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Zoff um „Charlie Hebdo“: Mitgründer erhebt schwere Vorwürfe gegen getöteten Chefredakteur

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Hat Stéphane Charbonnier sein Team in den Tod getrieben? Ein Gründungsmitglied der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" erhebt nach dem Terrorangriff schwere Vorwürfe gegen den getöteten Chefredakteur.

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„Das halte ich dir wirklich vor“, schreibt Henri Rousell in einem Beitrag für das französische Magazin „Nouvel Obs“, über den der Telegraph berichtet. Der 80-Jährige gehörte zur Gründungsredaktion des Satireblattes und arbeitete in den Siebzigern an den ersten Ausgaben mit. Rousell kritisierte Charbonnier bereits häufiger und warf ihm vor, „Charlie Hebdo“ in ein zionistisches und islamfeindliches Organ zu verwandeln.

In dem aktuellen Beitrag hält er dem Chef-Satiriker vor, es mit den Mohammed-Karikaturen übertrieben zu haben: „Er hätte das nicht tun sollen, aber ‚Charb‘ wiederholte es ein Jahr später, im September 2012.“ Bereits 2011 hatte es einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris gegeben. „Was hat ihn dazu gebracht, zu denken, das Team dazu bringen zu müssen, es zu übertreiben?“

Immer wieder Kritik von muslimischen Organisationen

Dafür erntet Rousell wiederum Kritik von Richard Malka, dem Anwalt von „Charlie Hebdo“: „‚Charb‘ wurde noch nicht einmal beerdigt und Obs fällt nichts Besseres ein, als ein polemisches und boshaftes Stück über ihn zu veröffentlichen.“ Tatsächlich war das Satireheft schon seit vielen Jahren auch unter Frankreichs Muslimen extrem umstritten.

Als „Charlie Hebdo“ im Jahr 2011 den Propheten Mohammed als Gastautor nannte, hatten mehrere Muslim-Organisationen Anzeige gegen das Heft erstattet. Gerichte erlaubten die Ausgabe allerdings.

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Laut Roussel sei der damalige Anschlag für Charbonnier kein Grund gewesen, es ruhiger angehen zu lassen. In einem Interview wird der Redaktionsleiter mit folgenden Worten zitiert: „Ich ziehe es vor, mit erhobenem Haupt zu sterben, als auf den Knien zu leben.“ Dem Vorwurf der Islamfeindlichkeit trat Charbonnier mit den Worten entgegen, dass er nach französischem Recht lebe und arbeite, nicht nach muslimischen Gesetzen.

Vor diesem Hintergrund ist eine der letzten Karikaturen von „Charbs“, wie die Redaktion ihren Anführer nannte, beinahe schon prophetisch. Im Text heißt es übersetzt: „Noch immer keine Anschläge in Frankreich.“ Zu sehen ist ein Terrorist. Weiter heißt es: „Warte! Wir haben bis Ende Januar Zeit, um unsere Neujahrswünsche vorzubringen.“

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Alle Kommentare

  1. Die Cartoonisten und Redakteure sind ermordet worden. In den Tod treibt man jemanden beispielsweise durch dauerhaften psychischen Druck, sodass derjenige Suizid begeht. Euer erster Teaser-Satz ist nicht nur reißerisch und fehl am Platz, sondern auch pietätlos. Zur sprechlichen Abrundung dieses Artikels schreibt ihr in der Überschrift vom „Zoff um“…

  2. „Hat Stéphane Charbonnier sein Team in den Tod getrieben?“ – Könnt ihr diesen Einleitungssatz bitte ändern? 🙁

    1. Warum? Die Frage darf bitte gestattet sein, wenn es offensichtlich viele, viele mahnende Worte und Warnungen vor der Gefahr gegeben hat.

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