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ProSiebenSat.1: Erste Analystin rät zum Verkauf nach 14-Jahreshoch

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Fulminanter Jahresauftakt bei ProSiebenSat.1: Der MDax-Konzern sprintete Ende vergangener Woche auf ein neues 14-Jahreshoch. Während ein Anlegermagazin nun weitere Luft nach oben sieht, senkt Sarah Simon von der Hamburger Berenberg Bank als erste Analystin den Daumen und rät zum Verkauf der Aktien des Münchner Fernsehriesen.

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Die Bullen sind los! Erstmals seit Januar hat die Aktie von ProSiebenSat.1 wieder Notierungen von 37 Euro übersprungen. Eine der unglaublichsten Turnaroundstories der jüngeren Wirtschaftsgeschichte wird damit noch ein bisschen unglaublicher: Wer im Frühjahr 2009, als ProSiebenSat.1 noch in den Niederungen eines Pennystocks dümpelte, 10.000 Euro investiert hätte, säße heute auf einem enormen Gewinn von über 370.000 Euro.

Und damit muss das Ende der Fahnenstange möglicherweise noch nicht erreicht sein. Den Durchbruch durch den mehrjährigen Widerstand bei 36 Euro wertet das Anlegermagazin „Der Aktionär“ nun als „Mega-Ausbruch“: „Charttechnisch ist nun viel Luft für weitere Kursgewinne. Der nächste Widerstand wartet erst bei rund 41 Euro und stammt aus dem Jahr 2000“, erklärt „Der Aktionär“. Das Allzeithoch liegt aus der Zeit um die Millenniumswende bei 45 Euro.

„Der Aktionär“ sieht Kurspotenzial…

„Das frische Kaufsignal mit dem Ausbruch über 36 Euro sollte weitere Käufer anlocken. Investierte Anleger bleiben daher dabei“, rät das Kulmbacher Börsenmedium. Einer ganz anderen Meinung ist dagegen Sarah Simon von der Hamburger Berenberg Bank.

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Auch wenn sich das Digitalgeschäft bei den Münchnern immer mehr zum Wachstumstreiber entwickelt habe, bestehe weiterhin eine zu große Abhängigkeit vom klassischen TV-Geschäft, das immer noch 80 Prozent der Erlöse ausmache, schrieb die britische Senior-Analystin der ältesten deutschen Privatbank gestern in einer Kurzstudie.

…  Berenberg senkt als erste Bank den Daumen 

ProSiebenSat.1 sei daher entsprechend anfällig für einen Rückgang des Fernseh-Werbemarktes. Wegen der fehlenden Diversifizierung senkte Simon nach den jüngsten Kurszuwächsen der P7S1-Aktie nun den Daumen und sprach eine Verkaufsempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 29,60 Euro aus.

Der Schritt ist mutig: Als einzige von 22 Analysten, die den MDax-Konzern covern, rät  die Berenberg-Analystin direkt zum Verkauf. Provokante antizyklische Aktieneinschätzungen sind indes nichts Neues an der Alster. Als eine der legendärsten Fehleinschätzungen der jüngeren Börsen-Geschichte gilt bis heute die Verkaufsempfehlung von Berenberg-Analyst Adnaan Ahmad, der die Apple-Aktie vor zwei Jahren zu Tiefstkursen von (splitunbereinigten) 800 auf 360 Dollar abstufte – und damit maximal schieflag.

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