neue große Satirefreund Lutz Bachmann nicht nur Charlie Hebdo liest. Ein Satirekenner, der ein Satiremagazin verklagen möchte, beweist selbst Sinn für Humor. Bis uns tatsächlich eine Klageschrift erreicht, sehen wir diesen Vorgang als Berwerbung Lutz Bachmanns für einen Praktikumsplatz bei unserem Magazin an. Er kann am 20. April bei uns beginnen.“

 

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