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Oscar 2015: Snowden-Doku „Citizenfour“ nominiert, Aufregung über vermeintlich rassistische Jury

Die Edward Snowden-Doku „Citizenfour“ gehört zu den diesjährigen Oscar-Nominierungen. Die sind Kritikern zufolge zu weiß und zu männlich.
Die Edward Snowden-Doku "Citizenfour" gehört zu den diesjährigen Oscar-Nominierungen. Die sind Kritikern zufolge zu weiß und zu männlich.

Die Edward-Snowden Dokumentation "Citizenfour", eine Koproduktion von NDR und BR, gehört zu den diesjährigen Oscar-Nominierten in der Kategorie "Beste Dokumentation". Während diese Wahl vermutlich die amerikanische Regierung ärgern wird, braut sich im Netz ein Shitstorm über die ethnische Vielfalt der Nominierten zusammen. Unter dem Hashtag #Oscarssowhite klagen Twitternutzer die Jury als rassistisch an.

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Für Laura Poitras ist es nicht die erste Oscar-Nominierung: Ihre Dokumentation „My Country, My Country“ über den Irakkrieg wurde bereits vor neun Jahren für den international begehrten Filmpreis vorgeschlagen.

Dokumentation in Kooperation mit NDR und BR

Für ihren aktuellen Film „Citizenfour“ hatte die us-amerikanische Filmemacherin den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden von Beginn seiner Enthüllungen an aus nächster Nähe begleitet und dokumentiert, wie der Whistleblower in Hong Kong Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Nachrichtendienste vorlegte, wie die ersten Veröffentlichungen einen Nachrichtensturm in der ganzen Welt entfachten – und wie Snowden klar wurde, dass er nie wieder so leben kann wie zuvor.

Poitras produzierte den Film gemeinsam mit Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky, NDR und BR beteiligten sich als Koproduzenten.

Während sich Lutz Marmor, ARD-Vorsitzender und NDR-Intendant, über die Nominierung freut ( „‚Citizenfour‘ ist sicher einer der wichtigsten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre“), macht sich unter Vielen US-Bürgern Ärger über die ethnische Zusammensetzung der Oscar-Nominierten breit.

#Oscarsowhite: keine Farbigen, zu wenig Frauen

Unter dem Hashtag #Oscarsowhite beklagen Twitter-Nutzer den Mangel an Farbigen auf der Nominierten-Liste. Tatsächlich befindet sich unter den vorgeschlagenen Schauspielern kein einziger, alle 20 sind weiß. Wie The Atlantic berichtet, ist dies gar der weißeste Oscar-Wettbewerb seit 19 Jahren. Und nicht nur das: Hinzu kommt, dass alle nominierten Regisseure und Drehbuchautoren Männer sind.

Für Viele ist das ein deutlicher Beweis für die Voreingenommenheit der Award-Jury.

Im Netz häufen sich derweil zynische Kommentare zu dem Thema, unter anderem darüber, dass diese Nachricht nicht wirklich neu sei.

Auch Talkmaster Jimmy Fallon gibt seinen Senf dazu.

Verliehen wird der Filmpreis am 22. Februar in Los Angeles. Unter den Nominierten befindet sich auch der deutsche Filmemacher Wim Wenders, mit seinem Werk „Das Salz der Erde“(beste Dokumentation) über den Sozialfotografen Sebastião Salgado. Ebenfalls im Rennen sind – mit insgesamt neun Nominierungen – der deutsch koproduzierte Film „The Grand Budapest Hotel“ und „Birdman“, unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller/in, Bestes Drehbuch.

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