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Mut und Kritik: Warum Jürgen Todenhöfers IS-Interview wichtig ist

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Jürgen Todenhöfer - zu einer anderen Zeit, in einer anderen Welt war er mal Rechtsaußen bei der CDU und Heftchen-Vorstand bei Burda. Jetzt hat ein anderer Todenhöfer in Mossul einen deutschen IS-Terroristen interviewt. Das Interview war RTL und n-tv eine Sondersendung wert und wurde von “JT” bei Facebook veröffentlicht. Im Anschluss gab es reichlich Kritik, dass Todenhöfer den Terroristen eine Plattform geboten habe. Zu Unrecht.

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Jürgen Todenhöfer hat sich in seinem dritten Leben – nach seiner Zeit als Politiker und Medienmanager – einen Namen gemacht als friedensbewegter Publizist und manchmal sehr verständnisvoller Nahost-Auskenner. Man muss mit seinen Ansichten und Schlussfolgerungen nicht immer einverstanden sein. Mehr als einmal hat sich der Eindruck aufgedrängt, dass sich Todenhöfer in der selbst zugewiesenen Rolle als Friedensengel sehr wohl fühlt. Vielleicht ein bisschen zu wohl, um tatsächlich den distanzierten Beobachter geben zu können.

Vor allem seine Äußerungen und Aktionen rund um den jüngsten Gaza-Konflikt sind in Erinnerung, als er die Angriffe Israels auf Gaza scharf verurteilte, die Zahl der Opfer gegenrechnete, die perfide Strategie der Hamas, ihre Bürger als menschliche Schilde zu missbrauchen, aber scheinbar ignorierte.

Todenhöfer hat gegenüber seinen Kritikern meist ein (fast) unschlagbares Argument: Er geht dahin, wo es brennt. Er war selbst in Gaza, er war in Afghanistan und in Syrien. Er hat den syrischen Despoten Assad interviewt, was ihm auch reichlich Kritik einbrachte. Gut möglich, dass es sein Ruf als friedensbewegter Kritiker westlicher Aggressionspolitik war, der ihm nun auch den Zugang ins Herz der Finsternis öffnete, mitten hinein in das Terror-Regime des so genannten Islamischen Staates.

Von dort hat Todenhöfer ein Video-Interview mit dem deutschen Dschihadisten Christian Emde, der sich Abu Qatadah nennt, mitgebracht. Bei aller – auch berechtigter Kritik – an Todenhöfer muss man hier zunächst einmal festhalten: Der Mann hat unglaublichen Mut bewiesen. Und er hat geschafft, was viele nicht für möglich hielten. Er ist zum IS gereist, hat dort Leute interviewt und ist lebendig wieder rausgekommen. Das ist ganz ohne Zweifel auch ein journalistischer Coup, der seinesgleichen sucht.

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Die Kritik auf das Interview, das am Mittwoch bei Facebook veröffentlicht wurde und am Donnerstag bei RTL lief, ließ nicht auf sich warten. Die Süddeutsche bezeichnete Todenhöfers Interview als “Infoporno zur Selbstimmunisierung”, bei Yahoo war vom “Trashtalk mit einem Terroristen” zu lesen, die Stuttgarter Nachrichten fragten “IS-Propaganda oder wichtiger Beitrag?”, Boris Rosenkranz bezeichnete das Interview und die Sendezeit bei RTL im Stefan-Niggemeier-Blog als “Geschenke für Terroristen”. Die Reihe kritischer Kommentare ließe sich fortsetzen.

Infoporno, Trashtalk. Ist das so?

Nach Ansicht des knapp viertelstündigen Interviews auf Facebook stellt sich ein Gefühlsmix zwischen Beklemmung und Unglauben ein. Unglauben, weil dieser dicke, blasse Typ, der von Todenhöfer da interviewt wird, so einen unfassbaren Quatsch daherredet. Und Beklemmung darüber, dass der das vermutlich ernst meint, dass er und seine Mit-Terroristen zig Millionen Menschen umbringen wollen und dass er Sklaverei für eine Errungenschaft hält usw.

Die Widersprüche, die Verblendung, der Fanatismus werden in dem Video greifbar. Mit Infoporn oder gar Trash-Talk, hat das nichts zu tun. Auch dass diese Bilder zusätzliche Terror-Angst schüren, vermag ich zumindest nicht zu erkennen. Teilweise reagiert der selbst ernannte Dschihadist sogar fast hilflos und kindisch beleidigt über die Vorstellung, dass sich Rückkehrer von der mit Blut verschmierten Quatsch-Ideologie des IS abwenden könnten. Die IS – eine Bande von fanatisierten Dummschwätzern mit Waffen. Mit dem Islam hat der so genannte “Islamische Staat” nun wirklich rein gar nichts zu tun. Das wird nach Ansicht des Interviews überdeutlich.

Das hat eine andere Qualität als etwa die ausführliche Dokumentation von IS-Propaganda-Videos in Wort und Bild durch die Bild-Zeitung. SO etwas könnte man tatsächlich als Infoporn oder eher noch Terror-Porn bezeichnen. Das Interview Todenhöfers dagegen erlaubt tatsächlich einen Einblick in die Ideologie des IS. Todenhöfer dokumentiert damit die Gefährlichkeit, die Verblendung und den Wahnsinn dieser Terrorgruppe. Er dokumentiert unter Einsatz seines Lebens. Das ist keine kleine Leistung.

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Alle Kommentare

  1. Feierlich beteuern unsere Politiker und die Schwindelmedien immer wieder, es gäbe keine Islamisierung in unserem Land. Die Realität ist eine andere. Nun müssen wir schon wieder von einem Ehrenmord ausgehen. Der “Hessische Rundfunk” berichtet:

    Die Ermittlungen im Fall der getöteten 19-Jährigen, die am Mittwoch an einem Parkplatz in Darmstadt gefunden wurde, gingen besonders schnell – und haben Unfassbares zu Tage gebracht. Wie Darmstädter Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, sollen der Vater, die Mutter, der Onkel und die Tante die 19 Jahre alte Frau in der Nacht zu Mittwoch in der Wohnung der Eltern im Darmstädter Stadtteil Kranichstein erwürgt haben.

    Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat die Familie die Leiche der 19-Jährigen offenbar mit dem Rollstuhl der Großmutter aus dem Haus zu einem Auto gebracht und zu dem Parkplatz transportiert, an dem die Leiche am Mittwochmorgen von Passanten in einer Böschung gefunden wurde…

    …Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Jugendliche sterben musste, weil ihre Familie nicht mit den Heiratsplänen der 19-Jährigen einverstanden war. Die genaueren Hintergründe sind aber noch unklar.

    “Die 19-Jährige besaß die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Eltern hatten einen pakistanischen Hintergrund”, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft hr-online…

    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36098&key=standard_document_54297913

    Und das alles findet unter unseren Augen statt. Und wenn wir besorgt sind, werden wir von den Unsrigen kalt gemacht.

  2. Islamisten sind auch nur Faschisten

    Dirk Schmidt

    Man kommt in diesen Tagen kaum noch drum herum, mit Freunden und Bekannten über das allgegenwärtige Thema „Islam“ zu sprechen. Neulich warf mir ein Bekannter vor, ich hätte Vorurteile gegenüber dem Islam und wäre von rassistischen und nationalistischen Medien beeinflusst.

    Im musste widersprechen. Meine Einstellung zum Islam ist über 30 Jahre alt und ich habe sie eigentlich bisher immer wieder bestätigt gefunden. Vor über 30 Jahren war der Islam in den Medien noch kein Thema. Von Beeinflussung kann also keine Rede sein. Außerdem gefällt mir der inflationär gebrauchte Begriff „Vorurteil“ nicht, ich nehme für meine Meinung zum Islam schon den Begriff „Urteil“ in Anspruch. Klar, ich spreche hier von persönlichen Ansichten, ohne mich im Besitz einer wissenschaftlichen oder objektiven Wahrheit zu wähnen. Schließlich bin auch ich ein Kind meiner Zeit, die mich bewusst oder unbewusst geprägt hat.

    Und diese Zeit, die stark durch die 68er Bewegung geprägt war, hat mir doch so einiges auf den Weg mitgegeben. So war damals in den so genannten progressiven Kreisen die Vorstellung stark ausgeprägt, dass der Mensch gut sei, wenn er sich frei und ohne Repression entwickeln kann. Damals kam der Begriff der antiautoritären Erziehung auf, und in den Pädagogik-Seminaren an der Uni sprach man gerne über das vermeintlich wegweisende Summerhill-Projekt, eine Schule ganz ohne Druck.

    Persönlich eher streng erzogen, fand ich die Ansätze im Kern zwar richtig, in der Praxis aber doch recht überzogen. Ein wenig Orientierung sollte man Kindern schon vermitteln. Grundsätzlich bin ich allerdings immer noch der Meinung: soviel Freiheit wie möglich.

    Dennoch war das eine recht fruchtbare Zeit. Man nahm sich Zeit für die Suche nach neuen, unkonventionellen Ansätzen und Lebensformen. Man diskutierte heftig über die Urschrei-Therapie von Janov, die sexuelle Revolution kam auf, es wurde mit der Bioenergetik experimentiert und – man las Wilhelm Reich.

    Wilhelm Reich: eine unpopuläre Analyse
    Letzterer, ein österreichisch-US-amerikanischer Psychiater, Psychoanalytiker, Sexualforscher und Soziologe, hat mich sehr beeindruckt. Vor allem sein 1933 erschienenes Buch mit dem Titel „Massenpsychologie des Faschismus“. Im Klappentext zu dem Buch heißt es treffend: „Reichs klinisch und soziologisch geschulter Blick durchschaute den fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Er analysierte die Gestik, Phraseologie, die moralischen Schemata und Aktionen der »Hitlerei« und wies in ihnen die Verschiebung von Sexualangst zu einem Mystizismus nach, der die Freiheitsfähigkeit des Menschen in einen irrationalen Mechanismus chronischer Abhängigkeit pervertierte.“

    Natürlich bezog sich die „Die Massenpsychologie des Faschismus“ in der Erstauflage auf den Faschismus im Dritten Reich. In der 3., erweiterten und korrigierten Ausgabe, die Reich 1942 in den USA abschloss, erkannte Reich allerdings die faschistischen Züge in der Propaganda der Sowjets und sieht „Faschismus“ nun als Phänomen der modernen Massengesellschaft überhaupt. „Die Grundthese Reichs bleibt bestehen: dass eine Überwindung des Faschismus nur möglich ist durch eine rationale Neuregelung der Sexualökonomie der Gesellschaft.“

    Hört sich ziemlich abenteuerlich an, nicht wahr? Man ist versucht, an alte 68er-Parolen wie „Fuck for Peace“ zu denken. Aber damit wird man Wilhelm Reich und der Bedeutung dieses Buches nicht im Geringsten gerecht.

    Ich will seine Kernthese einmal so formulieren: Menschen mit einer ‘natürlichen* emotionalen und sexuellen Entwicklung in Freiheit sind kaum für faschistoide Ideale zu begeistern. Deshalb haben alle faschistischen Regime ein primäres Interesse daran, diese Entwicklung zu verhindern. Die Gegenüberstellung einer natürlichen, ausgeglichenen und entspannten Körperhaltung mit militärischem Stechschritt verdeutlicht das bildhaft. Das „Natürliche“ soll unterdrückt werden und die Energie die dabei entsteht, für die faschistische Ideologie missbraucht werden. „Reife“ Menschen im Sinne einer modernen Psychohygiene stören da nur. Das System braucht schon ein gehöriges Maß an Infantilität und emotionaler Verstümmelung für seine dunkle Mission in Sachen Hass, Gewalt und Unterdrückung.

    In den etablierten Kreisen in der Bundesrepublik spielte das Buch keine große Rolle. Das war ja das Letzte, was man hören wollte nach dem Krieg, dass Faschismus immer wieder aufblühen kann, dass er seine dämonische Kraft letztlich aus vielen deformierten Psychen bezieht. Nein, Faschismus, das war dieser böse Hitler, der die ganzen unschuldigen Seelen verführt hatte. Das wollte man lesen. Eine Aufarbeitung, die den Namen verdient, fand so nicht wirklich statt.

    Faschismus im Morgenland
    Ich habe mich oft gefragt, was Wilhelm Reich wohl sagen würde, wenn er heute noch leben würde. Ich bin sicher, er würde den Islamismus ohne Zögern den faschistoiden Ideologien hinzufügen.

    Und das kam so: Ich hatte damals nach dem Studium sehr viel mit Arabern zu tun, für die ich LKWs nach Syrien oder Jordanien fuhr. Dabei fiel mir so einiges auf, was ich hier besser nicht aufschreibe, was aber durchaus ins Bild passt. Einmal war ich einige Tage bei einem Einheimischen in Tartous in Syrien zu Gast. An einem Sonntagnachmittag beschlossen wir, auf der Uferpromenade spazieren zu gehen. Es war ziemlich voll und das, was ich sah, machte mich fassungslos. Junge Männer, oft Hand in Hand, flanierten auf der einen Seite und junge Frauen, ebenfalls meist Händchen haltend, auf der anderen.

    Mein Bekannter erläuterte mir daraufhin, dass es in der autoritären islamischen Gesellschaft so gut wie keine Chance für junge Menschen gibt, das andere Geschlecht kennen zu lernen oder gar eine „natürliche“ Sexualentwicklung zu durchlaufen. Das menschliche Bedürfnis nach Berührung und Nähe musste sich zwangsläufig auf Händchenhalten mit Menschen gleichen Geschlechts beschränken. Als wir dann abends beim Bier noch über die überaus verkrusteten Familienstrukturen sprachen, war für mich klar, dass hier der ideale Nährboden für faschistisches Gedankengut, infantile Ideologien, Machoattitüde und religiösen Wahn war.

    Verstümmelte Seelen
    Welcher junge Mensch mit einer gesunden emotionalen Entwicklung in Freiheit kommt denn auf die Idee, sich selbst und andere für irgendwelche Wahnvorstellungen in die Luft zu sprengen oder als SS-Karrierist Zivilisten an der Ostfront zu massakrieren? Wer, der sich emotional öffnen kann und eigentlich mit seiner Freundin herumschmusen oder sich mit anderen jungen Menschen in einer Disko treffen möchte, ist dafür zu begeistern, unschuldige Menschen zu terrorisieren?

    Das geht doch nur mit emotionalen Krüppeln im Reich`schen Sinne, deren Verhältnis zum eigenen Körper genau so gestört ist, wie das zum anderen Geschlecht, zu Geborgenheit und Liebe. Aber schlimmer noch: die Pubertät kann man nicht wiederholen. Wer einmal auf dem Pfad der Dunkelheit gelandet ist, kommt da schlecht wieder raus. Wer einmal davon geprägt ist, dass Hass noch viel intensiver ist als Liebe, wer Sexualität nie anders als als Machtausübung wahrgenommen hat, der wird sich nie fallen lassen können, denn nichts bereitet ihm mehr Angst.

    Wilhelm Reich hat das alles detailliert geschildert. Unterdrückte Seelen werden gewalttätig und wollen selbst unterdrücken. Und da anscheinend mit einer gestörten emotionalen Reifung auch eine gestörte intellektuelle Reifung einhergeht, bleibt man halt in der Entwicklung stehen, bleibt im wahrsten Sinne des Wortes infantil und leicht verführbar.

    Testosteronrausch auf dem Pickup
    Tja, und dann sitzen sie halt da, die jungen Männer, denen das Testosteron aus den Ohren tropft, auf ihrem Pickup, bedrohlich und lächerlich zugleich die Kalaschnikow schwenkend. Machos der übelsten Sorte mit unverkennbar brutaler Mimik, große Sprüche klopfend und mit widerlichen Taten prahlend. Gewalttätig gegen Frauen und Kinder, weil sie in ihnen erkennen und hassen, was ihnen selbst fehlt. Ängstlich und hörig gegenüber den Autoritäten aus ihren Kreisen und voll Bewunderung für den, der vor laufender Kamera einem Gefangen den Kopf abgesäbelt hat. Und tief in ihrem Inneren fühlen sie sich wohl unter den anderen Verstümmelten, denn mehr ist für sie nicht drin. So geilt man sich gegenseitig auf an dümmlichen Parolen auf und freut sich über die Angst und den Schrecken, den man verbreitet. Brüder in der Perversion.

    So ist es wohl, stelle ich mir vor. Und dann wird mir auch – im Gegensatz zu vielen Experten und Politikern – klar, warum es zum Teufel noch mal nicht klappen will mit dem Frieden in all den islamisch geprägten Konflikten. Wie soll das auch funktionieren? Jetzt geben wir alle unsere Waffen ab, und sind plötzlich allein als arbeitsloser Nobody, der vielleicht auf seine eigenen Unzulänglichkeiten und emotionalen Verstümmelungen zurück geworfen ist? Ohne die Kumpels, die einem so ähnlich sind und mit denen man so trefflich Terror verbreiten konnte? Mit denen man noch jemand war und trotz der unverkennbaren Infantilität in Denken und Handeln ernst genommen wurde von denen, die man unterdrückte?

    Eine endlose Geschichte
    Menschlich, allzu menschlich! Und es gibt dann gottseidank immer jemanden, der kennt eine neue Terrorzelle, hat Kontakt zu einem Hassprediger mit Draht ins Paradies oder jemand, der noch Waffen und Sprengstoff versteckt hat oder selbstgebastelte Raketen organisieren kann. Und Geld ist auch da, von Gruppierungen aus anderen arabischen Ländern, die kein Interesse an Frieden haben. Also geht es weiter. Man ist wieder wer. Ob in Gaza, Afghanistan, Irak oder Sudan. Es braucht so wenig, das zarte Pflänzchen eines beginnenden Friedensprozesses zu zertreten.

    Welcher Wahnsinn! Wir haben uns irgendwie an die Schreckensmeldungen gewöhnt und zucken mit den Schultern, wenn wir wieder einmal Videos sehen, in denen testosterongeflutete Terroristen Gräueltaten begehen oder bejubeln und das alte Machospiel „Wer hat den Größten“ spielen. Denn darum geht es oft.

    Ich muss in letzter Zeit oft an diese Überlegungen denken, wenn es wieder einmal um die Diskussion geht, wo denn nun der Unterschied zwischen Islam und Islamismus liegt, und ob die beiden überhaupt etwas miteinander zu tun haben. Für mich ist die Antwort simpel: ohne den Islam gäbe es keinen Islamismus. Ohne die Unterdrückung der Jugend würde das Potential für die Islamisten schlicht austrocknen, vorausgesetzt, man würde auch politisch die Grundlagen schaffen.

    Vor kurzem sah ich ein schockierendes Video mit dem Titel „Children of Hamas“, das zeigte, wie palästinensische Kinder von der Hamas ausgenutzt und indoktriniert werden, angestachelt zum Hass auf die Juden und augenscheinlich auf eine Karriere als Märtyrer vorbereitet. Ich hatte dieses Video auf Facebook gepostet und einer der Kommentatoren schrieb darunter nur ein Wort: „Hitlerjugend“.

    Ob er wohl wusste, wie viel Wahrheit in diesem einen Wort steckte? Ob er ahnte, welche Zusammenhänge und Mechanismen dem zugrunde liegen?

    Dirk Schmidt, 59, ist Journalist und Berater für Unternehmenskommunikation. Nach dem Studium hat er mehrfach Syrien und Jordanien bereist und verfolgt seither die Diskussion um den Islam. Er bloggt unter

    http://kurtklarsicht.tumblr.com/.

  3. Wenn jetzt noch, die Kommas, in diesem Text, nicht mit dem Salzstreuer, verteilt wären… 😉

    Ja, jeder, der dieses Interview kritisiert, soll es doch mal besser machen. Und nachher noch von erzählen können.

  4. Gut, dass es Leute wie Todenhöfer gibt, der genau das tut, was Journalisten eigentlich tun müssten: Nachfragen. Die Anmtworten stehen für sich selbst, in ihrem Grauen, ihrer Unsäglichkeit, ihrer Unfassbarkeit. Aber vieles, was dieses IS-Gefahr betrifft, wird in diesem Interview um vieles deutlicher, als in zahlreichen Dokumentationen. Wenn die sogenannte Qualitätspresse nur Kritik übrig hat, hat sie sich von den Grundbegriffen journalistischen Arbeitens längst schon entfernt. Im klimatisierten Büro locker einen Kommentar zum Islamischen Staat verfasst, ist nun einmal etwas ganz anderes, als dem Grauen mitten ins Gesicht geschaut. Und dies sage ich als Journalist mit langer Erfahrung.

  5. >Mit dem Islam hat der so genannte “Islamische Staat” nun wirklich rein gar nichts zu tun. Das wird nach Ansicht des Interviews überdeutlich.

    Aha, Herr Winterbauer ist jetzt also ein intimer Kenner des Islams, genau wie so viele deutsche Spitzenpolitiker.

    Herr Winterbauer, den Salafisten kann man ja viel vorwerfen, aber sicher nicht Unkenntnis des Islams.

    Ein Perre Vogel oder ein Christian Emde haben sich in ihrem Leben sicher zigtausen Stunden mit dem Islam beschäftigt.

    Wie lange haben Sie sich mit dem Islam beschäftigt um zu ihrem Urteil zu gelangen, Herr Winterbauer ?

    1. >Mit dem Islam hat der so genannte “Islamische Staat” nun wirklich rein gar nichts zu tun.

      Jeder der sich ein wenig über den Islam informiert wird sehr schnell auf eine der wichtigsten Grundlagen des Islamischen Glaubens aufmerksam werden, die da lautet: „Gott ähnelt nichts und niemanden.“ , was zu dem ein Teil eines Verses des Qurans ist.
      Diese sehr gestörten und schlichtweg dummen Menschen, wie der von Klaus genannte „Pierre Vogel“ und andere Wahhabiten, die fälschlicherweise als Salafisten bezeichnet werden, predigen das Gott auf einem Thron säße oder zeigen nach oben, während sie über den Schöpfer sprechen und weisen ihm damit eine Richtung zu. Jedoch ist die Richtung, sowie auch das Hinsetzen, eindeutig eine Eigenschaft die nur einem Geschöpf, wie beispielsweise dem Menschen oder dem Regen zugeschrieben werden kann und somit auch etwas ist, was gegen den Vers „Gott ähnelt nichts und niemanden.“ spricht.
      Jeder mit einem gesunden Verstand, versteht die Bedeutung dieses Verses., nämlich dass Gott ausnahmslos Nichts und Niemandem ähnelt, d.h. nicht in einer Gestalt, nicht in einer Richtung oder Geräusch, Geruch oder sonstigem, denn alles was sich der Mensch vorstellen kann, ist erschaffen und hat damit Eigenaschaften, die nur den Geschöpfen zugeschrieben werden können.
      Wenn ein Muslim diesem widerspricht in dem, wie eben erwähnt, Gott eine Richtung zuschreibt ist das gegen den Islam. Dies nennt man Unglaube und führt unweigerlich zu dem Austritt aus dem Islam. Diese Person wird auch Abtrünniger genannt, wobei er die Verpflichtung trägt wieder in den Islam einzutreten indem er das Glaubensbekenntnis ausspricht, welches lautet: ‚Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und dass Mohammad sein Gesandter ist.‘

      Somit ist die Aussage, dass der sogenannte ‚Islamische Staat‘, welcher bekannter Maßen von solch kranken Personen wie denen die sich Abu Qatadah oder Abu Bakr al-Baghdadi nennen geführt wird, nichts mit dem Islam zu tun habe, komplett richtig und es bedarf nicht viel dies darzulegen.
      Ihre Unkenntnis über den Islam bestätigen die eben angeführten Personen immer wieder aufs neue und sollten von niemanden, weder von Muslimen noch von Juden oder Christen als Angehörige des Islams angesehen werden.
      Womit sich diese Menschen stundenlang beschäftigt haben waren wohl eher Gehirnwäschen von der VogelGRIPPE Pierre.

  6. Es ist bizarr, wie die hiesigen Meinungsmacher zur Jagd auf Todtenhöfer mobilisieren, nur, weil er ihnen nicht in den Kram passt.
    Als er vor zig Jahren am Khyber-Pass stand und das Pinochet-Intermezzo schon hinter sich hatte, dachte ich, mein Gott, was für ein Überholen-ohne-einzuholen-Rechtsaußen. Heute ist der Mann der lebende Beweis dafür, dass man auch in der Politik den Kopf nicht nur als Utensil zum Haaretragen benutzen muss.
    Nahezu in allem hat er recht – wenn man ihm zuhört (was die, die ihn verurteilen freilich nich tun), kommt man nicht umhin, ihn zu bestätigen. Nach allen Erfahrungen ist es müßig, in diesem Staat, der sich als Hort der Meinungsfreiheit feiert, seine Meinung tatsächlich frei zu äußern – für die, die das Hochamt über gedrucktes und gesendetes Wort haben, stellt man sich damit außerhalb der Gesellschaft. Welch ein Schwachsinn!
    Ich hätte mir vor 30 Jahren nie träumen lassen, dass ich mal sagen werde: Mehr Todtenhöfers braucht das Land!

  7. Todenhöfer zeigt der qualitätsjournalistischen Mischpoke die eigene Niedertracht auf.

    Riesenfressen, arrogant und dreimal so aufgeblasen verbimsen sie dem zu erziehenden doofen Dunkeldeutschen, diesen Opfern, was zu pfeifen ist. Und dann geht da dieser kleine alte Mann direkt in die Rosette der Hölle und interviewt seelenruhig.

    Und die Bundesklugscheisser hocken hier und maulen was von „das hat nix mit garnix zu tun, ihr Scheissnazi-Kackscheisse!11elf“.

    Das wird ein Hammerfrühling

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